Aktualisiert 05.04.2007 23:40

Davos gewinnt auch das dritte Heimspiel

Der HC Davos hat zwei Matchpucks zum 28. Meistertitel. Durch den 3:1-Heimsieg gegen den SC Bern ist der Rekordmeister in der Serie 3:2 in Führung gegangen. Alle Treffer wurden durch Legionäre erzielt.

Die Davoser Ausgangslage ist damit hervorragend: Sollte der HCD am Samstag den Coup in der BernArena nicht schaffen, kann er am Ostermontag in der Höhenlage alles klar machen. Im Heimstadion haben sie die letzten neun Partien gewonnen, mit dem beeindruckenden Skore von 31:11.

Die Verunsicherung, welche die Berner schon während der letzten vierzig Minuten am Dienstag in zunehmendem Masse ergriffen hatte, konnten die Spieler von John van Boxmeer in der Anfangsphase nicht ablegen, besonders die Schlüsselspieler leisteteten sich zahlreiche Fehler. So ging dem 1:0 von Yves Sarault (4.) ein Umfallen von Sébastien Bordeleau in der HCD-Zone voraus, welches erst den Davoser Konter in Überzahl ermöglichte. Sarault profitierte von einem magistralen Rückpass von Peter Guggisberg und liess Marco Bührer mit einem platzierten Schuss in die hohe Ecke keine Chance, wobei wiederum Bordeleau mangelhaft deckte. Für den ehemaligen Berner war es nach dem 1:3 vom Dienstag der zweite wichtige Treffer innert 48 Stunden.

Der Saulus ist damit definitiv zum Paulus geworden: Der kräftige Kanadier, der einst (im Dress des Team Canada) den HCD-Fans nach einem Spengler-Cup-Final den «Stinkefinger» gezeigt hatte und dessen Verpflichtung kontrovers diskutiert wurde, gab die den Mannschaftssportfans verständlichste Antwort, jene mit Toren.

Bordeleau war aber nicht der einzige Berner, der nicht auf der Höhe war: Bührer verlor nach einem mässig gefährlichen Schuss von Jan von Arx die Übersicht (10.) und Michal Barinka liess sich die Scheibe von Reto von Arx im Stile einen Juniors abluchsen (11.), worauf der HCD-Leitwolf das 2:0 aus bester Lage ebenso verpasste wie kurz danach Sandro Rizzi (Konter nach Bordeleau-Fehler), der seinen Versuch auf der Linie von Bührer abgewehrt sah.

Die älteste Eishockey-Weisheit bewahrheitete sich kurz darauf; Davos wurde für die mangelnde Chancenauswertung bestraft. Christian Berglund, Berns insgesamt wertvollster Spieler der Playoffs, bediente mit grossartiger Übersicht Bordeleau, der ins Netz ablenken konnte (17.).

Taktik von Van Boxmeer gescheitert

Van Boxmeer presste von Anfang an seine besten Kräfte aus, allen voran die Linie um Christian Dubé und Simon Gamache, die bis zum Exzess forciert wurde. Ausser einem spielerischen Übergewicht in der Anfangsphase des zweiten Abschnitts brachte das Forcing aber nichts; im Gegenteil. Als Beat Gerber schon auf der Strafbank sass, liess sich Gamache ohne Not zu einem Haken hinreissen, was Davos während 96 Sekunden ein Fünf gegen Drei bescherte. Grossmehrheitlich agierten die Bündner in dieser Phase fast so harmlos wie am Dienstag während 67 Sekunden, eine Sekunde vor Ablauf der ersten Strafe fiel dann aber der Führungstreffer.

Daigles späte Premiere

Torschütze war Alexandre Daigle, der anstelle von Zbynek Irgl ins Team zurückgekehrt war. Dem wohl ersten NHL-Nummer-1-Draft, der hierzulande in einem wichtigen Spiel auf der Bank sass, hatte die «Ruhepause» vom Dienstag gut getan, in seinem Schuss lag jedenfalls auch eine ordentliche Portion Frustentleerung (27.). Für den Franko-Kanadier, der in Nordamerika den unschmeichelhaften Ruf eines Playoff-Versagers geniesst, war es der erste Finaltreffer auf Profistufe. Zum beruhigenden 3:1 traf dann unter gütiger Mithilfe von Bührer Josef Marha nach bemerkenswerter Vorarbeit von «Küken» Marc Wieser. Im Schlussdrittel wirbelte Van Boxmeer die Sturmreihen durcheinander, ohne zählbaren Erfolg allerdings.

Eishockey NLA, Playoff-Final, 5. Runde

Davos - Bern 3:1 (1:1,2:0,0:0)

Eisstadion - 7080 Zuschauer - SR Reiber, Mauron/Rebillard.

Tore: 4. Sarault (Guggisberg, Marha) 1:0. 17. Bordeleau (Berglund) 1:1. 27. Daigle (Reto von Arx, Benak/Ausschlüsse Gerber; Gamache) 2:1. 33. Marha (Marc Wieser) 3:1.

Strafen: 13mal 2 plus 2mal 10 Minuten (Sarault, Rizzi) gegen Davos, 6mal 2 plus 2mal 10 Minuten (Steinegger, Dubé) gegen Bern.

PostFinance-Topskorer: Daigle; Gamache.

Davos: Hiller; Gianola, Jan von Arx; Benak, Blatter; Winkler, Crameri; Müller; Riesen, Reto von Arx, Daigle; Guggisberg, Marha, Sarault; Dino Wieser, Rizzi, Marc Wieser; Leblanc, Taticek, Ambühl; Burkhalter.

Bern: Bührer; Gerber, Steinegger; Dominic Meier, Barinka; Jobin, Söderholm; Reichert, Thomas Ziegler, Rüthemann; Daniel Meier, Bordeleau, Berglund; Raffainer, Rötheli, Berglund; Gamache, Dubé, Bärtschi.

Bemerkungen: Davos ohne Andreas Furrer (krank), Irgl, Heberlein, Baumann, Flurin Randegger, Gian-Andrea Randegger (alle überzählig), Bern ohne Corsin Camichel, Landry (beide verletzt), Hubacek, Perrott, Rolf Ziegler (alle überzählig). 22. Pfostenschuss Jobin. 55. Timeout Bern. Bern zwischen 57:10 und 58:15 sowie zwischen 58:23 und 59:40 ohne Goalie.

LIVE-TICKER Davoser Eishalle

60. Schlusspfiff. Davos gewinnt 3:1.

60. Für Riesen ist die Partie beendet, 2 Minuten für ihn.

58. Strafe Davos. Bührer kommt raus, Bern jetzt mit 6 gegen 4.

58. Mit 5 gegen 5 gehts weiter.

57. Viel Rauch um nichts, Gegenstände fliegen aufs Eis. Nach einem Check an Hiller ist bei den Spielern die Kampfeslust erwacht. Es werden serienweise Strafen ausgesprochen.

57. Davos wieder vollzählig.

56. Die Bündner nach wie vor mit starkem Boxplay, Bern kommt kaum zum Abschluss.

54. Davos zieht die nächste Strafe, Blatter muss raus.

52. Crameri für 2 Minuten auf die Strafbank.

48. Dem SCB läuft langam aber sicher die Zeit davon.

44. Marc Reichert muss auf die Strafbank. Diesmal 5 Davoser gegen 4 Berner.

43. Bern kann nicht von der Überzahl profitieren.

41. Und schon wieder ein Davoser draussen, Chance für Bern.

41. Das 3. Drittel beginnt. Bern wird alles daran setzen, das Anschlusstor zu erzielen.

40. 2. Drittelspause. Auch das 2. Drittel war tempomässig playoffwürdig. Davos in der Offensive mit zwei Toren belohnt worden.

39. Davos wieder vollzählig, die Bündner mit effizientem Boxplay.

37. Leblanc wegen Hakens für 2 Minuten raus. Wieder Unterzahl für die Bündner.

36. Gutes Powerplay der Berner, aber das Anschlusstor will nicht fallen.

34. Bern kriegt gleich die nächste Überzahlchance. Dino Wieser für 2 Minuten raus.

33. Tor für Davos. Marha erzielt das 3:1.

33. Hohes Tempo jetzt im Mîtteldrittel.

31. Berglund und und Bordeleau mischen die Davoser Defensive auf, Hiller aber auf dem Posten.

27. Tor für Davos. Daigle schiesst trocken ins rechte obere Eck, 2:1 für Davos.

26. Bern jetzt in doppelter Unterzahl für über eine Minute, Gamache und Berger auf der Strafbank.

24. Jobin hechtet in den Schuss von Taticek und sorgt für Entlastung vor Bührer.

22. Davos wieder vollzählig.

21. Weiter gehts mit dem 2. Drittel, Bern noch in Überzahl.

20. 1. Drittelspause. Rassige Partie im Startdrittel, Davos anfangs mit Vorteilen, viele Chancen für die Bündner aber nur ein Tor. Bern dank Bordeleau resultatmässig gut bedient.

20. Reto Von Arx für 2 Minuten auf die Strafbank.

17. Tor für Bern. Bordeleau trifft nach Vorarbeit Berglunds zum 1:1.

15. Beide Teams wieder komplett.

12. Der nächste Davoser muss raus, 4 gegen 3 für 30 Sekunden. Rizzi vergibt prompt die nächste Riesenchance für Davos.

12. Von Arx mit Riesenchance, Bührer hält gleich zweimal.

11. Kaum weitergespielt, muss auch Riesen für 2 Minuten raus - 4 gegen 4.

11. Strafe für den SCB, Steinegger raus für 2 plus 10 Minuten wegen eines Kopf-Checks.

10. Jan Von Arx schiesst den Puck an Bührers Brust und der Puck fällt knapp neben dem SCB-Tor wieder runter.

9. Chance für Bärtschi, Hiller hält sicher. Auf der Gegenseit testet Marc Wieser SCB-Goalie Bührer.

7. Davos wieder komplett, das erste Powerplay von Bern bringt keine Gefahr.

5. Tatikec als erster Davoser wegen Beinstellens auf die Strafbank.

4. Tor für Davos. Sarault bringt den HCD mit 1:0 in Führung.

2. Nach den ersten Chancen für beide Teams kommt es bereis zu der ersten Eisreinigung.

1. Das Spiel beginnt.

- Für die Hymne werden alle Helme runtergenommen, die Gesichter der Spieler für einmal bestens sichtbar.

- Die Spieler kommen mit etwas Verspätung auf Eis.

(si)

Nationalliga A. Playoff-Skorerliste:

1. Josef Marha (Davos) 14 Punkte (8 Tore/6 Assists). 2. Simon Gamache (Bern) 14 (6/8). 3. Christian Dubé 14 (0/14). 4. Alexandre Daigle (Davos) 13 (4/9). 5. Zbynek Irgl (Davos) 13 (4/9). 6. Marius Czerkawski (Rapperswil- Jona) und Kimmo Rintanen (Kloten Flyers), je 12 (6/6). 8. Peter Guggisberg (Davos) 11 (6/5). 9. Radek Hamr (Kloten Flyers) und Domenico Pittis (Kloten Flyers), je 11 (2/9).

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