Playoff-Final: Davos gewinnt äusserst glücklich
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Playoff-FinalDavos gewinnt äusserst glücklich

Obwohl die Kloten Flyers das Spiel klar dominiert haben, konnte der HCD auch das zweite Finalspiel für sich entscheiden. Ambri erhöht in der Serie um die Ligaqualifikation auf 2:0.

Rekordmeister HC Davos nähert sich immer mehr dem 30. Titelgewinn an. Die Bündner gewannen in Kloten mit 2:1 auch den zweiten Playofffinal.

In Kloten stahl der HC Davos den Sieg. 48 Stunden nach der 2:5-Niederlage im ersten Finalspiel dominierten die Kloten Flyers die zweite Partie. Aber das Heimteam vermochte aus der krassen Überlegenheit kein Kapital zu schlagen. Davos leistete sich ausserdem viel zu viele Strafen und wurde auch dafür nicht bestraft. Goalie Leonardo Genoni verlor zwar dreimal seinen Torhüterstock, aber nie die Übersicht. Fast 50 Schüsse parierte Genoni. Nach 42 Minuten lautete das Schussverhältnis 37:10 zu Gunsten des EHC Kloten.

Das wegweisende 2:1 gelang nach 42 Minuten aber dem HCD. Dario Bürgler passte backhand durch den Slot zu Verteidiger Lukas Stoop, der per Direktabnahme Klotens Keeper Ronnie Rüeger mit dem elften Davoser Torschuss zum zweiten Mal bezwang. Kloten verteidigte bei dieser Szene viel zu sorglos. Bürglers Zuspiel an drei Klotenern vorbei hätte niemals bei Stoop ankommen dürfen. Schon beim ersten Gegentreffer nach sieben Minuten hatten sich die Flyers tolpatschig angestellt. Zuerst wechselten sie zur Unzeit, dann lief Mark Bell auch noch in Schiedsrichter Didier Massy hinein. Lukas Stoop (Assistent) und Peter Guggisberg (Torschütze) nützten den freien Raum zur erstmaligen Führung.

Klotens einziges Tor an diesem Abend gelang Matthias Bieber nach 13 Minuten in Überzahl zum 1:1-Ausgleich.

Der HC Davos verlängerte seine Siegesserie auf 17 Spiele; die letzte Niederlage datiert weiter vom 22. Januar gegen Zug. Nur zwei Siege fehlen den Bündnern noch zum Durchmarsch durch die Playoffs. Seit die Playoffs mindestens nach dem Modus best-of-5 gespielt werden (1987), blieb noch nie eine Mannschaft in der finalen Phase der Saison ohne Niederlage.

Ambri liegt in der Serie 2:0 vorne

Ambri-Piotta schaffte in Spiel 2 der Ligaqualifikation mit einem 3:2-Sieg in Visp auf Anhieb das Break. Inti Pestoni, der erst 19-jährige Topskorer der Tessiner, entschied dem Treffer zum 3:1 in der 46. Minute die Partie.

Ambri-Piotta schaffte damit zum dritten Mal in Folge im diesjährigen Kampf gegen den Abstieg auf Anhieb einen Auswärtssieg. Eine 2:0-Führung in der Serie bildete bislang aber kein gutes Omen für den Letzten der National League A. In den Playouts zogen die Leventiner anschliessend sowohl gegen Biel als auch gegen die Rapperswil-Jona Lakers den Kürzeren. Und im Vorjahr hatte sich Biel in der Ligaqualifikation gegen den damaligen NLB-Meister Lausanne nach einer 2:0-Führung erst in extremis in Spiel 7 den NLA-Platz verteidigen können. Ambri-Piotta ist so gesehen noch längst nicht durch.

Ambri-Piotta schien nach Inti Pestonis Gamewinner einem sicheren Sieg entgegenzustreben. Doch aufeinanderfolgende Strafen gegen Martin Kariya und Mattia Bianchi und brachten Visp gut zehn Minuten vor Ende der regulären Spielzeit eine doppelte Überzahlsituation von 92 Sekunden ein. Bei fünf gegen vier verkürzte dann der Walliser Topskorer Dominic Forget mit seinem zweiten Tor des Abends. Dennoch folgte für Ambri-Piotta diesmal kein Zitterfinish mehr. Ein Ansturm der Walliser blieb auch wegen eines geahndeten Stockschlages gegen Fernando Heynen gut zwei Minuten vor Spielende aus.

Die Leventiner hatten die Partie defensiv solid und begonnen und dem Gegner insgesamt weniger Torchancen als noch in Spiel 1 zugestanden. Goalie Thomas Bäumle war wiederum ein sicherer Rückhalt der Tessiner, selbst wenn er wie in Spiel 1 wieder von einem Mitspieler «bezwungen» wurde. Raeto Raffainer lenkte beim 1:1-Ausgleich der Gastgeber eine Hereingabe von Dominic Forget ins eigene Tor ab. Der NLB-Meister war in jener Phase vor und nach dem Ausgleichstreffer spielbestimmend. Dabei zählte wiederum Routinier Michel Zeiter zu den prägenden Figuren. Schon vor dem Ausgleich endete beispielsweise eine feine Einzelleistung des früheren Nationalstürmers mit einem Pfostenschuss (23.). Doch bald verflachte der Elan der Walliser wieder. So genügte Ambri-Piotta eine konzentrierte Leistung zum 2:0 in der Serie.

Für Ambri waren vor Pestoni zwei «Arbeitstiere» als Torschützen erfolgreich. Mirko Murovic erzielte in der 6. Minute mit seinem dritten Saisontor die 1:0-Führung für die Leventiner. Routinier Trevor Meier sorgte für das 2:1 2:1 (33.). Für den früheren Stürmer des SC Bern war es das vierte Saisontor, das bereits im diesjährigen Abstiegskampf (Playout und Ligaqualifikation).

Die Litternahalle war mit 4300 Zuschauern zum dritten Mal in dieser Saison (nach den beiden NLB-Playoff-Finalheimspielen gegen Lausanne) ausverkauft. Dennoch kassierten die Walliser ihre zweite Niederlage im Kampf um den Aufstieg (nach einem 5:6 n.V. gegen La Chaux-de-Fonds im ersten Halbfinal-Heimspiel).

Playoff-Final, 2. Runde (2.4.11)

Kloten - Davos 1:2 (1:1, 0:0, 0:1)

Kolping. - 7624 Zuschauer (ausverkauft). - SR Kurmann/Massy, Arm/Küng.

Tore: 8. Guggisberg (Stoop/Ausschlüsse Blum; Dino Wieser) 0:1. 13. Bieber (Santala, Rintanen/Ausschluss Joggi) 1:1. 42. Stoop (Bürgler) 1:2.

Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Kloten, 7mal 2 Minuten gegen Davos. - PostFinance-Topskorer: Santala; Sykora.

Kloten: Rüeger; Du Bois, Blum; Winkler, Nicolas Steiner; von Gunten, Welti; Sidler; Bieber, Santala, Rintanen; Mark Bell, Liniger, Luomala; Stancescu, Romano Lemm, Bodenmann; Walser, Kellenberger, Jacquemet; Mettler.

Davos: Genoni; Stoop, Forster; Tim Ramholt, Grossmann; Jan von Arx, Back; Tallarini; Bürgler, Reto von Arx, Taticek; Sykora, Marha, Sejna; Guggisberg, Rizzi, Dino Wieser; Sciaroni, Steinmann, Joggi; Marc Wieser.

Bemerkungen: Kloten ohne DuPont, Hollenstein, Hamr und Jenni (alle verletzt), Davos ohne Jinman und Bednar (beide überzählige Ausländer). - Timeout Kloten (54.). - Pfostenschuss Sykora (59.).

Visp - Ambi-Piotta 2:3 (0:1, 1:1, 1:1)

Litternahalle. - 4300 Zuschauer (ausverkauft). - SR Prugger/Reiber, Abegglen/Kaderli.

Tore: 6. Murovic (Botta, Schulthess) 0:1. 25. Forget (Eigentor Raffainer/Küng, Loichat/Ausschluss Gautschi) 1:1. 33. Meier (Adrian Brunner) 1:2. 46. Pestoni (Duca) 1:3. 50. Forget (Heldstab/Ausschluss Mattia Bianchi) 2:3.

Strafen: je 3mal 2 Minuten.

PostFinance-Topskorer: Forget; Pestoni.

Visp: Müller; Heldstab, Anthamatten; Wiedmer, Schüpbach; Heynen, Portner; Bielmann, Cédric Jacquemet; Brulé, Forget, Loichat; Triulzi, Brunold, Dolana; Andy Furrer, Zeiter, Küng; Joss, Füglister, Imhof.

Ambri-Piotta: Bäumle; Denissow, Casserini; Uinter Guerra, Gautschi; Schulthess, Bundi; Pestoni, Martin Kariya, Duca; Murovic, Walker, Botta; Elias Bianchi, Mattia Bianchi, Raffainer; Hofmann, Adrian Brunner, Meier.

Bemerkungen: Visp ohne Andrighetto (U18-WM-Vorbereitung) und Eisenegger (Militär), Ambri-Piotta ohne Demuth, Kobach, Incir, Landry, Westrum und Kutlak (alle verletzt) sowie Veilleux, Zanetti und Gian-Andrea Randegger (alle überzählig). - 23. Pfostenschuss Zeiter. - 43. Timeout Ambri-Piotta. (si)

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