«Handgranaten»: «Dass Kinder Gewalt-Spiele zocken, interessiert die Eltern ja auch nicht»

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«Handgranaten»«Dass Kinder Gewalt-Spiele zocken, interessiert die Eltern ja auch nicht»

Die Armee hat an einer Ausstellung Kinder Spielzeuggranaten werfen lassen, was für Kritik gesorgt hat – das wiederum kann der Grossteil der 20-Minuten-Community nicht nachvollziehen.

von
Deborah Gonzalez
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Dass Kinder an einem Militär-Event «Handgranaten» werfen durften, fanden einige Besuchende nicht gut.

Dass Kinder an einem Militär-Event «Handgranaten» werfen durften, fanden einige Besuchende nicht gut.

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Die 20-Minuten-Community versteht die Kritik nicht.

Die 20-Minuten-Community versteht die Kritik nicht.

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Darum gehts

Die Schweizer Armee hat Besuchende der Wega, der grössten Messe im Kanton Thurgau, dazu eingeladen, ihrem Beruf näher zu kommen. Dass daraufhin Kinder mit Handgranatenattrappen werfen oder in einen Panzer klettern durften, stiess einigen schlecht auf: Es sei nicht kindgerecht und völlig unpassend wegen des Ukraine-Kriegs – so der Tenor.

Die 20-Minuten-Community sieht das allerdings ganz anders und findet klare Worte in der Kommentar-Sektion des Artikels:

«Wie ist das denn, wenn sie ein paar Jahre später Shootergames spielen?»

Miss_Marpel etwa schreibt: «Juhu wieder etwas für die Wutbürger. Aber was sonst auf Handys, Gewalt-Spielen, Facebook, Tiktok und Instagram bei Minderjährigen ohne elterliche Aufsicht läuft, angeschaut und geteilt wird, interessiert niemanden.» Ähnlich sieht es inur: «Ich verstehe das Problem nicht. Die Eltern oder auch die Kinder können entscheiden, ob sie das tun möchten – ich finde es nicht schlimm.» Und weiter fragt er: «Wie ist das denn, wenn sie ein paar Jahre später Shootergames spielen?» «Aber dass die Kinder Gewalt-Spiele zocken, geht in Ordnung?», fragt auch kr3.

Auch m0r4x sieht das Problem nicht: «Dass die Spielzeugläden voll sind mit Waffenattrappen ist nicht schlimm?» Krassmann schreibt, dass es sich hierbei um Übungsgranaten handele. Also: «Völlig ungefährlich», sagt er. Momo03 versucht indes, auf andere Probleme aufmerksam zu machen: «Die Welt brennt! Es gibt wirklich andere Baustellen ...»

«Niemand hatte danach Albträume»

Leser esh war sogar vor Ort, wie er schreibt: «Wir waren mit unseren Kindern (6 und 7) gleich zweimal dort. Wir fanden es spannend, und niemand hatte danach Albträume.» Zudem sei der Lerneffekt für die Kleinen gross: «Als sie mit der Biathlonwaffe per Laser zu treffen versuchten, haben sie gemerkt, dass richtig schiessen mehr erfordert, als einfach wild rumzuballern.» Ausserdem appelliert er an die Eltern: «Wir haben auch eine Erziehungspflicht. Aber lieber lässt man die Kinder Fortnite und Ähnliches spielen …»

Auch Impf kennt den Mehrwert solcher Veranstaltungen: «Ist doch toll für die Kinder, ich hatte immer Freude, wenn das Militär im Dorf war. Es gab Schoggi und viele spannende Gerätschaften zu sehen. Auch im Dienst war es immer schön, den Kleinen Schoggi zu geben und ihnen das Militärzeugs zu erklären.»

«Warum lassen die Eltern ihre Kinder dahin und damit spielen?»

Fidimagögis schreibt: «Panzer und Handgranaten gehören nun mal zum Militär. Warum sollen Kinder damit nicht konfrontiert werden?» Genauso sieht es auch WeylandYutani: «Je mehr die Kinder mit der Realität konfrontiert werden, umso besser können sie in Zukunft damit umgehen und vielleicht auch die Welt zumindest teilweise zu einer besseren verändern.» 

Zwei weitere Leser*innen fragen sich, wieso Eltern an der Veranstaltung teilnehmen, um diese danach öffentlich zu kritisieren. larner83 etwa schreibt: «Früher trugen wir an der Fasnacht die Spielzeugpistolen und waren stolz darauf. Da gab es kein Theater. Warum lassen die Eltern denn überhaupt ihre Kinder dahin und damit spielen?»

Und abc078 schreibt: «Die Frage ist doch eher, warum man mit kleinen Kindern dorthin geht. Ist ja schliesslich klar, dass es bei der Schweizer Armee nicht um Disney Filme geht.» Es liege in der Verantwortung der Eltern, in welchem Alter sie ihre Kinder über Kriege und die Aufgaben einer Armee informieren. Und weiter: «Es muss ja niemand hingehen, der nicht will.»

«Viel zu viele Militär-Fanatiker»

Doch nicht alle sind gegen die angeführte Kritik. Ein Instagram-User etwa schreibt: «Es ist zu absolut keinem Zeitpunkt angebracht. Kinder dahingehend zu sensibilisieren dass Waffen okay sind, dass Krieg in Ordnung oder gar notwendig sei, ist nicht nur traurig, sondern auch eine Schweinerei.» Genauso sieht es Martin B.: «Es gibt leider auch bei uns noch viel zu viele Militär-Fanatiker.»

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