Zu Oralsex gezwungen: «Das Zelt war blutverschmiert»
Aktualisiert

Zu Oralsex gezwungen«Das Zelt war blutverschmiert»

Der sexuelle Übergriff eines Unbekannten auf eine Besucherin (17) überschattet das Openair in Wohlen. 20 Minuten Online sprach mit dem Opfer. Sie schildert, was im Zelt passierte.

von
A. Hirschberg
Wohlen

Eigentlich hätte das «Touch The Air Festival» eine fröhliche Angelegenheit werden sollen. Bereits am Donnerstagabend waren rund 10 000 Besucher da. Einen Tag später ist die Stimmung gedrückt. Die schlimme Nachricht, dass eine 17-jährige Frau in der Nacht von einem Unbekannten im Zelt zu Oralsex gezwungen wurde, machte die Runde. «Ich bin beunruhigt, so etwas hätte ich nie erwartet», so eine jugendliche Festivalbesucherin, die trotz dem Vorfall bleiben wird. Eine andere sagt: «Der Übergriff macht Angst, ich bin mit Kolleginnen hier, wir bleiben jetzt alle immer zusammen.»

Das Opfer selber wurde inzwischen von seiner Mutter abgeholt. 20 Minuten Online konnte mit der Frau aus dem Kanton Baselland zuvor reden. «Ich bin immer noch in einem Schockzustand, ich spüre nichts», sagt die 17-Jährige. Dann beginnt die Jugendliche, die in einen grauen Kapuzenpulli gehüllt ist, von der Tatnacht zu erzählen.

Anfänglich sei sie mit einem Kollegen im Zelt gewesen, der dann aber das Zelt wieder habe verlassen müssen. Den Täter, der sich ins Zelt schlich, hielt sie im Schlaf zunächst für ihren Kollegen. Erst als er ihr den Schlafsack wegriss, realisierte sie, dass etwas nicht stimmte. Doch dann war es schon zu spät. «Er drückte mir das Messer an den Hals und sagte, wenn ich einen Pieps mache, steche er zu.» Dann habe er sie zum Oralsex gezwungen und ihr die Kleider dabei aufgeschnitten. Davon hat die 17-Jährige laut eigenen Aussagen Kratzer davongetragen.

«Ich hatte Todesangst»

Die Baselbieterin traute sich nicht, um Hilfe zu schreien - sie habe Todesangst gehabt. Wie die Kapo Aargau mitteilte, liess der Täter ein Messer im Zelt zurück. Dieses war laut der 17-Jährigen mit Blut verschmiert. «Auch im Zelt und auf meinen Kleidern war Blut», fügt sie an. Sie geht davon aus, dass sich der Unbekannte bei der Tat mit seinem eigenen Messer verletzt hat.

Roland Pfister, Sprecher der Kapo Aargau, will dies weder bestätigen noch dementieren. Spezialisten der Spurensicherung seien daran, die Tatwaffe zu untersuchen. Beschreiben kann die junge Frau den Täter nicht. «Es war dunkel und er trug einen Kapuzen-Pullover, ich hab ihn nicht richtig gesehen», sagt sie. Der Täter soll zwischen 18 und 25 Jahren alt sein.

Das «Touch The Air Festival» geht trotz des Verbrechens weiter. Mediensprecher Ferris Bühler spricht von einem «extrem bedauerlichen Vorfall». Gemäss Bühler wird es ab sofort noch mehr Patrouillen in der Nacht geben. Zudem werden die Besucher über Lautsprecher aufgefordert, aufeinander zu schauen. Die Polizei rät ferner, nicht alleine im Zelt zu schlafen.

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Zeugenaufruf:

Die Kantonspolizei Aargau Ost in Baden (Tel. 056 200 11 11) bittet Personen, welche verdächtige Beobachtungen machten, sich zu melden.

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