Luzern: Datenschützer hatte 2009 ein Rekordjahr
Aktualisiert

LuzernDatenschützer hatte 2009 ein Rekordjahr

Der Luzerner Datenschützer hatte letztes Jahr so viel zu tun wie noch nie. Vor allem aus dem Bereich Sozialversicherungen bekam er viele Anfragen.

von
Lena Berger
Datenschützer Wermelinger.

Datenschützer Wermelinger.

Der Luzerner Datenschutzbeauftragte Amédéo Wermelinger kann nicht über Arbeitsmangel klagen: 2009 bearbeitete er 139 Fälle – zwölf Prozent mehr als im Vorjahr, wie dem gestern veröffentlichten Tätigkeitsbericht zu entnehmen ist. «Mir ist aufgefallen, dass sich in diesem Jahr deutlich mehr Leute gemeldet haben, die sich von Sozialämtern überwacht fühlten», sagt Wermelinger gegenüber 20 Minuten. Das liege vermutlich an der gesteigerten Sensibilität: «Die Leute werden immer autoritätskritischer und hinterfragen Handlungen der Behörden», so Wermelinger.

Die Kritik sei nicht immer unangebracht. «Es kommt vor, dass unter dem Vorwand, Kosten zu sparen, Grenzen überschritten werden», erklärt Wermelinger. Die Beurteilung liege im Einzelfall. Auch zum Krankenakten-Einsichtsrecht wurde er 2009 öfter angefragt.

Die erhöhte Empfindlichkeit steht laut Wermelinger in frappantem Widerspruch zum privaten Umgang mit Daten: Dort sei man trotz aller Gefahren weiter sehr freizügig. «Das ist wie bei einem Schwarm Heringe – alle schwimmen in die gleiche Richtung und jeder vertraut darauf, dass nicht er derjenige ist, der vom Hai erwischt wird», sagt der Datenschützer.

Deine Meinung