Bewilligte FCB-Party: «Das war eine Fan-Party, aber sicher keine Kundgebung»
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Bewilligte FCB-Party«Das war eine Fan-Party, aber sicher keine Kundgebung»

Am Samstag fanden sich tausende FCB-Fans vor dem St. Jakob-Park ein, um gegen die Clubführung zu demonstrieren. Das wirft Fragen auf.

von
Oliver Braams

Mehrere tausend FCB-Fans demonstrierten am Samstagabend vor dem Joggeli, sangen Lieder und zündeten Feuerwerk.

News-Scout

Darum gehts

  • Tausende FCB-Fans erschienen zum Heimspiel am Samstagabend vor dem «Joggeli».

  • Die Muttenzerkurve rief dazu auf, gegen die Club-Leitung zu demonstrieren.

  • Pyros wurden gezündet, es wurde lautstark gesungen.

  • Das war nicht gerade corona-konform. Das findet auch der Basler Gesundheitsdirektor.

Tausende FCB-Fans sind am Samstagabend vor dem St. Jakob-Park erschienen, um gegen den Club-Boss Bernhard Burgener zu demonstrieren. Die Kundgebung war von den Behörden bewilligt, Pyros wurden gezündet, es wurde lautstark gesungen. Das wirft Fragen auf.

In der 20 Minuten-Community zum Beispiel finden es einige Mitglieder nicht in Ordnung, dass sich angesichts der Corona-Pandemie so viele Menschen treffen und ausgelassen singen. «Die Schweiz wundert sich über Basel», kommentiert jemand die Aktion. «Aber ich darf nicht mit meiner Familie und meinen engsten Freunden meinen Geburtstag feiern», bringt ein anderes Mitglied die Kritik auf den Punkt.

Angelo Gallina, Präsident des Box-Club Basel, äussert auf Twitter seine Bedenken über das «offensichtliche Nichteinhalten der Corona-Massnahmen» durch die FCB-Anhänger. Auf Anfrage von 20 Minuten sagt er: «Mich stört, dass wir als Gesellschaft uns am Riemen reissen und jetzt kriegen wir das hier vor Augen geführt.»

Es gehe nicht um das Demonstrationsrecht oder den FCB, von dem er selbst ja auch Fan ist. Derzeit gehe es schlicht vielen wegen der Pandemie an den Kragen, sei es gesundheitlich oder wirtschaftlich. «Es geht jetzt darum, gemeinsam einen Weg aus der Pandemie zu finden. Und: Die pandemische Situation verlangt jetzt einfach nicht nach Massenansammlungen und gemeinsamem Singen», so Gallina.

Gesundheitsdirektor sieht das nicht gerne

Auch der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (Die Mitte) ist nicht erfreut über den Massenauflauf vor dem Joggeli. Gegenüber der Basler Zeitung zeigt er sich gar nicht erfreut über die in den Medien gezeigten Bilder: «Das ist nicht das, was man als Gesundheitsdirektor gerne sieht», sagt er. Der Anlass entspreche nicht dem Bild einer Kundgebung, das er sich gewünscht hätte. Laut dem Gesundheitsdirektor ist es enttäuschend, wie wenig Vorsicht und Respekt die Leute gegenüber einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus zeigten.

Für Engelberger hat der Anlass den Charakter einer Demo verloren und wird sich auf künftige von den FCB-Fans organisierten Veranstaltungen auswirken: «Das war ein Volksfest, eine Fan-Party, aber sicher keine Kundgebung. Als solches wäre dieser Anlass sicher nicht bewilligt worden», sagt er zur BaZ.

Aus polizeilicher Sicht verlief der Samstagabend hingegen ruhig. «Es hat keine nennenswerten Vorfälle gegeben», sagt Polizeisprecher Martin Schütz auf Anfrage.

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Zum Heimspiel trafen sich trotz Corona tausende FCB-Fans vor dem Stadion, um gegen die Club-Führung zu protestieren. 

Zum Heimspiel trafen sich trotz Corona tausende FCB-Fans vor dem Stadion, um gegen die Club-Führung zu protestieren.

20min/Steve Last
Die Kundgebung war von den Behörden bewilligt, Pyros wurden gezündet, es wurde lautstark gesungen. Das wirft Fragen auf. 

Die Kundgebung war von den Behörden bewilligt, Pyros wurden gezündet, es wurde lautstark gesungen. Das wirft Fragen auf.

20min/Steve Last
«Die Schweiz wundert sich über Basel», kommentiert ein Mitglied der 20 Minuten-Community die Aktion. «Aber ich darf nicht mit meiner Familie und meinen engsten Freunden meinen Geburtstag feiern», bringt ein anderes Mitglied die Kritik auf den Punkt. 

«Die Schweiz wundert sich über Basel», kommentiert ein Mitglied der 20 Minuten-Community die Aktion. «Aber ich darf nicht mit meiner Familie und meinen engsten Freunden meinen Geburtstag feiern», bringt ein anderes Mitglied die Kritik auf den Punkt.

20min/Steve Last

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