Datenschützer kritisiert die Schülerbeurteilung
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Datenschützer kritisiert die Schülerbeurteilung

Berns Lehrer legten Fichen über Schüler an, ohne die heiklen Daten ausreichend gegen Missbrauch zu schützen. Dagegen hat der Datenschützer protestiert. Der Fehler sei jetzt behoben worden.

Neue Kritik an der ohnehin umstrittenen Schülerbeurteilung: «Ich habe Problempunkte festgestellt», sagt der kantonale Datenschützer Markus Siegenthaler. Die Daten über die Schüler – etwa Sozialverhalten oder Fachkompetenz – werden zentral und während 15 Jahren gespeichert. «Das ist heikel», sagt Siegenthaler. «Es darf nicht sein, dass zum Beispiel ein findiger Schüler selber darauf zugreift.» Der Kanton müsse sicherstellen, dass nur der betroffene Lehrer die Fiche einsehen kann.

Das ist jetzt passiert. «Wir haben das Sicherheitssystem korrigiert», sagt Robert Furrer von der Berner Erziehungsdirektion. Die Lehrer müssten sich bei der Datenbank nun anmelden wie beim Online-Banking: mit einer Passwortliste zum Abstreichen. «Etwa ein Drittel der Lehrer schreiben die Beurteilungen am Computer», sagt Furrer. Die übrigen füllen sie von Hand aus. Ob die Nachbesserung nun dem Datenschutz genügt, kann Siegenthaler noch nicht sagen: «Das prüfen wir jetzt.»

Auch die Polizei wird gerügt

Die Berner Kantonspolizei führt eine Datenbank, die den Datenschutzansprüchen nicht genügt. «Das Problem ist ernst», sagt Datenschützer Markus Siegenthaler. Bis Ende 2002 hätte die Polizei den Mangel beheben sollen – getan hat sie es bis heute nicht. In der Datenbank werden Rapporte wie Berichte und Anzeigen gespeichert.

«Das sind sehr viele und heikle Daten», sagt Siegenthaler. «Die Polizei müsste protokollieren, wer darauf zugreift.» Dies, um zu verhindern, dass neugierige Polizisten Informationen abrufen, die sie nichts angehen. Zudem könnte festgestellt werden, wer heikle Informationen an die Öffentlichkeit brachte. Laut Datenschutzbericht will die Polizei das Problem bis Mitte Jahr beheben.

Daniel Barben

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