Aktualisiert 13.07.2008 19:55

Das will die Mittelmeerunion

Die EU und ihre Nachbarstaaten in Nordafrika und Nahost haben sich zur Mittelmeerunion zusammengeschlossen. Dadurch soll die Kooperation aller Mittelmeer-Anrainer vertieft werden.

Der Gipfel beschloss dazu eine Reihe konkreter Projekte:

- Entgiftung des Mittelmeers: Bis 2020 soll das stark verschmutzte Mittelmeer gereinigt werden. Notwendig seien vor allem Verbesserungen bei der Aufbereitung von Abwässern und der Müllentsorgung, heisst es in der Abschlusserklärung.

- Ausbau von Verkehrsverbindungen: Die Verbindungen zwischen den Häfen «im gesamten Mittelmeerbecken» und die Strassen entlang der Küsten sollen verbessert, die Bahnstrecken ausgebaut werden. Konkret erwähnt wird die «Modernisierung der Zugverbindung durch Nordafrika», die derzeit unterbrochen ist, weil die Grenze zwischen Marokko und Algerien für den Reiseverkehr praktisch komplett geschlossen ist.

- Katastrophenschutz: «Ein gemeinsames Katastrophenschutzprogramm zur Vermeidung von Katastrophen und der Vorbereitung einer raschen Reaktion» wird in der Erklärung «als eine der wichtigsten Prioritäten für die Region» bezeichnet.

- Verstärkte Nutzung von Sonnenenergie: Angesichts der günstigen Wetterverhältnisse rund um das Mittelmeer soll die Aufstellung eines gemeinsamen «Solarenergie-Plans» geprüft werden. Dieses Projekt geht auf eine Initiative der Bundesregierung zurück.

- Bildung und Forschung: Die kürzlich in Slowenien gegründete euro-mediterrane Universität soll zusammen mit Partnerhochschulen aus der ganzen Region Forschungsprogramme entwickeln. Ziel ist der Aufbau eines «euro-mediterranen Raums für Forschung und Hochschulausbildung».

- Wirtschaftsförderung: Geplant ist eine «mediterrane Initiative für Wirtschaftsentwicklung», die vor allem kleinen und mittleren Unternehmen zugute kommen soll. Die Einzelheiten sind aber noch sehr vage. (dapd)

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