Aktualisiert 27.11.2009 11:45

«Lautundspitz»

Datenleck beim Partyportal?

Member des Partyportals «Lautundspitz» ärgern sich über ungebetene Werbeanrufe auf ihr Handy. Der Geschäftsführer versichert, nichts damit zu tun zu haben.

von
Manuel Bühlmann

Wer sich bei dem Partyportal «Lautundpitz» registriert hat, muss sich nicht wundern, wenn er auf seiner privaten Nummer von einem Callcenter angerufen wird und einen Krankenkassenvergleich aufgeschwatzt bekommt. Bei 20 Minuten Online haben sich mehrere Personen gemeldet, die sich darüber ärgern. «In den AGBs steht ausdrücklich, dass meine auf Lautundspitz hinterlegten Daten streng vertraulich behandelt werden. Es ist doch eine verdammte Schweinerei, dass ich jetzt mit Werbeanrufen belästigt werde», enerviert sich René D. (Name durch Red. geändert) in einem E-Mail an die Online-Redaktion. Auch der DJ Marc Delain macht seinem Ärger auf seiner Webseite Luft. Er schreibt: «Was haben die Kerle von Lautundspitz also mit Krankenkassen zu tun? Nun, sie verhökern halt Benutzerdaten und füllen damit ihre Kassen.»

Callcenter-Agentin gibt an, für Lautundspitz zu arbeiten

Diese Vermutung wird beim Anruf des Callcenters untermauert, denn dort wird im Namen von Lautundspitz abgenommen. Im Testanruf wurde 20 Minuten Online ein Wettbewerb schmackhaft gemacht, bei welchem es Gadgets aus der Unterhaltungselektronik zu gewinnen gibt. Voraussetzung zur Teilnahme ist, dass man seine Kontaktdaten wie E-Mail angibt. Die Frau am Apparat bestätigte auf Nachfrage, dass sie für Lautundspitz arbeite.

Partyportal versichert, nichts damit zu tun zu haben

Geschäftsführer Ronny Spitzli bestätigte auf Anfrage von 20 Minuten Online, vom Problem gehört zu haben. Er versichert, dass zu keinem Zeitpunkt Daten an Dritte weiterverkauft wurden. Das Problem liege bei Werbeanzeigen, die auf dem Portal platziert wurden: «Wir haben aber für diverse Krankenkassen Werbungen geschaltet. Bei den meisten konnte man auch etwas gewinnen und musste dafür seine Daten eingeben. Das Ganze fand aber auf externen Websites statt. Wir haben nur für diese Gewinnspiele geworben.»

«Das ist absolut unmöglich»

Doch René D. sagt auf Nachfrage: «Ich habe noch nie eine Krankenkassenwerbung angeklickt, geschweige denn meine Daten angegeben, das ist absolut unmöglich. Die wollen die Sache doch nur unter den Teppich kehren. Und warum sie keine Warnung auf der Homepage veröffentlichen, ist mir auch schleierhaft.»

Laut eigenen Angaben besitzt Lautundspitz eine der grössten Online-Bildersammlungen der Schweiz und Deutschlands. Das Schweizer Medienforschungsunternehmen weist dem Partyportal im vergangenen Monat 130 000 Unique Clients und 457 000n Visits aus.

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