08.04.2020 20:06

Blocher kritisiert Bundesrat

«Dass Masken nicht schützen, war Notlüge»

SVP-Stratege Christoph Blocher übt heftige Kritik an Bundesrat Alain Berset und am Bundesamt für Gesundheit. Er hat sich mit seiner Frau abgeschottet.

von
tam
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SVP-Politiker Christoph Blocher übt heftige Kritik an Bundesrat Alain Berset und dem Bundesamt für Gesundheit.

SVP-Politiker Christoph Blocher übt heftige Kritik an Bundesrat Alain Berset und dem Bundesamt für Gesundheit.

Keystone/urs Flueeler
Der Alt-Bundesrat sagt, es sei gefährlich, wenn Berset die Gesundheitslage über alles stelle. Eine funktionierende Wirtschaft sei von eminenter Bedeutung für die Volksgesundheit.

Der Alt-Bundesrat sagt, es sei gefährlich, wenn Berset die Gesundheitslage über alles stelle. Eine funktionierende Wirtschaft sei von eminenter Bedeutung für die Volksgesundheit.

Keystone/Walter Bieri
Gesundheitsminister Berset habe es auch unterlassen, die Schweiz auf eine Pandemie vorzubereiten.

Gesundheitsminister Berset habe es auch unterlassen, die Schweiz auf eine Pandemie vorzubereiten.

Keystone/Peter Klaunzer

Die Corona-Krise hat die Schweiz fest im Griff. Es wird über Exit-Strategien und die wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns diskutiert. Diese Fragen beschäftigen auch Alt-Bundesrat und SVP-Stratege Christoph Blocher. In der «Handelszeitung» äussert er sich dazu und holt zum Rundumschlag aus. Er kritisiert Gesundheitsminister Alain Berset, das Bundesamt für Gesundheit und die Unternehmen.

Im Interview sagt er, es sei gefährlich, wenn Berset die Gesundheitslage über alles stelle. Man vergesse, dass eine funktionierende Wirtschaft von eminenter Bedeutung für die Volksgesundheit sei. «Herr Berset muss gute Gründe haben, weshalb er die Wirtschaft so schädigt. Wir können nicht alles zulassen, bis kein Einziger mehr angesteckt werden kann.»

«Nicht vorbereitet auf Pandemie»

Berset habe es auch unterlassen, die Schweiz auf eine Pandemie vorzubereiten. «Er hat die geeigneten Massnahmen nicht angeordnet.» Versagt hätten «vielleicht mehrere Ämter, aber sicher das Bundesamt für Gesundheit». Ein Beispiel seien fehlende Vorräte für die Krise: «Dass Masken nicht schützen, war eine Notlüge, weil der Bundesrat nicht zugeben wollte, dass er nicht genügend Schutzmasken eingelagert hatte.»

Der SVP-Stratege kritisiert auch die Wirtschaft: «Welches Unternehmen, das am 16. März geschlossen hat, hat bereits am 17. März kein Geld mehr? Dann kann etwas auch nicht stimmen.» Für die Notkredite des Bundes hat Blocher zwar Verständnis, doch ein wichtiger Punkt fehlt ihm: «Man hätte die Banken stärker mit ins Risiko nehmen müssen. Dann hätten sie die Kredite im eigenen Interesse sorgfältiger geprüft, als das heute der Fall ist.»

Sich mit seiner Frau abgeschottet

Blocher, der sich laut eigenen Angaben zusammen mit seiner Frau abschottet hat, fordert eine baldige, schrittweise und risikobasierte Öffnung des öffentlichen Lebens unter Einhaltung gewisser Massnahmen wie der Maskentragpflicht im Kontakt mit Menschen. (tam/sda)

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