Umgesägter Hochsitz: «Das waren dieselben Täter wie letztes Mal»
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Umgesägter Hochsitz«Das waren dieselben Täter wie letztes Mal»

Bereits zum dritten Mal wurde ein Hochsitz in Recherswil SO beschädigt. Der Präsident der dortigen Jagdgesellschaft glaubt, dass es dieselben Täter waren.

von
kaf

Jäger Hans-Ueli Gerber erzählt, was beim Hochsitz in Recherswil SO schon alles passiert ist.

«Ich verstehe nicht, warum jemand so etwas macht», sagt Hans-Ueli Gerber zum gefällten Hochsitz in Recherswil. Der 58-Jährige ist der Präsident der dortigen Jagdgesellschaft und des Hegerings Wasseramt. «Das waren bestimmt Jagdgegner», ist sich der Landmaschinenmechaniker aus Halten sicher.

Die Täter wussten genau, was sie tun: «Die Pfähle wurden fachmännisch gesägt», sagt Gerber. Wegen der feinen Spähne vermutet er, dass die Vandalen eine Abbruchsäge mit kleinen Zähnen und keine Motorsäge benutzt haben. Auch sei die Holzkonstruktion nicht einfach zu finden. Es führt keine Strasse daran vorbei, und vom Zug aus sehe man den Posten kaum. «Die Täter müssen im Voraus gewusst haben, wo der Hochsitz steht.»

Dieselben Täter wie 2015?

Bereits im Mai 2015 wurde der Hochsitz gefällt – von den gleichen Tätern, ist sich Gerber sicher: «Die Pfähle wurden nach dem gleichen Verfahren und mit dem gleichen oder zumindest ähnlichem Werkzeug gefällt.» Ein Jahr zuvor war im Hochsitz Feuer gelegt worden. Gerber war mit seinen Hunden spazieren, als ihm plötzlich der Geruch von brennendem Holz in die Nase stieg. «Ich dachte mir, dass vielleicht jemand am Waldrand ein Feuer gemacht hat – da sah ich, dass der Boden unseres Hochsitzes brennt.» Er habe den Brand glücklicherweise löschen können, bevor die ganze Kanzel in Brand geriet.

«Warum es immer diesen Hochsitz trifft, weiss ich auch nicht», sagt Gerber. Die Attacke fühlt sich jedenfalls persönlich an: «Wir jagen ja nicht zum Spass, sondern um Überpopulationen zu vermeiden.» Wer ein Problem mit der Jagd habe, könne ja mit ihnen darüber reden, anstatt Schaden zu verursachen.

«Hochsitz ist öffentlich zugänglich»

Das einzig Gute an der Sache: «Der Hochsitz wurde gefällt, und nicht wie im Kanton Bern bloss angesägt.» Wenn nämlich jemand auf eine angesägte Kanzel hochklettere und die Holzkonstruktion dann einstürze, könnte dies gravierende Folgen haben. Und das könnte nicht nur Jäger treffen: «Der Hochsitz ist öffentlich zugänglich, manchmal klettern auch Spaziergänger oder Kinder hoch.»

Sollten tatsächlich Jagdgegner am Werk sein, bewirken sie mit ihrer Tat aber wenig: «Hochsitze werden vor allem als Beobachtungsposten benutzt», sagt Gerber. «Schüsse werden nur sehr selten von dort abgegeben.»

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