18.10.2020 20:15

Maskenpflicht und Homeoffice«Das Wichtigste ist, dass es keinen zweiten Lockdown gibt»

Der Schweizerische Gewerbeverband stand einer Verschärfung der Corona-Regeln kritisch gegenüber. Im Interview erklärt der Verbandsdirektor, warum Homeoffice eine Empfehlung bleiben muss.

von
Barbara Scherer
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Neu empfiehlt der Bundesrat Homeoffice. 

Neu empfiehlt der Bundesrat Homeoffice.

imago images/Hans Lucas
Der Gewerbeverband hat vorab die Verschärfung der Corona-Regeln durch den Bundesrat kritisiert.

Der Gewerbeverband hat vorab die Verschärfung der Corona-Regeln durch den Bundesrat kritisiert.

KEYSTONE
«Wir vom Gewerbeverband sind grundsätzlich froh, dass der Bundesrat von einer generellen Maskenpflicht absieht», sagt Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband.

«Wir vom Gewerbeverband sind grundsätzlich froh, dass der Bundesrat von einer generellen Maskenpflicht absieht», sagt Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband.

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Darum gehts

  • Der Bundesrat hat neue Corona-Regeln eingeführt.

  • Der Schweizerische Gewerbeverband äusserte sich vorab gegen eine Verschärfung.

  • Die Massnahmen würden die Betriebe stark einschränken.

  • Im Interview erklärt Verbandsdirektor Hans-Ulrich Bigler, was er von den neuen Regeln hält.

Der Bundesrat hat die Corona-Regeln verschärft. So gilt neu eine Maskenpflicht in allen öffentlichen Innenräumen der Schweiz. Was sagen Sie dazu?

Hans-Ulrich Bigler: «Wir vom Gewerbeverband sind grundsätzlich froh, dass der Bundesrat von einer generellen Maskenpflicht am Arbeitsplatz absieht und klar gesagt hat, die Schutzkonzepte der Betriebe funktionieren sehr gut.»

Sie meinten aber erst noch, dass eine Maskenpflicht in kleinen Läden nicht nötig ist …

«Ja, das ist nun ein unschöner Nebeneffekt. Ich bin immer noch der Überzeugung, dass kleine Läden den Passantenstrom problemlos regulieren können und dadurch weniger Leute gleichzeitig im Lokal sind. Das heisst, eine Maskenpflicht wäre dort nicht unbedingt nötig, weil die Abstände eingehalten werden können. Schliesslich ist es aber eine Abwägung von gesundheitlichen und wirtschaftlichen Effekten. Und das Wichtigste ist, dass es keinen zweiten Lockdown gibt.»

Neu empfiehlt der Bund wieder Homeoffice, finden Sie das gerechtfertigt?

«Solange es bei einer Empfehlung bleibt, ist der Gewerbeverband damit einverstanden. Denn es ist nicht in allen Betrieben möglich, Homeoffice ohne Weiteres anzubieten, oftmals lassen es die Abläufe nicht zu. Deshalb müssen Firmen selbst entscheiden können, wie und ob sie Homeoffice anbieten. An gewissen Orten arbeiten die Mitarbeiter beispielsweise in zwei Schichten einerseits von zu Hause, andererseits im Betrieb, das muss weiterhin möglich sein.»

In Restaurants, Bars und Clubs darf nur im Sitzen konsumiert werden. Ist das ein Problem?

«Das ist ein Wermutstropfen. Der Betrieb im Gastrosektor wird zusätzlich erschwert, und Umsatzanteile – beispielsweise im Barbereich – fallen weg. Für Betriebe, die vom Konkurs bedroht sind, ist das keine verheissungsvolle Perspektive. Letztlich leidet das Gastgewerbe einmal mehr unter dieser Regel.»

Zudem sind spontane Menschenansammlungen von mehr als 15 Personen verboten …

«Das betrifft vor allem private Anlässe. Das Gewerbe ist von dieser Regel zum Glück wenig beeinträchtigt. Wichtig ist für uns, dass Grossanlässe weiterhin möglich sind.

Hier gilt neu eine Maskenpflicht

Der Bundesrat führt eine schweizweit einheitliche Maskenpflicht ein. In öffentlich zugänglichen Innenräumen muss neu eine Maske getragen werden – zuvor hatten dies schon zahlreiche Kantone verfügt. Die Maskenpflicht gilt in Geschäften, Einkaufszentren, Banken, Poststellen, Museen, Bibliotheken, Kinos, Theatern, Konzertlokalen, Innenräumen von zoologischen und botanischen Gärten und Tierparks, Restaurants, Bars, Discos, Spielsalons, Hotels (mit Ausnahme der Gästezimmer), Eingangs- und Garderobenräume von Schwimmbädern, Sportanlagen und Fitnesszentren, in Arztpraxen, Spitälern, Kirchen und religiösen Einrichtungen. Eine Maskenpflicht gilt auch in allen Bahnhöfen, Flughäfen und an Bus- und Tramhaltestellen.

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361 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

E-Guru

19.10.2020, 21:08

Innerhalb von zwei Jahren steigerte sich der Anteil der Elektrofahrzeuge fast um das Fünffache auf über 10 Prozent. Der Boom scheint auch kein Ende zu nehmen: Knapp jede zehnte Person gibt an, sich in den nächsten drei Jahren vermutlich ein Elektroauto anschaffen zu wollen, wie eine TCS-Studie zeigt.

Beli

19.10.2020, 15:56

Ich glaube nichts mehr

Bärbel

19.10.2020, 15:50

Ich verstehe nicht warum Clubs und Bars noch geöffnet haben . Beim Stehen Masken tragen , beim sitzen nicht !! Kann man sich sitzend nicht infizieren ? Jetzt soll mir mal einer sagen beim sitzen hat man 1.5 m Abstand . Haben die alle sooo grosse Tische ??? Wer kann so was noch verstehn .???