Schweizer Hoffnungen für Biden-Ära: «Es braucht mehr Frieden und weniger Hass»
Publiziert

Schweizer Hoffnungen für Biden-Ära«Es braucht mehr Frieden und weniger Hass»

Mehr Klimaschutz, bessere Handelsverträge und ein funktionierendes Gesundheitssystem: Vertreter aus der Schweizer Politik und Wirtschaft verraten, was sie sich vom neuen US-Präsidenten erhoffen.

von
Leo Hurni
Raphael Knecht
1 / 13
«Ich erwarte von Joe Biden, dass sich die USA mit Biden wieder mehr in internationale Organisationen einbringt. Damit meine ich vor allem auch den Wiedereintritt zum Pariser Klimaabkommen, den Biden angekündigt hat. Die USA hat eine grosse Verantwortung – mit Biden soll nicht mehr nur ‹America First› gelten.»
Claudia Friedl, SP-Nationalrätin

«Ich erwarte von Joe Biden, dass sich die USA mit Biden wieder mehr in internationale Organisationen einbringt. Damit meine ich vor allem auch den Wiedereintritt zum Pariser Klimaabkommen, den Biden angekündigt hat. Die USA hat eine grosse Verantwortung – mit Biden soll nicht mehr nur ‹America First› gelten.»

zVg
«Mit dem Amtsantritt von Biden und Harris leuchtet am weltpolitischen Horizont mehr Licht. Ich hoffe, dass die USA zu einem respektvollen, menschlichen politischen Stil zurückfindet. Europa und die USA müssen ihr Verständnis für den freien Markt und fairen Handel neu finden – dabei darf auch die Klimapolitik nicht zu kurz kommen. Wenn es gelingt, den respektvollen und konstruktiven Dialog zu stärken, profitiert davon die ganze Gesellschaft. Interessant wird auch sein, wie es mit dem Gesundheitssystem und Obamacare weitergeht.»
Philomena Colatrella, CEO der CSS

«Mit dem Amtsantritt von Biden und Harris leuchtet am weltpolitischen Horizont mehr Licht. Ich hoffe, dass die USA zu einem respektvollen, menschlichen politischen Stil zurückfindet. Europa und die USA müssen ihr Verständnis für den freien Markt und fairen Handel neu finden – dabei darf auch die Klimapolitik nicht zu kurz kommen. Wenn es gelingt, den respektvollen und konstruktiven Dialog zu stärken, profitiert davon die ganze Gesellschaft. Interessant wird auch sein, wie es mit dem Gesundheitssystem und Obamacare weitergeht.»

CSS
«Die Unruhen und die Todesfälle im Zusammenhang mit dem Rassimus in den USA fand ich schrecklich, ich wünsche mir, dass Joe Biden dieses Problem in den Griff bekommt. Es braucht mehr Frieden und weniger Hass. International wünsche ich, dass Amerika wie von Biden angekündigt als Grossmacht im Pariser Klimaabkommen wieder mitmacht. Doch man muss auch verstehen, dass Biden jetzt erstmals Zeit braucht, um sich in seiner neuen Rolle als US-Präsident zurechtzufinden.»
Anna Giacometti, FDP-Nationalrätin

«Die Unruhen und die Todesfälle im Zusammenhang mit dem Rassimus in den USA fand ich schrecklich, ich wünsche mir, dass Joe Biden dieses Problem in den Griff bekommt. Es braucht mehr Frieden und weniger Hass. International wünsche ich, dass Amerika wie von Biden angekündigt als Grossmacht im Pariser Klimaabkommen wieder mitmacht. Doch man muss auch verstehen, dass Biden jetzt erstmals Zeit braucht, um sich in seiner neuen Rolle als US-Präsident zurechtzufinden.»

Tamedia AG

Am Mittwoch wird der neue US-Präsident Joe Biden offiziell als 46. Präsident der USA vereidigt. Damit soll die US-amerikanische Politik einen Richtungswechsel erhalten. Biden plant, sich vermehrt für den Klimaschutz einzusetzen und auch eine Weiterentwicklung des Gesundheitssystems «Obamacare» ist geplant.

Auch die Schweiz schaut gespannt auf die kommenden vier Jahre US-Politik. Viele Schweizer Politiker erhoffen sich ein Freihandelsabkommen. Wirtschaftsvertreter möchten, dass bald Schluss mit Strafzöllen ist.

«Mit Biden soll nicht mehr nur ‹America First› gelten», sagt SP-Nationalrätin Claudia Friedl zu 20 Minuten. Und CSS-Chefin Philomena Colatrella wünscht sich, dass die USA zu einem «respektvollen, menschlichen politischen Stil» zurückfindet. Was die Schweizer Politik und Wirtschaft sonst noch von Biden erwarten, siehst du oben in der Bildstrecke.

Erste Amtshandlung

Das alles plant Biden an Tag eins

Der neue US-Präsident hat bereits angekündigt, was eine seiner ersten Amtshandlungen sein soll: Per Dekret will Joe Biden in seinen ersten Stunden als US-Präsident Entscheidungen der Regierung Donald Trumps in den Bereichen Klima, Migration und Corona-Pandemie rückgängig machen. Insgesamt will Biden in den ersten Stunden 15 Exekutivanordnungen unterzeichnen. Zu den Massnahmen gehören nach Angaben aus dem Umfeld des 78-Jährigen die Beendigung des Mauerbaus an der Grenze zu Mexiko, ein Ende pauschaler Einreiseverbote für Bürger mehrerer muslimisch geprägter Staaten, der Wiedereintritt in das Pariser Klimaabkommen sowie die Rückkehr zur Weltgesundheitsorganisation (WHO), der die scheidende US-Regierung in der Corona-Pandemie den Rücken gekehrt hatte. Der neue Präsident will die Anordnungen demnach fast unmittelbar nach seinem Amtseid vor dem Kapitol in Washington unterzeichnen, das Anhänger des scheidenden Präsidenten Trump in einer beispiellosen Aktion am 6. Januar gestürmt hatten. (DPA)

Deine Meinung

279 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Ach so

21.01.2021, 23:41

Nicht länger "America First". Ist es nun also offiziell, das die Demokraten nicht wirklich im Interesse der USA handeln? Wobei... Zu dieser Erkenntnis gelangt man auch, wenn man sich ansieht, welche Gruppen die Demokraten unterstützen. :-)))

RagnarRök

21.01.2021, 17:13

Was macht das Biden Beiträgli und der Rubrik Schweiz.

masquerade

21.01.2021, 14:53

Bitte mal schön abwarten, bevor man den beiden Vorschusslorbeeren schenkt. Schön erzählen können sie alle von der Kanzel. Ich würde mir zukünftig vor allem weniger Amerika wünschen.