Wollerau SZ: «Das Wasser stieg bis zu meinen Knien»
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Wollerau SZ«Das Wasser stieg bis zu meinen Knien»

Nach dem schweren Unwetter in Wollerau, das etliche Keller überflutete, zeigt sich das Ausmass des Schadens. Der Schock bei den Betroffenen sitzt noch immer tief.

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bus/emi

Ida Waibel (69): «Es hat geblitzt und gedonnert was das Zeug hält, das Gewitter kam so plötzlich – wie eine Sintflut. Dann sind wir aufgestanden. Als ich aus dem Fenster rausschaute, sah ich den letzten Nachtbus, der nicht mehr weiterkam, da die Roosstrasse total überschwemmt war. Ich hatte Angst, dass die Leute, die aus dem Bus aussteigen mussten, von den Fluten mitgerissen werden.»

Den Anwohnern der Roosstrasse sind die Schrecken der vergangenen Nacht noch deutlich anzusehen. Ida Waibel (69) etwa wurde vom plötzlichen Gewitter aus dem Schlaf gerissen: «Es hat geblitzt und gedonnert was das Zeug hält. Als ich aus dem Fenster sah, war die Roosstrasse total überschwemmt.» Ihr Auto sei in einer Tiefgarage parkiert, die seit gestern Nacht unter Wasser steht. «Mein Auto schwimmt wahrscheinlich immer noch. Seit sieben Uhr ist die Feuerwehr damit beschäftigt, das Wasser aus der Garage auszupumpen», sagt Waibel.

Riesige Felsbrocken rollten die Strasse hinunter

«Die Nachbarin klingelte an meine Tür und sagte, dass unsere Garage und Vorplatz unter Wasser steht», sagt Rolf Stocker (55), der an der Färberstrasse wohnt. «Eines meiner Autos konnte ich noch rechtzeitig retten, für das andere kam jede Hilfe zu spät.» Am Dienstagmorgen habe er das Ausmass des Unwetters gesehen. Es seien mehrere Bäche ineinander geflossen und hätten Felsbrocken mit einem Durchmesser von bis zu einem Meter gelöst, die dann die Roosstrasse herab kullerten.

Bardame Jetty (57) von der Blue Lagoon Bar ist mit ihren Nerven am Ende: «Es war eine Horror-Nacht. Das Wasser stieg bis zu meinen Knien.» Die Wollerauer Bar werde nun für zwei Monate dicht gemacht und muss komplett renoviert werden. Auch das Haus der Familie Stadelmann an der Roosstrasse 65 hat es böse erwischt. «Beide Zugänge zu meinen Haus waren überflutet. Wir konnten es nicht verlassen – die Feuerwehr musste uns befreien», sagt Bruno Stadelmann.

Auch die Behörden sind fassungslos: «Wir hatten in der jüngeren Vergangenheit schon ein paar stärkere Regenfälle in unserer Gemeinde, doch so ein Unwetter haben wir noch nie erlebt. Alle vier Bäche trugen Schutt und Geröll in die Gemeinde», sagt Gemeinderat Werner Imlig. Die Aufräumarbeiten seien derzeit noch im vollen Gange. Nun lege die Feuerwehr erst einmal die Bäche wieder frei. Ziel sei es, diese bis Dienstagbend freizubekommen. «Aber die Aufräumarbeiten in der Gemeinde werden noch lange Zeit andauern», so Imlig weiter. Wie hoch der Schaden sei, müsse erst noch abgeklärt werden.

Grosse Solidarität

Erfreut hingegen zeigt man sich über die gezeigte Solidarität in Wollerau: «Neben den rund sechzig Männern der Feuerwehr sind auch viele freiwillige Helferinnen und Helfer im Einsatz. Diese sind dabei, die Strassen zu reinigen und die vom Unwetter betroffenen Garagen und Keller wieder aufzuräumen», sagt Imlig. Und das sind viele: «Durch das Unwetter wurden auch zwei, drei grosse Tiefgaragen überschwemmt. Diese müssen möglicherweise bis in die Nacht ausgepumpt werden», so Feuerwehrinspektor Fredy Ludäscher.

Mit den Aufräumarbeiten ist es möglicherweise noch nicht getan: «Unsere grösste Sorge ist, dass es heute oder morgen Abend noch einmal zu starken Unwettern kommt. Zwar sieht es momentan nicht so aus, aber man weiss nie», sagt Imlig.

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