Virtueller Protest: Datingplattform ruft zu Firefox-Boykott auf
Aktualisiert

Virtueller ProtestDatingplattform ruft zu Firefox-Boykott auf

Die Betreiber des Dating-Portals Okcupid bitten ihre User darum, nicht mehr mit Firefox zu surfen. Grund: Mozilla-CEO Brendan Eich hat sich gegen die Homoehe engagiert.

von
ame

Die Nutzer der Dating-Plattform Okcupid suchen im Intrenet ihre grosse Liebe. Zurzeit bekommen sie beim Aufruf der Website aber statt flirtbereiter Singles eine Erklärung zu sehen – und diese hat wenig mit Liebesgeflüster zu tun. Die Betreiber von Okcupid rufen ihre User darin dazu auf, den Browser Firefox von Mozilla nicht mehr zu verwenden. Als Grund wird im Schreiben genannt, der neue Mozilla-CEO Brendan Eich sei schwulenfeindlich.

Eich sei ein Gegner von gleichen Rechten für homosexuelle Paare, heisst es in dem Text. «Wir würden es deshalb bevorzugen, dass unsere User keine Software von Mozilla verwenden würden, um die Okcupid-Website aufzurufen», so die Betreiber der Seite. Eich hatte im Jahr 2008 eine kalifornische Gesetzesinitiative gegen die Ehe homosexueller Paare mit einer Spende von 1000 Dollar unterstützt.

Nachricht erscheint nur mit Firefox-Browser

In der Erklärung heisst es weiter, dass acht Prozent aller Partnerschaften, die durch Okcupid vermittelt wurden, illegal wären, wenn «Leute wie Eich» das Sagen hätten. Gemeint sind: homophobe Personen. «Diejenigen, die Liebe verweigern und dafür Elend, Scham und Frustration verstärken, sind unsere Feinde und wir wünschen ihnen nichts als Versagen», schreibt der Datingriese dazu.

Die Nachricht erscheint nur, wenn die Seite mit Firefox geöffnet wird. Die entsprechenden Links zum Weitersurfen mit dem Internet Explorer, Google Chrome und Opera sind dem Statement angehängt. Weltweit dürften Millionen von Okcupid-Nutzern die Nachricht gelesen haben – auch in der Schweiz nutzen zahlreiche Flirtwillige die Dienste des kostenlosen Dating-Portals.

Mozilla spricht sich für Gleichberechtigung aus

Die Wahl von Brendan Eich zum neuen CEO von Mozilla sorgte wegen seiner Haltung zur gleichgeschlechtlichen Ehe für viel Aufregung. Deshalb hat Mozilla laut «chip.de» bereits am 29. März ein Statement veröffentlicht, in dem sich die Firma für die Unterstützung gleicher Rechte für lesbische, schwule, bisexuelle, transgender und transsexuelle Menschen ausspricht.

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