Aktualisiert 08.02.2010 09:39

PrognoseDas zarte Pflänzchen beginnt zu wachsen

Bislang war der Aufschwung nur ein zartes Pflänzchen, doch nun haben die UBS-Ökonomen ihre Erwartungen für 2010 nach oben korrigiert: Sie rechnen mit einer beschleunigten Wirtschaftsleistung und prognostizieren ein Wachstum von 2,0 Prozent. Auch eine Umfrage bei Unternehmen bestätige diese Entwicklung.

Die Wirtschaft erholt sich (Bild: Colourbox.com)

Die Wirtschaft erholt sich (Bild: Colourbox.com)

Die Rezession sei in der Schweiz vorbei, die Wirtschaft wachse wieder, hält die UBS in ihrem vierteljährlichen «Outlook» fest. Prognostizierten die Ökonomen der Grossbank bisher noch ein Wachstum von 1,7 Prozent im laufenden Jahr, rechnen sie nun mit einem solchen von 2,0 Prozent.

Einen positiven Beitrag zum Wirtschaftswachstum erwartet die UBS von den Ausrüstungsinvestitionen, den Nettoexporten und den Bauinvestitionen. Dabei stützten Zuwanderung und rekordtiefe Hypothekarzinsen die zunehmende Nachfrage nach Wohnraum, hiess es. Zudem werde die Zuwanderung auch den Konsum weiterhin positiv beeinflussen, wohingegen sich der erwartete Anstieg der Arbeitslosigkeit negativ auf die Konsumausgaben auswirken werde.

Ab Herbst steigen die Zinsen

Die hohe Arbeitslosigkeit sorgt laut der UBS zusammen mit der tiefen Kapazitätsauslastung und dem starken Franken für einen relativ geringen Inflationsdruck. Die Grossbank rechnet 2010 mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von 0,6 Prozent. Bei den Zinsen prognostiziert sie erst ab Herbst einen - dann aber relativ zügigen - Anstieg.

Ihre allgemein positive Beurteilung der Wirtschaftsentwicklung sehen die Ökonomen im Konjunkturindikator bestätigt, der sich von minus 0,6 im dritten Quartal 2009 auf 0,9 im vierten Quartal und nun auf 1,4 in den ersten drei Monaten 2010 verbesserte. Gemäss dieser Umfrage bei rund 650 Unternehmen scheine die Trendwende in der Schweizer Industrie nach dem schwierigen 2009 in Sicht, schreibt die Grossbank dazu.

Tourismusbranche zeigt sich verhalten

Die von der Krise stark in Mitleidenschaft gezogene Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie erwarte im ersten Quartal 2010 erstmals wieder im Jahresvergleich unveränderte oder gar leicht steigende Umsätze. Die Uhrenindustrie hoffe ebenfalls, eine Stabilisierung zu erreichen, und auch im Dienstleistungssektor rechneten die Umfrageteilnehmer, im ersten Quartal wieder auf das Niveau des Vorjahres zu kommen.

Vergleichsweise pessimistisch hätten sich hingegen die Detailhändler und die Tourismusbranche geäussert. Beide Sektoren erwarteten einen weiteren Gewinnrückgang. Stark eingebrochen ist laut UBS zudem Ende 2009 die Druck- und Medienbranche. Die Preise seien noch stärker gefallen als im Vorjahr und der Personalabbau habe sich beschleunigt. Die Branche gehe aber davon aus, dass sich die Situation in den ersten Monaten 2010 stabilisiere. (sda/dapd)

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