Davos wahrt Heimvorteil
Aktualisiert

Davos wahrt Heimvorteil

Davos überzeugte im NLA-Playoff-Final zwei Tage nach dem 0:4 in Bern mit einer starken Reaktion. 3:1 gewannen die von Arno Del Curto taktisch umformierten Bündner im erstmals ausverkauften Eisstadion gegen den SCB und führen nach dem zweiten Heimsieg in der Best-of-7-Serie wieder.

Die Erfolgsgeschichte schrieben die Gastgeber innerhalb von lediglich zwei Minuten. Einen Effort von Andres Ambühl belohnte Robin Leblanc in der 34. Minute mit dem 1:0. 111 Sekunden später jubelte die gelb-blaue Festgesellschaft ein zweites Mal, als Peter Guggisberg auf die matchentscheidende Marke von 2:0 erhöhte. Mehr als Raeto Raffainers wunderbaren Direktschuss zum Anschlusstreffer liessen die Davoser und insbesondere Keeper Jonas Hiller nicht mehr zu.

Dem SCB ist vorzuwerfen, dass er in der gegnerischen Zone zu lange und für seine an sich fürstlichen (Offensiv-)Verhältnisse praktisch keinen dauerhaften Druck zu erzeugen vermochte. Christian Berglund fiel nur wegen seiner schwarzen Schnauzpracht auf und ansonsten vor allem ab. Nichts zu sehen war auch von Christian Dubé und NLA-Topskorer Simon Gamache. Die Leader mochten sich mit den harten, aber fairen Stilmitteln der Davoser nicht anfreunden.

Das 3:1 (ins leere Tor) von Marha entsprach somit durchaus der Logik der Partie, weil der SCB auch nach Raffainers 1:2 dem Ausgleich nie näher stand als Davos der erneuten Führung in der Serie. Interessant wird sein, ob der Qualifikationssieger mit seiner wieder gesunden Härte auch in der Berner «Festung» bestehen kann; vor eigenem Publikum hat der SCB zuletzt viermal in Serie 4:0 gewonnen.

Ein Comeback mit positiven Folgen

2:5 hatte der HCD vor Wochen im Hallenstadion verloren und lag in der Viertelfinalserie gegen die Lions 1:3 zurück. Mit einer für NLA-Verhältnisse unüblich markanten Personalrochade leitete Arno Del Curto die Trendwende ein. Einen traf die Massnahmenpalette des Coaches besonders hart: Robin Leblanc. Der 24-jährige Kanada- Schweizer spielte bis zum persönlichen Comeback keine Rolle mehr.

Ihm kam sozusagen «zupass», dass seine Kollegen am vergangenen Donnerstag in der BernArena ein kollektives Timeout bezogen und Del Curto abermals Umstellungen vornahm. Der Engadiner entschied sich abermals für den richtigen Joker - Leblanc avancierte in einem langezeit ausgeglichenen Duell zur Schlüsselfigur. Eine erste Offerte der Berner nahm er nicht an (15.), die zweite Chance verwertete Leblanc souverän.

Dass Yves Sarault beim 2:0 im Stile des nicht zu zähmenden Slot- Kämpfers die Hauptrolle spielte, passte aus Davoser Optik perfekt zum Abend der Rückkehrer. Der kanadische Senior mit Holzfäller-Look und Berner Vergangenheit liess sich von den unzähligen Körperchargen nicht beeindrucken. Stattdessen servierte er Guggisberg den Puck mit einem cleveren Rückpass.

Für den Vorteil hatten die Bündner bedeutend mehr unternommen als beim Debakel zwei Tage zuvor. Bereits nach dem Startdrittel zählten die Statistiker mehr Davoser Torschüsse als in den letzten 60 Spielminuten. Den verletzungsbedingten Ausfall ihres Playoff- Topskorers Zbynek Irgl kompensierten die Einheimischen dank ihrem spürbar verstärkten Engagement verblüffend gut.

Trotz der Davoser Steigerung hätte der SCB mit etwas mehr Wettkampfglück im ausverkauften Eisstadion das jederzeit intensive, phasensweise aber von zahlreichen Fehlpässen geprägte Geschehen in andere Bahnen lenken können. Kurz vor der ersten Pause setzte Verteidiger Martin Steinegger zum Sololauf am ebenfalls wieder reaktivierten Gian Marco Crameri vorbei an - das Pech der Gäste war, dass der Rekord-Internationale die Scheibe an den Pfosten wuchtete.

Scharmützel in der Berner Kurve

Die Pausendarbietung einiger lokaler Jungschwinger hat eine Horde Berner Hardcore-Anhänger offenbar als (falsche) Aufforderung zur Balgerei verstanden. Während Minuten waren einige SCB-Anhänger kaum mehr zu kontrollieren. Weshalb die wenigen Sicherheitskräfte überhaupt tolerierten, dass sich die kampflustigen Fans zwei Drittel lang ungestört ausserhalb ihres Sektors bewegten, wird der Veranstalter ebenfalls zu klären haben.

Eishockey NLA, Playoff-Final, 3. Runde

Davos - Bern 3:1 (0:0,2:0,1:1)

Vaillant Arena - 7080 Zuschauer. - Kurmann, Arm/Küng

Tore: 34. Leblanc (Ambühl) 1:0. 36. Guggisberg (Sarault, Marha/Strafe angezeigt gegen Bern) 2:0. 44. Meier (Dubé) 2:1. 60. Marha (Von Arx Jan) 3:1.

PostFinance-Topskorer: Daigle; Gamache.

Davos: Hiller; Gianola, Jan von Arx; Benak, Blatter; Winkler, Crameri; Müller; Riesen, Reto von Arx, Daigle; Guggisberg, Marha, Sarault; Marc Wieser, Rizzi, Dino Wieser; Leblanc, Taticek, Ambühl; Burkhalter.

Bern: Bührer; Gerber, Steinegger; Dominic Meier, Barinka; Söderholm, Jobin; Reichert, Thomas Ziegler, Rüthemann; Daniel Meier, Berglund, Hubacek; Gamache, Dubé, Bärtschi; Philippe Furrer, Rötheli, Raffainer.

Bemerkungen: Davos ohne Irgl, Varada, Chawanow (alle verletzt), Andreas Furrer (krank), Baumann, Heberlein (beide überzählig), Bern ohne Landry, Camichel (beide verletzt), Bordeleau (Trainingsrückstand). 19. Pfostenschuss von Steinegger. 36. Timeout Bern.

Vaillant-Arena Live-Ticker:

60. Tor für Davos - Marha erzielt das 3:1, das Spiel ist fertig.

60. Auch der Davoser Blatter muss kurz vor Schluss noch auf die Strafbank.

59. Marha scheitert an Hiller, wird aber dabei gefoult. 2 Minuten für den SCB.

55. Rüthemann und Blatter für 2 Minuten raus, 4 gegen 4 heisst es jetzt.

53. Ambühl wird von Ziegler von den Beinen geholt - 2 Minuten für den Berner.

52. Hiller wehrt erfolgreich gegen Rötheli.

52. Davoser wieder vollzählig.

50. Erste Strafe im 3. Drittel, Davos für 2 Minuten in Unterzahl.

48. Das Anschlusstor hat die Davoser Euphorie sichtlich gebremst. Die Berner Fans schöpfen neue Hoffnung.

44. Tor für Bern - Meier bezwingt Hiller zum 2:1.

43. Marha zieht allein auf Bührer los, vergibt aber.

41. Noch bleibt den Bernern ein Drittel um die Partie zu wenden.

40. 2. Drittelspause - Davos reisst das Ruder im Mitteldrittel an sich. Zwei Treffer binnen 120 Sekunden setzen die Berner für das letzte Drittel arg unter Druck.

39. Davos wieder komplett.

37. Riesen jetzt für 2 Minuten raus.

36. Tor für Davos - Guggisberg erhöht auf 2:0.

34. Tor für Davos - Leblanc schiesst das 1:0 für Davos

32. Zweikämpfe bestimmen im Moment die Partie, keine klaren Spielzüge mehr.

29. Barinka und Sarault geraten aneinander, aber die Schiris bringen sie zur Raison.

27. Riesen sorgt für einmal für Entlastung und gleich Gefahr vor Bührer.

26. Bern erhöht den Druck auf das Tor von Hiller.

24. Die Bündner überstehen die Strafe schadlos.

22. Und schon wieder eine 2 Minuten Strafe gegen den Davos.

20. 1. Drittelspause. - Animiertes Startdrittel in Davos. Chancen wurden auf beiden Seiten rausgespielt, aber noch halten die Keeper dicht. Körperlich werden die beiden Teams in den kommenden Dritteln allerdings noch zulegen.

19. Es geht noch einmal hin und her, beide Teams würden gerne mit einer Führung in die erste Pause. Steinegger trifft nach Energieanfall nur den Pfosten. Pech für den SCB.

18. Gute Chance für Söderholm, Hiller aber hält.

17. Und schon wandert mit Burkhalter der nächste Davoser auf die Strafbank.

15. Steinegger für 2 Minuten raus, nächste Überzahlchance für Davos.

14. Auch der SCB nutzt das Powerplay nicht und so stehts weiterhin 0:0.

12. Davos macht nichts aus der Überzahl. Noch schlimmer, jetzt muss auch noch Rizzi für 2 Minuten raus.

10. Der nächste Berner muss für 2 Minuten raus. Diesmal trifft es Barinka.

8. Die erste Strafe des Spiels. SCB-Rötheli muss wegen Beinstellens für 2 Minuten raus.

6. Die Berner kommen nach verhaltenem Beginn besser in Schwung.

4. Auf der anderen Seite pariert Hiller den Schuss von Hubacek.

2. Rizzi prüft Bührer mit einem Schuss von der Blauen Linie.

1. Das Spiel beginnt - Volles Haus in Davos

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