Thun flutet Sporthalle - «Das Wasser hätte die Halle wie ein Schiff nach oben gedrückt»
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Thun flutet Sporthalle«Das Wasser hätte die Halle wie ein Schiff nach oben gedrückt»

Um Strukturschäden an der Lachenhalle zu vermeiden, hat die Stadt Thun die Sporthalle absichtlich fluten lassen. Jetzt erklären die Verantwortlichen, wieso sie keine andere Wahl mehr hatten.

von
Gabriela Graber
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Das ist kein Schwimmbad.

Das ist kein Schwimmbad.

Twitter/Stadt Thun
Auch in der Stadt Thun sollen Schläuche den See daran hindern, über die Ufer zu treten. 

Auch in der Stadt Thun sollen Schläuche den See daran hindern, über die Ufer zu treten.

20min/Simon Glauser
Die Hochwassersituation am 14. Juli 2021 in Thun.

Die Hochwassersituation am 14. Juli 2021 in Thun.

20min/Simon Glauser

Die Stadt Thun versucht Strukturschäden an der Lachenhalle zu verhindern und hat dafür zu einem vielleicht nicht allzu bekannten Mittel gegriffen. Kurzerhand wurde die Heimspielstätte des Handballclubs Wacker Thun geflutet, wie die Stadt auf Twitter schreibt.

Der Grundwasserspiegel sei viel zu hoch gewesen, sagt Heinz Wegmüller (59), Chef Regionales Führungsorgan Stadt Thun plus. Und wenn das Grundwasser anfange, gegen die Lachenhalle zu drücken, würde sich diese anheben – wie ein Schiff, das im Wasser in die Höhe gedrückt wird. «Irgendwann hält der schwächste Punkt des Gebäudes dem Druck nicht mehr stand – und im schlimmsten Fall kommt es zum Totalschaden.

Wann wieder Handball gespielt werden kann, ist offen

Um Gegendruck zu bieten, haben wir Grundwasser in die Lachenhalle gelassen.» Die Stadt Thun und das Regionale Führungsorgan Thun Plus hätten dabei gemäss den Handlungsanweisungen der Thuner Objektschutzkarte gehandelt, die bei den Hochwassern 1999 und 2005 erstellt worden sei. «Im Moment pumpen wir kein Wasser mehr in die Turnhalle – doch müssen wir die Situation weiterhin beobachten und bei Veränderungen des Grundwasserspiegels entsprechend handeln.»

Sobald dieser wieder zurückgehe, werde das Wasser wieder herausgepumpt. Auf die Frage, wann die Halle wieder funktionsfähig sein werde, wollte Wegmüller nicht konkret eingehen.

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