Bis zu 18 Grad warm: «Das warme Wetter hilft gegen den Corona-Frust»
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Bis zu 18 Grad «Das warme Wetter hilft gegen den Corona-Frust»

Nach dem Corona-Winter folgt nun der von vielen langersehnte Temperaturanstieg. Dass Sonnenlicht und schönes Wetter einen positiven Einfluss auf das psychische Wohlbefinden haben, sei belegt, sagen Psychologen.

von
Daniel Krähenbühl

Darum gehts

  • Die nächsten Tage wird es endlich wieder warm. Bis zu 18 Grad sind in einigen Orten der Schweiz angekündigt.

  • Auf die Psyche habe das Frühlingswetter einen positiven Effekt, sagen Psychologen.

  • In den Tourismusgebieten freut man sich derweil über viele Tagestouristen.

  • Da die 5-Personen-Regel noch immer gilt, will derweil die Stadtpolizei Zürich die Polizeipräsenz erhöhen.

Die grosse Kälte ist vorbei: In den nächsten Tagen wird es in weiten Teilen der Schweiz frühlingshaft warm. Nachdem es vor allem im Mittelland die letzten Wochen trüb, grau und kalt war, locken nun Temperaturen von bis zu 18 Grad viele aufs Land und in die Berge. Auf das Gemüt habe der Wetterumschwung sehr positive Auswirkungen, sagt der Psychologe Ben Kneubühler. «Je länger die Tage werden und je wärmer es wird, desto mehr kommt Lebensfreude auf.» Viele litten während dem langen Winter und den kurzen Tagen an einem Stimmungstief, der nun hoffentlich bald ein Ende nehme.

Wichtig sei das auch wegen dem Corona-Frust: «Neben dem Winterwetter drückte vor allem die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen auf die Stimmung. Da tut es gut, die Sonne wieder auf der Haut zu spüren.»

Dass Sonnenlicht und schönes Wetter einen positiven Einfluss auf das psychische Wohlbefinden haben, sei wissenschaftlich bewiesen, sagt auch der Berner Psychologe Marc Lächler. Sonnenlicht setze Hormone wie das sogenannte «Glückshormon» Serotonin frei und führten zu einer besseren Regulation des vom Körper produzierten Hormons Melatonin. «Das führt dazu, dass man besser einschlafen kann, was sich wiederum auch auf die Stimmung auswirkt.»

Wander-Fans mit vielen Anfragen

Bei den Tourismusorganisationen freut man sich: «Gutes Wetter ist vor allem für die Tagesausflügler extrem entscheidend», sagt Luzi Bürkli, Mediensprecher von Graubünden Tourismus. In den Bergen herrschten beste Schneeverhältnisse. «Wenn jetzt alle auf die Pisten wollen, finden wir das natürlich super», sagt Bürkli. Viel Zulauf rechne man auch bei den Langlauf-, Schlittel- oder Schneeschuhlauf-Fans. «Seit Beginn der Corona-Zeit stehen Aktivitäten abseits der Piste hoch im Kurs.»

Auch in Appenzell spürt man den Frühlingsbeginn: «Seitdem warmes Wetter angekündigt ist, haben wir auf Instagram, Facebook und auf den klassischen Kanälen auffällig viele Anfragen», sagt Maria Inauen von Appenzellerland Tourismus AI. Viele wollten bereits wieder wandern gehen – etwa zum Seealpsee, der sich vor allem bei Instagram-Jüngern im letzten Jahr zum Top-Ausflugsziel gemausert hat. Von dieser Sommerwanderung rät Inauen jedoch noch ab: «Obwohl die Idee verlockend ist: Noch ist die Lawinengefahr gross und daher ist Geduld angesagt.» Wanderfreudigen lege sie momentan eher eine Tour zum Sämtisersee oder eine Wanderung im Hügelgebiet ans Herz.

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«Neben dem Winterwetter drückte vor allem die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen auf die Stimmung», sagt der Psychologe Ben Kneubühler. 

«Neben dem Winterwetter drückte vor allem die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen auf die Stimmung», sagt der Psychologe Ben Kneubühler.

20min/Michael Scherrer
Das schöne Wetter helfe daher hoffentlich, aus dem Stimmungstief zu kommen. 

Das schöne Wetter helfe daher hoffentlich, aus dem Stimmungstief zu kommen.

20 Minuten Agency
Die Schneeverhältnisse in Graubünden seien «top», sagt Luzi Bürkli, Mediensprecher von Graubünden Tourismus. 

Die Schneeverhältnisse in Graubünden seien «top», sagt Luzi Bürkli, Mediensprecher von Graubünden Tourismus.

20 Minuten-Community

Stapo Zürich erhöht Polizeipräsenz

Nicht nur auf dem Land, auch in den Städten rechnet man damit, dass das schöne Wetter viele nach draussen treibt. Die 5-Personen-Regel gilt jedoch noch bis zum 1. März, grosse Menschenansammlungen sind also immer noch verboten. In Zürich bereitet sich darum die Stadtpolizei entsprechend auf das Frühlingswochenende vor. «Wir werden die Polizeipräsenz insbesondere an neuralgischen Punkten – etwa um das Seebecken – erhöhen», sagt Stapo-Sprecherin Judith Hödl. «Falls es zu grösseren Menschenansammlungen kommt, werden wir verhältnismässig und mit Augenmass agieren und wie bisher immer zuerst den Dialog mit den Personen suchen.»

Wie die Luzerner Polizei auf Anfrage mitteilt, hätten viele Personen bereits am letzten Sonntag das sehr schöne Wetter ausgenutzt. Durch die Polizei seien aber keine Ansammlungen festgestellt worden, sagt Sprecher Urs Wigger. « Auch am kommenden Wochenende wird die Polizei im Rahmen der normalen Patrouillentätigkeit darauf achten, dass die geltenden Bestimmungen eingehalten werden.»

Deine Meinung

183 Kommentare
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F4YR

19.02.2021, 08:43

Befreiung aus den Klauen dieser realitätsfernen Politiker hilft einzig gegen diesen Frust.

Tolles Bild

19.02.2021, 08:41

Ein Pärchen das sich küsst. Genau das ist die Hauptansteckungsquelle. Junge Leute die zu engen Kontakt haben. Mit all den unsinnigen Einschränkungen im Winter werden die Jungen viel nach zu holen haben und es wird mehr Infizierte geben (keine Toten oder schwer Kranken). Und sobald die Zahl der Infizierten wider steigt gerät der BR wider in Panik und schließt wider. Weniger Verbote hätte weniger Frust gebracht und das Risiko wäre kleiner. Man sieht ja an Schweden das vieles nicht nötig ist. Schweden hat gerade mal die Übersterblichkeit einer normalen saisonalen Grippe. Seht selber nach auf Euromomo.

Vitamin D

19.02.2021, 08:40

Es ist das Sonnenlicht was im Körper zu Vitamin D verwandelt und gut auf das Gemüt wirkt. Da es im Winter weniger Sonnenschein hatt wirkt sich das negativ aus. Möglich ist es schon künstlich Vitamin D zuzuführen, aber es ist noch lange nicht so wohltuend wie ein schöner Spatziergang an der Sonne