Preisexplosion am Bielersee - Dauercamper sollen weg – «Wir fühlen uns ausgenutzt oder vertrieben»
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Preisexplosion am BielerseeDauercamper sollen weg – «Wir fühlen uns ausgenutzt oder vertrieben»

Der neue Betreiber des Campingplatzes in Erlach BE will mehr Touristen anlocken. Dauercamper müssen weichen – oder fast dreimal so viel bezahlen.

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Fühlen sich ausgenutzt: Dauercamper Ruth und René Sinniger.

Fühlen sich ausgenutzt: Dauercamper Ruth und René Sinniger.

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Der neue Pächter verlangt fast dreimal so viel Miete wie der Vorgänger. 

Der neue Pächter verlangt fast dreimal so viel Miete wie der Vorgänger.

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«Unsere Preise sind absolut marktgerecht und resultieren aus den Kosten, die wir decken mussten», rechtfertigt Christian Brechbühl, Leiter des Campings Erlach, den Anstieg der Miete. 

«Unsere Preise sind absolut marktgerecht und resultieren aus den Kosten, die wir decken mussten», rechtfertigt Christian Brechbühl, Leiter des Campings Erlach, den Anstieg der Miete.

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Darum gehts

  • Der Campingplatz Erlach BE hat einen neuen Pächter.

  • Der will zweieinhalb bis dreimal so viel Miete wie sein Vorgänger.

  • Für ein Ehepaar ist der Preisaufschlag ein Schock: Nun müsse man den Gürtel enger schnallen.

  • Die neue Betreiberfirma rechtfertigt den höheren Preis mit den anfallenden Sanierungskosten.

Seit über 30 Jahren verbringen Ruth und René Sinniger ihren Sommer auf dem Campingplatz in Erlach am Bielersee. Bisher zahlten sie dafür 2300 Franken. Im Juni kam Post vom neuen Pächter: Der will statt 33 Franken pro Quadratmeter neu 82 Franken – für das Rentner-Ehepaar explodiert die Miete folglich auf 7500 Franken.

«Wir fühlen uns ausgenützt oder vertrieben, eines von beiden», sagt Ehemann René Sinniger gegenüber dem SRF Regionaljournal. Seine Frau ergänzt: «Bis jetzt konnten wir uns zwischendurch noch einen Ausflug gönnen. Das lag noch gut drin, aber jetzt liegt dann nicht mehr viel drin.»

«Preise resultieren aus den Kosten»

Die neue Betreiberfirma Camping Lodge will künftig weniger Dauercamper und mehr temporäre Camper und Touristen anlocken. Dafür wolle man aus dem Fleckchen «einen der schönsten Campingplätze der Schweiz» machen, sagt Christian Erlach, Gastgeber des Campings Erlach. So baut er kleine Häuschen, in denen man übernachten kann. Der Platz bedarf zudem einer umfassenden Sanierung: Die Abwasserkanäle sind von Zeltstangen durchbohrt, die Stromversorgung ist veraltet. Die Gemeinde, die eigentliche Besitzerin, investiert rund 1,7 Millionen Franken.

Für die Interessengemeinschaft Camping Erlach grenzt der neue Quadratmeterpreis an Wucher. Brechbühl wehrt sich gegen den Vorwurf: «Unsere Preise sind absolut marktgerecht und resultieren aus den Kosten, die wir decken mussten.»

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(sul)

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