Berner Ausstellung: Das Wasserschloss Schweiz ist in Gefahr
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Berner AusstellungDas Wasserschloss Schweiz ist in Gefahr

Wasser ist einfach da: Diese Vorstellung ist gerade in der Schweiz fest in den Köpfen verankert. Und in 35 Jahren? Das Alpine Museum wagt einen Blick in die Zukunft.

von
20M

Was kann man gegen die drohenden Veränderungen tun?

Regionale Wasserknappheit, vermehrte Überschwemmungen oder zu warme Gewässer drohen der Schweiz in 35 Jahren. Aufgrund des Klimawandels werden solche Ereignisse viel häufiger auftreten, sagt Wasserexperte Rolf Weingartner von der Universität Bern voraus. Diese Extremsituationen im heutigen «Wasserschloss Schweiz» werden regional zu Konflikten zwischen den hiesigen Wassernutzern führen, so der Hydrologe weiter.

Das Alpine Museum Bern beschreibt die Situation im Jahr 2051. In der neuen Ausstellung «Wasser unser» geht es aber nicht darum, Schwarzmalerei zu betreiben oder pessimistisch in die Zukunft zu blicken. Vielmehr wirbt die Ausstellung dafür, dass wir uns alle aktiv mit dem Klimawandel auseinandersetzen. «Warten ist die schlechteste Option», sagt Weingartner, der ebenfalls an der Ausstellung mitwirkt.

Selber politisch mitmischen

Jeder einzelne Schweizer sei gefordert, sich für eine nachhaltige Zukunft einzusetzen – etwa bei nationalen Abstimmungen oder an Gemeindeversammlungen. Hier setzt das Alpine Museum an. Etwa mit einer inszenierten Gemeindeversammlung: «Dort stehen verschiedene fiktive Abstimmungen rund um den Bau einer Staumauer auf der Traktandenliste», sagt Projektleiterin Barbara Keller. Soll man als Gemeindepräsident nun die Mineralwasser-Lobby unterstützen oder doch für die Rechte der Bergbauern einstehen?

Hydrologe Weingartner zeigt sich begeistert: «Genau darum geht es auch ausserhalb des Museums: Sämtliches Handeln hat eine Auswirkung auf unsere Zukunft hier in der Schweiz. Dessen müssen wir uns nun ein für alle Mal bewusst werden.»

Zeitmaschine für 2051

Die Sonderausstellung öffnet am Freitag ihre Tore und dauert fast ein Jahr, nämlich bis zum 17. September 2017. Doch die Aussteller wollen auch im Jahr 2051 noch etwas bewirken: Am Ende des Rundgangs steht eine knallrote Boje, in die Besucher Notizen einwerfen können, etwa über ihre Wünsche, Hoffnungen und Ängste rund um das Thema Wasser. Diese Zeitkapsel soll dann auf dem Lago della Piazza am Gotthard bis 2051 eingewässert werden. Erst dann soll die Bevölkerung erfahren, was man sich vor rund 35 Jahren in Bern alles vorgenommen und gewünscht hat.

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