Zürich: Datenwolken im Web statt auf dem PC
Aktualisiert

ZürichDatenwolken im Web statt auf dem PC

Das wird unser Leben total verändern: Die Computerindustrie setzt auf Datenwolken statt auf Terabyte-starke PCs.

von
ahi/eri
Wolkig mit Aussicht auf Daten: Sogar PC-Programme werden übers Internet genutzt. (Bild: Nicolas Y. Aebi)

Wolkig mit Aussicht auf Daten: Sogar PC-Programme werden übers Internet genutzt. (Bild: Nicolas Y. Aebi)

In der Computerbranche findet derzeit eine Revolution statt. Sie ist vergleichbar mit jener in den Achtzigerjahren, als PCs Grossrechner verdrängten.

Das Zauberwort des Jahres 2010 heisst Cloud Computing: Programme werden nicht mehr auf dem Computer installiert, sondern als Service im Internet verbreitet. Die Datenwolken (Clouds) werden das Leben jedes Computernutzers verändern. Digitale Fotoalben oder Musikdatenbanken wie Pandora (in der Schweiz noch nicht nutzbar) sind erst der Anfang. Riesige Datenmengen werden überall und jederzeit zugänglich; auch auf Handys. Ein Backup erübrigt sich. Das Marktforschungsinstitut Gartner prophezeit traumhafte Wachstumsraten für Cloud Computing: Die weltweiten Umsätze dürften bis 2014 von aktuell 68 auf fast 150 Milliarden Dollar pro Jahr anschwellen. «Der Trend wird unsere Branche in den nächsten fünf bis zehn Jahren stark verändern», so Hauke Stars, Chefin von Hewlett Packard (HP) in der Schweiz. Stars geht davon aus, dass bis 2012 rund 80 Prozent der grössten Unternehmen der Welt Cloud Services beziehen. Diese Entwicklung wollen die Computerhersteller unter keinen Umständen verpassen. Kein Wunder, herrscht Nervosität im Markt: Bei der letzten Revolution schnurrten auch etablierte Grossrechnerhersteller zusammen, weil sie den Einzug der PCs verpasst hatten. Entsprechend erbittert war nun der Bieterkampf zwischen HP und Dell um den zukunftsträchtigen Speicherspezialisten 3Par. HP entschied ihn diesen Monat für sich. (ahi/eri/20 Minuten)

Die grossen Speicherwolken

Bei Cloud Computing («Rechnen in der Wolke») werden Rechenleistung, Daten­speicher und Programme über ein Netzwerk zur Verfügung ­gestellt. Dabei wird ein virtualisiertes Rechenzentrum mit ­Webtechnologien kombiniert (Internet, Intranet). Den Nutzern stehen fast beliebig grosse Ressourcen zur Verfügung, die ohne Verzögerung an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden können. Daten und Anwendungen sind überall abrufbar.

Deine Meinung