Basler Rhein-Surfer - «Das war keine waghalsige Aktion»
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Basler Rhein-Surfer«Das war keine waghalsige Aktion»

Das Video eines jungen Mannes, der am Samstag auf einer stehenden Welle im Rhein bei Basel surfte, ging viral. Jetzt erklärt sich der 20-Jährige.

von
Lukas Hausendorf

Vor dem Hüninger-Kanal an der französischen Uferseite bildete sich am Samstag eine stehende Welle im Rhein.

News-Scout/20 Minuten

Über neun Meter war der Pegel am Samstagmorgen bei der Messstelle Basel-Rheinhalle, es wurde die zweithöchste Gefahrenstufe 4 ausgerufen. Es gilt ein Badeverbot und wegen des absoluten Fahrverbots für die Schifffahrt waren bis am Sonntag auch Rettungseinsätze zu Wasser nicht möglich. Der reissende Fluss unterspülte an der Grenzacherstrasse unterhalb der Kraftwerkschleuse das Ufer und riss einen Fischergalgen mit. Und beim Dreiländereck gegenüber des Rheinhafens stieg ein 20-Jähriger auf das Surfbrett.

Auf Höhe des Canal du Huningue auf der französischen Uferseite hatte sich nämlich eine stehende Welle gebildet. Das Video des Wellenritts stiess in der 20-Minuten-Community auf riesiges Interesse und wurde kontrovers diskutiert. Jetzt erklärt der junge Surfer die Aktion. Weil er mit seinem Wellenritt gegen das Badeverbot im Rhein verstossen hat, möchte er anonym bleiben.

Der erfahrene Wassersportler stellt gleich zu Beginn klar: «Das war keine waghalsige Aktion.» Er war zuvor im angrenzenden Wildwasserpark im Canal du Huningue und sah dann die Welle im Mündungsgebiet. «Es gibt dort sehr gute Ausstiegsstellen, man kommt wirklich einfach ans Ufer», sagt er. Das hätten er und seine Kollegen zuerst alles überprüft. «Eine solche Gelegenheit gibt es praktisch nie», sagt er.

Stehende Welle in der Wiese?

Flusssurfen ist bei Hochwasser in Basel populär. Normalerweise aber auf kleineren Gewässern wie der Birs. «Dort ist es aber wesentlich gefährlicher. Es gibt Untiefen, es hat Steine und es kommt viel Schwemmholz entgegen», sagt der junge Athlet. Der 20-Jährige wünschte sich aber, es gäbe in Basel eine feste stehende Welle, die Surfer auch bei normalem Pegelstand nutzen könnten. Als Vorbild nennt er die Eisbachschwelle in München. «In der Wiese liesse sich so etwas ohne grossen Aufwand realisieren», ist er überzeugt. Dann könnten er und seinesgleichen gefahrlos ihrem Hobby frönen.

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