Aktualisiert 04.04.2009 20:56

Playoff-Final

Davos schafft das erste Break der Serie

Der HC Davos erkämpfte sich im Playoff-Final mit einem 2:1-Sieg bei den Kloten Flyers den Heimvorteil und die 2:1-Führung in der Serie. Das Siegtor für den Rekordmeister erzielte Petr Sykora elf Minuten vor Spielende. Kloten wurde für seine fehlende Kaltschnäuzigkeit im Abschluss hart bestraft.

Kloten bezog in der Playoff-Finalserie gegen Davos eine höchst vermeidbare 1:2-Heimniederlage. Die Flyers dominierten den Gast lange, scheiterten aber immer wieder am überragenden Keeper Reto Berra. Die Wende zum 1:2 in der Best-of-7-Serie war keine Bündner Meisterleistung, aber zweifelsfrei eine Demonstration der fast perfekten Chancenauswertung. Robin Leblanc (37.) und Petr Sykora (49.), schon am vergangenen Donnerstag mit seinem Treffer in der Overtime der Matchwinner, verschafften dem HCD mit ihrer Doublette das Break.

Kloten stürmte an, schlug auch in der Schlussphase beste Offerten zu einer erfreulicheren Fortsetzung der Serie aus. Die Ineffizienz trug an diesem Abend einen Namen: Kloten Flyers. Deshalb jubelte (für einmal) nach 60 Minuten jene Equipe, die mehrheitlich dominiert worden war, die phasenweise am Druck des Kontrahenten zu zerbrechen drohte.

Kloten äusserst schlecht belohnt

Schon das 1:1 war aus Sicht der Bündner ein hoher Lohn gewesen. In den ersten 40 Minuten stand der HCD zwar auf dem Eis, eine speziell aktive Rolle spielte er indes nicht. Fürs Spektakel war fast ausnahmslos Kloten zuständig - und im Wortsinn von der ersten Minute an. Nach 20 Sekunden führten die Flyers bereits. Arnaud Jacquemet erwzang mit seinem erst sechsten Saisontor den ersten Vorteil.

Die Chancen, früh eine Zäsur zu schaffen, verspielten die Flyers nach ihrem Traumstart gleich serienweise. In der 9. Minute scheiterte Tommy Santala (im Normalfall mit über 80 Prozent Erfolgsquote) einem von Forster verschuldeten Penalty. Wenig später trennte die Latte Curtis Brown vom zweiten Treffer. Im zweiten Drittel griffen die Einheimischen im selben Stil an.

Berra mit einer Glanzleistung

Nur einer widerstand dem pausenlosen Ansturm und verhinderte den durchaus möglichen Höhenflug Klotens: Reto Berra. Der Keeper, der wie erwartet den am vergangenen Donnerstag glücklosen Stammgoalie Genoni vertrat, stoppte die Zürcher in seinem ersten (Start- )Einsatz seit dem 20. Februar reihenweise. Mit seinen Paraden bewahrte er den Rekordmeister wohl vor dem (frühen) Kollaps.

Grosse Schwächen im Abschluss

Es war lange ein eigentlicher Monolog Klotens, der HCD wirkte im 67. Spiel der Saison während zweier Abschnitte vor allem kraft- und teilnahmslos. Eine einzige Szene veränderte hingegen (fast) alles. Robin Leblanc schlenzte den Puck millimetergenau über die Schulter Rüegers. Mit seinem Ausgleich überraschte er die Flyers. Und das 1:1 hinterliess Spuren.

Das anfängliche Selbstvertrauen Klotens schwand spürbar. Selbst in doppelter Überzahl fanden die Flyers den Weg zum Erfolg nicht. Effizient spielten in der erneut ausverkauften Kolping-Arena zum Leidwesen der über 7000 Anhänger nur die Davoser.

NLA-Playoff-Final, 3. Spiel

Kloten Flyers - Davos 1:2 (1:0, 0:1, 0:1)

Kolping-Arena. - 7624 Zuschauer (ausverkauft). - SR Kurmann/Reiber, Schmid/Mauron.

Tore: 1. (0:20) Jacquemet 1:0. 37. Leblanc (Dino Wieser) 1:1. 49. Sykora (Taticek, Jinman/Ausschluss Liniger) 1:2.

Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Kloten, 5mal 2 Minuten gegen Davos.

Kloten Flyers: Rüeger; Winkler, Schulthess; Du Bois, von Gunten; Welti, Hamr; Jacquemet, Brown, Stancescu; Lindemann, Santala, Rintanen; Jenni, Liniger, Wick; Schrepfer, Kellenberger, Walser; Rothen.

Davos: Berra; Gianola, Forster; Jan von Arx, Grossmann; Gerber, Blatter; Stoop, Furrer; Jinman, Reto von Arx, Riesen; Sykora, Marha, Taticek; Guggisberg, Ambühl, Bürgler; Leblanc, Rizzi, Dino Wieser.

Bemerkungen: Kloten ohne Sidler, Müller, Bodenmann, Della Rossa, Lemm (alle überzählig), Davos ohne Daigle, Wellinger, Marc Wieser (alle überzählig). 9. Berra hält Penalty von Santala. 16. Lattenschuss von Brown. 53. Pfostenschuss von Santala. Kloten ab 58:20 ohne Goalie.

NLA-Ligaqualifikation, 3. Spiel

Biel - Lausanne 6:3 (4:0,0:2,2:1)

LIVE-TICKER

60. Das Spiel ist zu Ende! Der HC Davos schlägt die Kloten Flyers glücklich mit 2:1. Die Bündner haben damit das erste Break in der Serie geschafft und den Vorteil nun auf ihre Seite gezogen.

60. Zwei Sekunden vor Schluss wird das Spiel noch einmal unterbrochen.

60. Grossmann muss für die letzten Sekunden für einen Crosscheck gegen Santala auf die Strafbank. Neun Sekunden dauert's bei 6:4 noch...

60. 15 Sekunden sind noch zu spielen. Noch einmal kommt es zu einem letzten Bully vor Reto Berra.

60. Reto von Arx kann noch einmal befreien. Den Kloten Flyers läuft die Zeit davon.

59. Von Arx mit einem Crosscheck in den Rücken von Liniger. Der Davoser Routinier kommt aber ohne Strafe davon. Das Spiel dauert noch 64 Sekunden.

59. Liniger mit der Chance zum Ausgleich! Sein Schuss kann Berra nur ungenügend abwehren. Kurz darauf kommt es zum grossen Getümmel vor dem Davoser Torhüter.

59. Ronnie Rüeger hat seinen Kasten verlassen. Die Flyers setzen alles auf eine Karte.

59. Nun nimmt Anders Eldebrink sein Time-out. Alle Spieler können noch einmal durchatmen und sich auf die letzten zwei Minuten konzentrieren.

58. Rüeger bleibt noch in seinem Kasten. Eldebrink könnte auch noch sein Time-out nehmen. Spannung ist für die Schlussphase garantiert...

58. Der HCD spielt nun sehr geschickt. Immer wieder wird die Angriffsauslösung der Flyers früh gestört. Kloten kommt nicht mehr gefährlich vor Berra.

57. Drei Minuten dauert die Partie noch. Die Davoser haben nach harten Minuten wieder etwas Luft schnappen können.

56. Kloten zapft die letzten Reserven an, aber die Scheibe will einfach nicht ins Davoser Tor. Mit viel Glück konnt der HCD den Ausgleich in den letzten Minuten verhindern.

55. Ein Angriff nach dem anderen rollt nun auf die Davoser Verteidigung zu. Der HCD kommt kaum mehr aus seinem Drittel. Wie lange kann das noch gut gehen?

53. Santala trifft zum zweiten Mal am heutigen Abend nur den Pfosten. Zum Unvermögen kommt nun auch noch Pech hinzu.

52. Wieder brennt es lichterloh vor Reto Berra. Kloten wird nun deutlich stärkter. Wieso haben sie vor dem zweiten Gegentreffer nicht so gespielt?

52. Die Flyers erhöhen den Druck. Schrepfer haut alleine vor Berra über die Scheibe, nachdem der Davos-Goalie die Scheibe nicht festhalten konnte.

51. Kloten macht wenig aus der Überzahlsituation. Die Flyers wirken doch etwas geschockt von der plötzlichen Wende in diesem Spiel.

50. Strafe gegen den HCD. Die Flyers kriegen also sogleich die Chance zum Ausgleich.

49. Tor für den HC Davos! Petr Sykora erzielt die erstmalige Führung für die Bündner. Taticek sieht den völlig freistehenden Sykora, der Rüeger mit einem knallharten Schuss keine Chance lässt.

49. Nun kehrt auch Forster wieder zurück. Davos also für eineinhalb Minuten in Überzahl.

48. Jinman ist wieder zurück und läuft schon alleine auf Kloten-Goalie Rüeger. Liniger verhindert den Nachschuss von von Arx und muss für Halten seinerseits auf die Strafbank. So schnell kann sich das Momentum ändern...

48. Kloten agiert zu umständlich. Der HCD wehrt sich geschickt und kann auf einen starken Reto Berra zählen.

47. Das Powerplay der Klotener steht. Noch ist Berra aber nicht ernsthaft geprüft worden.

46. Nun muss auch noch Beat Forster wegen Spielverzögerung raus. Kloten nun für mehr als eine Minute in doppelter Überzahl.

45. Erste Strafe im Schlussabschnitt. Der Davoser Lee Jinman muss wegen einem Stockschlag für zwei Minuten auf die Strafbank.

44. Nach einem flotten Beginn ist wieder etwas Ruhe ins Spiel gekommen. Nach wie vor ist eine solide Defensive das höchste Gebot beider Teams.

44. Wieder prüft Lindemann Berra mit einem Schuss aus der zweiten Reihe. Der Davoser Schlussmann aber seit dem frühen Gegentor fehlerlos.

42. Lindemann vergibt eine Grosschance für die Flyers. Unmittelbar vor seinem Abschluss ist der Stürmer der Klotener ins Straucheln gekommen.

41. Das Schlussdrittel hat begonnen. Auch beim dritten Bully kommen die Klotener in Scheibenbesitz. Davos macht aber sofort Druck.

- Der HC Davos kann sich bei seinem Torhüter bedanken, dass er in diesem Playoff-Spiel nicht schon hoffnungslos zurück liegt. Mehrere Male konnte der Genoni-Ersatz mit tollen Paraden den zweiten Treffer verhindern. Kurz vor Ende des Drittels kamen die Davoser gar noch zum glücklichen Ausgleich.

40. Das zweite Drittel ist zu Ende. Davos ist etwas überraschend zum Ausgleich gekommen. Zuvor hatten die Flyers zahlreiche gute Möglichkeiten ungenutzt gelassen.

40. Wick trifft nach einer schönen Einzelleistung nur das Aussennetz. Berra wäre aber auf seinem Posten gewesen.

39. Kloten reagiert heftig. Lindemann verpasst die erneute Führung für die Flyers nur ganz knapp.

37. Tor für den HC Davos! Aus heiterem Himmel erzielt Robin Leblanc mit einem verdeckten Schuss den Ausgleich für die Bündner. Er erwischt Rüeger in der nahen hohen Ecke.

36. Kloten vergibt die nächste Riesenmöglichkeit! Nach einer herrlichen Kombination durch die Davoser Verteidigung rettet Berra vor dem trickreichen Wick.

34. Davos kann auch aus der zweiten Strafe kein Profit schlagen und muss gar froh sein, dass Santala auch seinen «zweiten» Penalty verschossen hat.

34. Beat Forster mit einem kapitalen Fehler. Santala kann alleine auf Berra ziehen, verpasst den Shorthander aber ganz knapp. Berra mit einer tollen Rettungstat.

33. Das Powerplay der Davoser steht. Bislang aber kein Durchkommen im Kloten-Abwehrbollwerk.

33. Erste Strafe des Mitteldrittels: Torschüzte Jacquemot muss für einen hohen Stock für zwei Minuten auf die Strafbank. Überzahl also für den HCD.

31. Fast keine Unterbrüche im Mitteldrittel. Das Spiel plätschert so vor sich hin. Man hat aber das Gefühl, dass Kloten dem zweiten Treffer näher ist, als Davos dem Ausgleich.

29. Reto von Arx prüft wieder einmal Rüeger. Der Kloten-Goalie aber souverän beim Schuss des Davosers.

28. Das Spiel geht nun hin und her. Zu richtigen Chancen kommt aber keine der beiden Mannschaften.

26. Jenni mit der ersten grossen Chance im Mitteldrittel. Nur leicht bedrängt läuft er auf Berra zu und scheitert am Davoser Torhüter.

25. Sykora und Ambühl prüfen erstmals im zweiten Drittel Kloten-Goalie Rüeger. Die Schüsse der Davoser aber zu unpräzise.

23. Kloten macht zu wenig aus seiner Überlegenheit. Das letzte Risiko in der Offensive fehlt aber auf beiden Seiten.

22. Wick versucht es mit einem «Buebetrickli». Berra lässt sich aber nicht erwischen.

21. Rintanen kurvt durchs Davoser Drittel. Sein Abschlussversuch kann Berra nur abprallen lassen. Es ist aber kein Klotener zur Stelle.

21. Das Mitteldrittel hat begonnen. Wieder gewinnen die Flyers das Bully. Davos kann einen erneuten Blitzstart aber verhindern.

- Die Kloten Flyers haben im Startdrittel so gespielt, wie man das eigentlich von Davos hätte erwarten können. Defensiv äusserst stabil suchten die Zürcher mit schnellen Vorstössen ins gegnerische Drittel den Erfolg. Davos hat bis jetzt noch wenig gezeigt und muss sich noch deutlich steigern.

20. Das erste Drittel ist zu Ende! Kloten führt nach zwanzig Minuten dank dem frühen Tor von Jacquemet mit 1:0. Davos hat noch kein Mittel gegen die defensiv starken Zürcher Unterländer gefunden.

18. Schiedsrichter Riber will sich den Lattenschuss von Curtis Brown noch einmal auf Video anschauen. Der Ref entscheidet nach etwas längerem Studium auf kein Tor.

18. Ambühl versucht es auf eigene Faust. Erstmals entsteht so etwas wie Gefahr vor Ronnie Rüeger.

17. Davos wieder komplett. Auch diese Strafe verstreicht ungenutzt.

17. Lattenschuss für die Kloten Flyers! Curtis Brown trifft nach einer guten Kombination nur die Latte. Beinahe hätten die Klotener ihre Führung ausbauen können.

15. Schlägerei auf dem Spielfeld: Furrer und Walser sind sich nach einem Rempler von Leblanc in die Haare geraten. Beide müssen zwei Minuten raus. Auf die Strafbank muss allerdings Leblanc wegen eines Fouls an Schrepfer.

15. Torszenen sind Mangelware geworden. Weder Berra noch Rüeger können sich momentan über zu viel Arbeit beklagen.

12. Nach der tollen Anfangsphase hat sich das Spielgeschehen etwas beruhigt. Kloten kontrolliert die Partie ohne grosse Gegenwehr. Davos tut sich ausserordentlich schwer, in die Gänge zu kommen.

10. Die Strafe gegen Kloten verstreicht ohne ein einzige gute Chance für den HC Davos.

9. Santala nimmt Anlauf, Berra pariert auch mit etwas Glück. Es bleibt bei der knappen Führung für die Flyers.

9. Plötzlich sprintet Klotens Rintanen alleine auf Reto Berra. Forster hindert den Klotener am Abschluss - es gibt Penalty.

9. Kloten mit einem starken Boxplay. Der HCD kann sich bislang nicht im Zürcher Drittel festsetzten.

9. Erste Strafe der Partie: Klotens Rolf Schrepfer muss für einen hohen Stock für zwei Minuten auf die Strafbank.

7. Für Davos ist der frühe Gegentreffer äusserst ärgerlich. Wie in den vergangenen Spielen wollte das Team von Arno Del Curto mit einer kontrollierten Defensiv-Taktik agieren. Nun müssen auch die Bündner etewas für die Offensive tun.

6. Von Arx mit dem ersten zaghaften Abschlussversuch auf Davoser Seite. Rüeger hat aber keine Probleme mit diesem Schuss des Bündners.

4. Davos ist überhaupt noch nicht in diesem Spiel angekommen. Immer wieder unterlaufen den Bündnern vermeidbare Fehler.

3. Kloten powert gleich weiter. Wick tankt sich durch die Davoser Verteidigung. Diesmal kann Berra aber parieren.

1. Tor für die Kloten Flyers! Bereits nach 20 Sekunden schlägt es zum ersten Mal bei Reto Berra ein. Der Davoser Torhüter muss einen harmlosen Schuss von Jacquemet passieren lassen. Forster hat seinem Torhüter die Sicht verdeckt.

1. Das Spiel hat begonnen! Die Flyers gewinnen das Bully und übernehmen sofort die Initiative.

- Die Spieler betreten soeben das Eis. In wenigen Minuten geht es los mit dem dritten Finalspiel der NLA-Playoffs.

- Kloten-Trainer Anders Eldebrink verzichtet auf Experimente und lässt wie gewohnt spielen. Das einzige Ziel sei ein Sieg, erklärt der Schwede kurz vor Spielbeginn.

- Beim HC Davos hütet heute Reto Berra erstmals von Beginn weg das Tor. Arno Del Curto gibt Leonardo Genoni die Gelegenheit, sich von den mentalen Anstrengungen zu erholen.

- 20 Minuten Online berichtet ab 20.15 Uhr live vom dritten Spiel des Playoff-Finals zwischen den Kloten Flyers und dem HC Davos.

Vor dem Spiel

Den Goaliewechsel nach zwei Dritteln der Partie vom Donnerstag als spielentscheidende Situation zu bezeichnen, wäre übertrieben. Denn Ersatzkeeper Reto Berra wurde mit dem ersten Schuss gleich bezwungen. Weil der gross gewachsene Zürcher danach aber mit neun Paraden tadellos blieb, konnte sich der HCD quasi sorgenfrei auf die Offensive konzentrieren. Mit Erfolg, wie Petr Sykoras 6:5 in der Overtime bewies. «Der Trainer hat in der zweiten Drittelspause einen Entscheid getroffen, der uns geholfen hat», umschrieb Center Sandro Rizzi hinterher. «Wir haben schliesslich zwei gleich starke Torhüter.»

Robin Grossmann kommentierte den Goaliewechsel auf ähnliche Weise. «Leo hatte vielleicht nicht seinen besten Tag. Nach dem Tausch 'spielten' wir für beide Torhüter: Reto wollten wir zeigen, dass wir auch für ihn da sind, und Leo, dass wir die gemeinsam begangenen Fehler noch ausbügeln können.»

Wenn in Kloten wieder die klassische Davoser Playoff-Auswärtstaktik zum Einsatz gelangen wird, dürfte sich die Anzahl Gegentore wahrscheinlich wieder in Grenzen halten - es sei denn, der Goalie ziehe einen weiteren unglücklichen Arbeitstag ein. Nach schlechten Partien wäre eine «Trotzreaktion» des Keepers allerdings die logischere Folge.

Zu reden gaben neben dem Goalie- auch die Resultatwechsel (2:0, 3:1, 3:5, 6:5 n.V.). Davos kassierte nach 3:1-Führung zwischen der 26. und 42. Minute vier Tore in Folge. «Es war ein Mitteldrittel zum Vergessen, wir fühlten uns zu sicher und wurden zu passiv», urteilte HCD-Stürmer Sandro Rizzi.

Der Defensivcenter, einer der seit Jahren besten des Landes, freute sich über den Umschwung, den er mit dem grossen Willen begründete. «Es wäre übertrieben zu sagen, wir seien nicht müde. Aber wir haben mit Herz gespielt und es geschafft, Kräfte zu mobilisieren.» Die Unkonstanz nach Vorsprüngen zieht sich auch für Grossmann wie ein roter Faden durch die Playoffs. «Ich habe keine Erklärung dafür, aber wir lassen nach einer Führung immer nach.»

Auf den persönlichen Einsatz bezogen stimmt Grossmanns Aussage nicht. Der Aargauer Verteidiger mit Vergangenheit bei den Kloten Flyers gehört zu den Entdeckungen dieser Playoffs. Grossmann avancierte in Davos sogleich zum Stammspieler. «Die Chance auf Eiszeit habe ich vor einem Jahr in Kloten nicht mehr gesehen, dann hat Davos angefragt», erklärt der stämmige Verteidiger. Im Landwassertal hat er in Del Curto einen Trainer, der «viel mehr kommuniziert und für uns Junge wie eine Vaterfigur ist». Das Vertrauen äussert sich in hoher Präsenzzeit bei nummerischem Gleichstand und auch in den so genannten «Special Teams». Situationen also, die er in Kloten zumeist von der Bank aus zu verfolgen hatte.

Das Kräftemessen mit seinen ehemaligen Teamkollegen ist für das 21-jährige Talent ein spezielles. «Ich habe in Kloten viele Freunde, auch aus der Juniorenzeit. Während der Playoffs herrscht aber Funkstille.» Die Frage eines Reporters, ob die Motivation noch grösser sei, gegen die Flyers zu spielen, beantwortete Grossmann im Stile eines Routiniers: «Nein, in meiner ersten richtigen NLA-Saison gleich im Playoff-Final zu stehen, ist Motivation genug!» (si)

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