Geheime IS-Dokumente: Das wissen US-Spione dank erbeuteten IS-Daten
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Geheime IS-DokumenteDas wissen US-Spione dank erbeuteten IS-Daten

US-Geheimdienste werten die erbeuteten Unterlagen der Terrormiliz Islamischer Staat aus. Die ersten Erkenntnisse sind an die Öffentlichkeit gesickert.

von
kko
Geheime Dokumente verloren: der selbst ernannte Kalif der Terrormiliz IS, Abu al-Baghdadi.

Geheime Dokumente verloren: der selbst ernannte Kalif der Terrormiliz IS, Abu al-Baghdadi.

Daten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Umfang von 4000 bis 7000 Gigabyte sind im Besitz der US-Geheimdienste. Sie stammen aus internen Dokumenten, Laptops und Handys, welche amerikanischen Elitetruppen in Syrien in die Hände gefallen sind. Seit Mitte Mai werten die Agenten diese aus.

Laut der «New York Times» liefern die am 16. Mai erbeuteten Daten detaillierte Einblicke über die IS-Terroristen:

Sicherheitsmassnahmen: Der Terrorchef Abu Bakr al-Bagdadi fürchtet sich vor Überwachung. Er umgibt sich mit loyalen Männern, die darauf achten, dass keine elektronischen Geräte in seine Nähe kommen. Für die Kommunikation setzt er auf die Frauen: Die Gattinnen der IS-Führer übermitteln mündliche Botschaften.

Finanzierung: Die Terrormiliz finanziert sich vor allem mit Kidnapping und der Ausbeutung der eroberten Ölfelder.

Militär: Die Erfolge im Feld verdankt die Terrormiliz der Zusammenarbeit mit früheren Armeeangehörigen von Saddam Hussein. Namentlich genannt wird der einstige Geheimdienstchef Fadel al-Hayali. Diese Baathisten befehligen einen sogenannten Sicherheitsrat, der für Entführungen, Verhöre und Hinrichtungen zuständig ist.

Al-Bagdadi: Der Terrorchef fährt regelmässig zu Treffen mit anderen IS-Führern nach Rakka, der de-facto-Hauptstadt des sogenannten IS-Kalifats.

Erste Erfolge konnten die USA dank den Unterlagen bereits erzielen: So soll etwa der am 31. Mai getötete IS-Führer Abu Hamid aufgrund von Hinweisen aus diesen Daten lokalisiert und getötet worden sein.

US-Elitetruppen haben die Daten bei einer Razzia in Syrien am 16. Mai erbeutet, als sie das Haus des IS-Führers Abu-Sayyaf stürmten und diesen töteten. Dabei nahmen sie dessen Frau Umm Sayyaf fest. Diese gab laut der «New York Times» ebenfalls wertvolle Informationen über den IS preis.

(kko/sda)

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