Das Zelebrieren eines Lebensgefühls
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Das Zelebrieren eines Lebensgefühls

Die Ausstellung «Punk - A True And Dirty Tale» ist der Glanzzeit des Londoner Punks gewidmet. Die vor 30 Jahren als politische und gesellschaftliche Gegenreaktion entstandene Punk-Ära ist mehr als nur eine Musikrichtung. Es ist ein Lebensgefühl: Rock'n'Roll, Sex Pistols, Vivienne Westwood, Sicherheitsnadeln, Rasierklingen, No Future, «God S(h)ave The Queen», Hass und Anarchie.

Die Anfang Oktober eröffnete Ausstellung zeigt in ihrer umfassenden Schau Mode von Vivienne Westwood, Plakate und Plattencover des Sex-Pistols-Grafikers Jamie Reid sowie vergilbte Liedertexte der legendären Punkband. «Die heutige Generation hat die schockierenden Inhalte der Bewegung inzwischen verstanden und akzeptiert», sagte der Londoner Kunsthändler und Punk-Sammler Paul Solper im AP-Gespräch.

Gezeigt werden Schock-Poster, wie Reids Plakat für die Pistols Single «God Save The Queen» aus dem Jahr 1977, das die Queen mit einer Sicherheitsnadel durch die Lippen darstellt. Auf einem anderen Poster, das das Cover des «Never Mind (The Bollocks)»-Albums abbildet, befinden sich angeblich Blutspuren des Bassisten Sid Vicious und seiner Freundin Nancy Spungen. Diese sollen durch Heroinnadeln auf das Poster gekommen sein. Später wurde Vicious beschuldigt, seine Freundin in einem Hotelzimmer in New York umgebracht zu haben. Bevor er vor Gericht gestellt werden konnte, starb er allerdings an einer Überdosis.

Die Ausstellung in der Hospital Gallery konzentriert sich auch auf die provokante Kleidung. In Vitrinen sind zerrissene mit Sicherheitsnadeln gehaltende T-Shirts mit Hass-Aufdrucken und Hosen im Schottenmuster zu sehen, die fast alle von Kult-Punk-Designerin Vivienne Westwood entworfen wurden und bis heute einen einzigartigen Trend in der Mode setzten.

Punk war eine neue Art sich auszudrücken. Für viele junge Briten bedeutete die Ära eine Möglichkeit ihren Ärger und Frust über Politik, Wirtschaft und Spiessbürgertum freien Lauf zu lassen. Die Sex Pistols trafen mit ihrer Musik den Zeitgeist. Nach dem Aus der Pistols Ende der 70er Jahre lebt Punk auch heute in vielen Musikstilen weiter. «Die Sex Pistols sind wie eine ansteckende Krankheit. Sie sind unbestechlich!», sagte Manager Malcon McLaren über das Phänomen.

Die Ausstellung «Punk - A True And Dirty Tale» ist noch bis 23. Januar 2005 in der Hospital Gallery in London zu sehen.

(dapd)

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