Aktualisiert 09.02.2015 19:12

Prozess um Strauss-Kahn

Das wurde im DSK-Prozess alles gesagt

Die erste Woche im Zuhälter-Prozess von Lille ist vorbei. Was erzählten bisher die Prostituierten, was die Angeklagten? Die pikantesten Aussagen.

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Dominique Strauss-Kahn verlässt am 16. Februar das Gerichtsgebäude.

Dominique Strauss-Kahn verlässt am 16. Februar das Gerichtsgebäude.

Keystone/AP/Michel Spingler
Gute Laune? Dominique Strauss-Kahn sagt am 12. Februar 2015 zum dritten Mal im Zuhälterei-Prozess aus.

Gute Laune? Dominique Strauss-Kahn sagt am 12. Februar 2015 zum dritten Mal im Zuhälterei-Prozess aus.

Keystone/AP/Michel Spingler
Es ging um 37 SMS, die der ehemalige IWF-Chef mit anderen Angeklagten zwischen Juni 2009 und Ende 2010 ausgetauscht hatte. Ausserdem musste er sich wegen einer «Junggesellenwohnung» in Paris rechtfertigen.

Es ging um 37 SMS, die der ehemalige IWF-Chef mit anderen Angeklagten zwischen Juni 2009 und Ende 2010 ausgetauscht hatte. Ausserdem musste er sich wegen einer «Junggesellenwohnung» in Paris rechtfertigen.

Keystone/AP/Michel Spingler

Im Zuhälterei-Prozess um den einstigen IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn sind in der ersten Verhandlungswoche einige der Angeklagten und der Zeugen ausführlich befragt worden. Wer sagte was? Eine Zusammenstellung der brisantesten Aussagen:

Jade, Prostituierte

«Ich hörte über ein Baby-Phone mit, ob ein Kunde das Lokal betrat. Dann machte ich mich bereit, wie wenn ich ein Stück Fleisch wäre. Wir stellten uns alle auf, Dunkelhäutige, Asiatinnen, Dicke, Schlanke. So hatte der Kunde was zum Aussuchen.»

«Dodo La Saumure sagt, dass alle Prostituierte in seinen Etablissments als Freischaffende tätig sind. Ich habe in zwei Jahren keine einzige Frau getroffen, die als Selbstständig-Erwerbende für ihn arbeitet.»

«Wir wurden gezwungen, Alkohol zu trinken, damit die Kunden mehr ausgeben. Eines Tages hatte ich so viel getrunken, dass ich Blut erbrochen habe. Ich ging zur Chefin und sagte, ich könne nicht mehr trinken. Sie sagte zu mir, ich solle zurück an die Bar gehen und weiter trinken, sonst würde ich für den Tag meine Provision verlieren.»

Laura, Prostituierte

«Wir sassen alle hinter einem Vorhang, nur mit einem Bademantel gekleidet. Ich fühlte mich wie Ware, wie eine Frau, die man kaufen oder mieten kann.»

Dodo La Saumure (65), Bordellbetrieber

«Ich kenne das Gesetz. Wenn ich eine Frau entführe, dann ist das ein Verbrechen. Wenn sie selber zu mir kommt, dann war das ihre Wahl.»

«Manche Mädchen, die bei mir arbeiten, haben einen IQ von 25. Zum Glück kümmern sich Leute um sie, die die Maturaprüfung mit besten Noten bestanden haben.»

René Kojfer (74), PR-Verantwortlicher im Luxushotel Carlton

«Ich habe ein 18-jähriges Mädchen kennengelernt. Ich habe mit ihr geflirtet. Ich war sofort in sie verliebt. Das ist doch nicht verboten.»

Joel Specque, ehemaliger Polizeichef von Lille

«Es wurden Telefone im Rahmen einer Präventionskampagne gegen dem organisierten Verbrechen abgehört.»

Emmanuel Riglaire, Geschäftsmann, der Zuhälterei angeklagt

«Die Abhöraktionen wurden aufgegleist, um den ehemaligen Chef des Internationalen Währungsfonds zu Fall zu bringen.»

Dominique Strauss-Kahn soll voraussichtlich am kommenden Dienstag befragt werden.

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