Clubhouse - Daten von 1,3 Millionen Nutzerinnen und Nutzern landen im Netz
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ClubhouseDaten von 1,3 Millionen Nutzerinnen und Nutzern landen im Netz

Auf die Audio-App Clubhouse gibt es seit Wochen einen Run: Nun sind in einem Hackerforum Daten aufgetaucht, die von der App stammen sollen. Expertinnen und Experten warnen vor den potenziell gefährlichen Folgen.

von
Tobias Bolzern
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Die Audio-App Clubhouse steht bei vielen hoch im Kurs. 

Die Audio-App Clubhouse steht bei vielen hoch im Kurs.

20min/Marco Zangger
In einem Hackerforum sind jetzt gesammelte Angaben von Nutzerinnen und Nutzern aufgetaucht.

In einem Hackerforum sind jetzt gesammelte Angaben von Nutzerinnen und Nutzern aufgetaucht.

Cybernews.com
Der Datensatz enthält Angaben zu Followern, Usernamen und Links zu Social-Media-Profilen. 

Der Datensatz enthält Angaben zu Followern, Usernamen und Links zu Social-Media-Profilen.

Cybernews.com

Darum gehts

  • Die Audio-Plattform Clubhouse ist die App der Stunde.

  • Nutzen kann man das soziale Netzwerk bisher nur auf Einladung.

  • Nun sind Profildaten von Userinnen und Usern im Internet aufgetaucht.

  • Laut Clubhouse gab es aber kein Datenleck bei der App.

In einem Hackerforum ist ein Datensatz aufgetaucht, der die Angaben von mehr als 1,3 Millionen Nutzerinnen und Nutzern von Clubhouse enthalten soll. Die App ist seit Wochen hoch im Kurs. Zugang zu Clubhouse erhält nur, wer eingeladen wird. Erst dann kann man den Audio-Chats zuhören oder sich aktiv beteiligen.

Der nun geteilte Datensatz erhält nun detaillierte Angaben zu Nutzerinnen und Nutzern. Etwa, von wem sie zur App eingeladen wurden, Usernamen, Links zu anderen Social-Media-Profilen wie Instagram und Twitter sowie Angaben zur Anzahl an Followern. Laut Cybernews.com enthält das Archiv keine sensiblen Daten wie Passwörter oder Kreditkartendaten.

«Kein Hack!»

Gibt es also ein Datenleck bei der Hype-App? «Nein», sagt Clubhouse-CEO Paul Davidson. «Wir wurden nicht gehackt. Bei den Daten handelt es sich um öffentliche Profilinformationen aus der App», sagte Davidson laut der Tech-Website Theverge.com an einem internen Meeting.

Die Daten der Nutzerinnen und Nutzer wurden offenbar über eine sogenannte Softwareschnittstelle (API) abgegriffen. «Wenn jeder massenhaft öffentliche Profildaten sammeln und herunterladen kann, kann dies schwerwiegende Folgen für die Privatsphäre haben», kritisiert Cybernews.com den Vorgang.

Warnung vor Attacken

So könnten die Daten genutzt werden, um Phishing-Attacken gegen Clubhouse-Mitglieder zu starten, erklärt die Plattform. Auch wäre es möglich, die öffentlichen Clubhouse-Daten mit Daten von älteren Datenlecks zu kombinieren, um so die Identitäten von Nutzerinnen und Nutzern zu klauen, warnen die Experten.

Datenschützer hatten in der Vergangenheit Clubhouse mehrfach kritisiert. Denn wer seine Freunde, Familie oder Bekannte auf die App einladen möchte, muss seine gesamte Adressliste mit der amerikanischen Firma teilen. Dagegen wehren können sich die Kontakte nicht. Bis anhin gibt es die Clubhouse-App nur für iPhones. Wie die Gründer angekündigt haben, soll die Plattform aber bald auch auf Android-Smartphones laufen.

Facebook und Linkedin

Anfang April sind Daten von 533 Millionen Facebook-Nutzerinnen und Nutzern in einem Forum aufgetaucht. Darunter Email-Adressen, Handynummern, der Beziehungsstatus und Geburtstage. Betroffen von dem Leck sind auch 1,6 Millionen Facebook-Accounts aus der Schweiz.

Nur Tage später sorgte eine Meldung rund um die Networking-Plattform Linkedin für Aufsehen. Ebenfalls in einem Hackerforum wurde ein Archiv mit Informationen von angeblich von 500 Millionen Linkedin-Profilen zum Verkauf angeboten. Bei dem Datensatz handelt es sich nach Angaben von Linkedin um kombinierte Daten einer Reihe von Websites und Unternehmen. Die öffentlich einsehbaren Profildaten seien durch sogenanntes Scraping abgegriffen worden. «Es handelt sich nicht um ein Datenleck und es waren keine privaten Daten von LinkedIn Nutzern in den Daten enthalten, die wir überprüfen konnten», wie Linkedin mitteilte.

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