Britischer SuperstarDavid Bowie ist «friedlich eingeschlafen»
Mit 69 Jahren ist der britische Musiker David Bowie gestorben. Er erlag einem Krebsleiden.
- von
- dia
Laut einem Eintrag auf dem Facebook-Profil von David Bowie ist der Sänger am Sonntag im Kreis seiner Familie «friedlich eingeschlafen». Die Familie bitte darum, ihr Zeit zur Trauer zu gewähren und die Privatsphäre zu respektieren.
Bowies Sohn Duncan Jones schrieb bei Twitter, er sei sehr traurig sagen zu müssen, dass die Todesnachricht wahr sei. Dazu postete er ein altes Bild, auf dem zu sehen ist, wie er als Kleinkind auf Bowies Schultern sitzt.
David Bowie gehörte zu grössten und einflussreichsten Musikern der vergangenen Jahrzehnte. Am Sonntag verlor er den Kampf gegen ein Krebsleiden, an dem er seit 18 Monaten litt. Erst in der vergangenen Woche hatte der Brite ein neues Album herausgebracht: «Blackstar» erschien am Freitag – seinem 69. Geburtstag. Es enthält nur sieben Songs. Kritiker lobten die neuste Platte. Zuvor hatte Bowie im Jahr 2013 das Album «The Next Day» herausgebracht.
In den vier Jahrzehnten seines Künstlertums beeinflusste der Superstar mehrere Generationen von Musikern. Er war als Texter, Komponist und Interpret aktiv. Berühmt war Bowie für seine exzentrische, schrille Art. Sein erster Welthit war 1969 «Space Oddity» aus seinem Debütalbum «David Bowie». Der Erfolg war überwältigend. Mit Songs wie «Let's Dance», «China Girl», «Modern Love», «Fame» und «Heroes» feierte er seine grössten Triumphe. Kultstatus erreichten Alben wie «Aladdin Sane» und «Diamond Dogs». Er lebte von 1976 bis 1979 auch in West-Berlin.
Grösste Erfolge in den 70ern
Bowie wurde als David Jones am 8. Januar 1947 in Brixton geboren. Er wuchs in dem noblen Londoner Vorort Bromley auf. Bowie liess sich für einen grafischen Beruf ausbilden, ehe er Saxofon lernte und Schauspielunterricht nahm. In den 70er-Jahren feierte er seine grössten Erfolge mit «The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars». Dabei schuf er auch die Figur des bisexuellen Ziggy. Sein androgynes Aussehen wurde zu seinem Markenzeichen.
Sein letzter Streich: «Blackstar» von David Bowie. (Quelle: Youtube/DavidBowieVEVO).
Einer seiner grössten Hits: «Space Oddity» aus dem Jahr 1969. Quelle: Youtube/David Bowie)
Kein Kostüm war ihm zu verrückt
Im Anschluss kreierte Bowie Lieder und Figuren wie «Major Tom», «Thin White Duke» oder «Young American». «Die Zeit» schrieb 1989, keiner habe «dem Publikum so viele Gesichter gezeigt» wie Bowie, und wenn er Aufmerksamkeit wollte, sei ihm keine Pose zu exzentrisch, kein Kostüm zu verrückt gewesen.
In Berlin produzierte Bowie mit Brian Eno eine avantgardistische Pop-Trilogie aus den Alben «Low», «Heroes» und «Lodger». Er arbeitete auch mit anderen Topstars der Branche zusammen. Anfang der 80er-Jahre nahm er etwa mit der Band Queen den Song «Under Pressure» auf.
Mitte der 80er-Jahre wirkte Bowie jedoch ausgebrannt, wie Kritiker monierten. Ende der 80er-Jahre versuchte er ein Comeback und tourte mit der Hardrock-Band Tin Machine. Der durchschlagende Erfolg blieb ebenso aus wie bei seinem 1993 veröffentlichten Soloalbum «Black Tie White Noise».
Auch als Schauspieler tätig
2002 brachte Bowie sein Album «Heathen» auf den Markt, mit dem er nach Kritikermeinung an alte Erfolge anknüpfen konnte. Danach wurde es ruhiger um ihn. Er soll einen Herzinfarkt erlitten haben. Vor drei Jahren dann brachte er das Album «The Next Day» auf den Markt.
Auch als Schauspieler hatte Bowie Auftritte: Zu sehen war er unter anderem in Filmen wie «The Man Who Fell To Earth», in «Christiane F.», dem Vampirfilm «Begierde» und «Ziggy Stardust». Bowie, bekennender Buddhist, war zwei Mal verheiratet und hat zwei Kinder. Das Supermodel Iman hatte er 1992 geheiratet. (dia/sda/ap/afp)