Aktualisiert 28.10.2018 19:20

Krise spitzt sich zuDavos steckt in der Del-Curto-Falle

Der HCD fällt immer tiefer. Und das Unvorstellbare erscheint allmählich vorstellbar.

von
Marcel Allemann
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Ist das der letzte Einsatz von Arno Del Curto an der HCD-Bande? Der legendäre Trainer ist nicht mehr unumstritten.

Ist das der letzte Einsatz von Arno Del Curto an der HCD-Bande? Der legendäre Trainer ist nicht mehr unumstritten.

Keystone/Eddy Risch
1996 kommt der gebürtige St. Moritzer Del Curto in seinen Heimatkanton Graubünden zurück und übernahm den HC Davos.

1996 kommt der gebürtige St. Moritzer Del Curto in seinen Heimatkanton Graubünden zurück und übernahm den HC Davos.

Keystone/Arno Balzarini
Im Jahr 2000 gewinnt Del Curto mit dem HCD den Spengler Cup. Es ist das erste Mal seit 1958, dass der Verein sein eigenes Traditionsturnier gewinnen kann.

Im Jahr 2000 gewinnt Del Curto mit dem HCD den Spengler Cup. Es ist das erste Mal seit 1958, dass der Verein sein eigenes Traditionsturnier gewinnen kann.

Keystone/edi Engeler

Durch die beiden Pleiten am Wochenende gegen Lugano (2:5 und 1:6) spitzt sich die Krise beim Rekordmeister weiter zu. Es ist für die Bündner bereits die sechste Niederlage in Folge und der Rückstand auf den Strich ist damit auf 11 Punkte angewachsen.

Klar ist: Bei jedem anderen Club mit Ambitionen würde nun der Trainer gewechselt. Doch dieser heisst beim HCD seit 22 Jahren Arno Del Curto. Der 62-Jährige ist als sechsfacher Meister der grösste Schweizer Trainer aller Zeiten. Eine Ikone.

Vereinspräsident Gaudenz Domenig betonte gegenüber 20 Minuten aber schon anfangs Oktober, dass Del Curto trotzdem «kein Heiligtum» sei. Nach der Niederlage vom Samstag liess er sich von SRF so zitieren: «Im Moment sind wir nicht daran, einen neuen Trainer zu suchen, das ist ganz klar. Aber diese Fragen stellen sich natürlich.»

Sie kennen nichts anderes

Der HCD muss jedoch enorm vorsichtig sein. Domenig macht sich zum Buhmann, wenn der Abschied von Del Curto nicht würdevoll erfolgt – wann auch immer. Eine weitere Gefahr: Die Absetzung des «ewigen Arno» könnte innerhalb des Teams einen derartigen Schock auslösen, dass die sportliche Lage noch verworrener wird. Spieler wie Dino Wieser, Corvi, Paschoud, oder Heldner kennen auf Profi-Vereinsebene nichts anderes als die Sprache Del Curtos.

Auch nicht zu unterschätzen: Den charismatischen Engadiner in Davos zu beerben, ist alles andere als ein Traumjob. Derjenige Trainer, der sich das antut, ist entweder enorm mutig oder verzweifelt.

Der HCD steckt in der Del-Curto-Falle. Und schon morgen steht der nächste Krisengipfel gegen die Lakers an.

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