Extrem-Wetter: Dauerregen, Erdrutsch, Überschwemmung
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Extrem-WetterDauerregen, Erdrutsch, Überschwemmung

Erdrutsch am Thunersee, Überschwemmungen im Tessin und in der Westschweiz – der Wetterumschwung hat viele Schäden angerichtet. Doch pünktlich zum 1. August solls wieder schön werden.

von
jam

Wenn das mal kein verregneter Montag ist: Innert 24 Stunden fiel in der Schweiz teilweise mehr Regen als sonst in einem ganzen Monat. Fast 120 Liter pro Quadratmeter waren es beispielsweise im solothurnischen Gösgen oder in Cressier und Villeneuve in der Waadt. Dort kam es zu Überschwemmungen auf der Autobahn, wie zahlreiche Bilder unserer Leser beweisen.

Auch im Tessin haben die Gewitter für überschwemmte Strassen gesorgt. Besonders betroffen war der Raum Lugano. Die Tessiner Polizei hatte aufgrund des Regens rund 600 Notrufe zu bewältigen. In Stadtzentrum von Lugano sowie bei Agno TI stand das Wasser einige Zentimeter hoch in den Strassen. Zusätzlich zum Regen wehten in der Magadinoebene starke Windböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 80 Kilometern pro Stunde. Nahe Locarno wurde der Verkehr durch gestürzte Äste behindert. Auch der Zugverkehr war von den Unwettern beeinträchtigt: Wegen umgestürzter Bäume auf italienischem Gebiet muss sowohl bei der Linie Chiasso TI - Mailand als auch bei der Linie Luino (I) - Malpensa (I) mit Zugausfällen und Verspätungen gerechnet werden.

Auf dem Bergkamm oberhalb von Biasca TI – in einer Höhe von 2000 Metern – mass MeteoSchweiz Spitzenwerte von bis zu 170 Stundenkilometern, sagte Meteorologe Fosco Spinedi.

Unwetter heimiswil

Erdrutsch am Thunersee

Am Thunersee kam es zu einem Erdrutsch. Die Hauptstrasse zwischen Gunten und Merligen musste vorübergehend gesperrt werden. «Etwa 10 bis 15 Kubikmeter Material waren auf die Strasse gestürzt», sagte der stellvertretende Strasseninspektor der Region Oberland Nord, Daniel Uhlmann, auf Anfrage. Die Stelle soll am Dienstag mit Netzen gesichert werden. Vielerorts im Kanton Bern mussten Feuerwehrleute Keller und Garagen auspumpen. Vom Unwetter war im Berner Oberland vor allem das Niedersimmental betroffen, wie die Berner Kantonspolizei weiter mitteilte. In Oey-Diemtigen fiel etwa ein Baum auf ein Auto. Der Fahrer blieb unverletzt.

Auf dem Bodensee gerieten zwei Segelboote in Seenot. Bei Sturmwinden von bis zu 70 km/h mussten am Sonntagnachmittag in Bregenz und Lochau zwei Boote Notsignale absetzen – auf einem davon war ein Kind mit dabei. Alle Personen auf den Booten sowie ein Schwimmer, der in der Bregenzer Bucht beinahe abgetrieben worden war, konnten mit Hilfe der Vorarlberger Polizei gerettet werden.

Furkaverbindung zeitweise gesperrt

Die Strassen- und Bahnverbindungen zwischen Uri und Wallis waren am Montag zeitweise unterbrochen. Die Bahnlinie wurde vorsorglich wegen Hochwassergefahr gesperrt, die Passstrasse war wegen eines Steinschlages blockiert.

Wie die Matterhorn Gotthard Bahn mitteilte, wurde die Bahnlinie Visp VS-Göschenen UR zwischen Oberwald VS und Hospental UR gesperrt. Nicht nur die Personenzüge zwischen Oberwald und Hospental fielen aus, sondern auch die Autozüge zwischen Oberwald und Realp UR. Am frühen Abend konnte die Störung zwischen Oberwald und Hospental dann behoben werden; die Züge verkehrten wieder planmässig. Bei der Sperrung der Bahnlinie handelte es sich um eine Vorsichtsmassnahme.

Nur noch minime Schauer

Im Westen hat der Regen im Verlauf des Tages abgenommen, gegen Abend soll es dort fast ganz mit Niedeschlägen vorbei sein, wie Meteonews in einer Mitteilung schreibt. Im Osten hingegen werden die kräftigsten Regengüsse erst noch erwartet. Die Schauer, die noch in der Nacht in der ganzen Schweiz zu erwarten sind, sind im Vergleich zu den bisherigen Niederschlägen in den Worten der Wetterfrösche «völlig unbedeutend».

Immerhin: Durch die Mengen Wasser, die in den vergangenen 24 Stunden vom Himmel fielen, hat sich die Gefahr von Waldbränden und Feuerverboten massiv reduziert. Und pünktlich auf den 1. August soll auch das warme Wetter mit Temperaturen von über 30 Grad wieder zurück sein, wie Sarina Scheidegger von Meteonews sagt.

Die Strassen von Lugano stehen unter Wasser

Hagel in Wimmis BE:

Sturm in Belp BE:

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