HCD erster Finalist: Davos wirft Bern raus, die Lions gleichen aus
Aktualisiert

HCD erster FinalistDavos wirft Bern raus, die Lions gleichen aus

Der HCD gewinnt das entscheidende Spiel gegen Bern 3:1 und steht im Final. Der ZSC feiert in Genf einen 8:0-Erfolg und gleicht die Serie aus.

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Playoff-Final
Playoff-Final

ZSC Lions (1.) - Davos (5.)Spiel 1: 3:0; Spiel 2: 2:5; Spiel 3: 2:3 n.P.; Spiel 4: 3:4 n.V.Stand: 1:3

Keystone/Gian Ehrenzeller
Playoff-Final
Playoff-Final

ZSC Lions (1.) - Davos (5.)Spiel 1: 3:0; Spiel 2: 2:5Stand: 1:1

Keystone/Juergen Staiger
Playoff-Halbfinals
Playoff-Halbfinals

ZSC Lions (1.) - Genf Servette (6.)Spiel 1: 5:2; Spiel 2: 3:6; Spiel 3: 1:2 n. V.; Spiel 4: 8:0; Spiel 5: 4:2; Spiel 6: 3:1Stand: 4:2

urs Lindt/freshfocus

Der HC Davos steht erstmals seit vier Jahren und seinem letzten Meistertitel wieder im Playoff-Final. Die Davoser gewannen mit 3:1 auch das vierte Halbfinalspiel gegen den SC Bern.

Für den jungen, sich im Umbruch befindenden HC Davos stellt die Finalqualifikation ein Grosserfolg dar. Vor dieser Saison hatte Davos seit 2011 keine Playoff-Serie mehr gewonnen. Die Qualifikation beendeten die Bündner bloss auf Platz 5. Doch die Davoser machen das ausgezeichnet, was die Fans jeweils lautstark verlangen: kämpfen und siegen! Wie schon in Spiel 1 in Bern, als das Team von Arno Del Curto erst 11,5 Sekunden vor Schluss noch ausgeglichen und danach in der Overtime gewonnen hatte (3:2), setzte sich der HC Davos auch im vierten Spiel wieder nach einem Rückstand durch. In der Viertelfinalserie gegen Zug war den Davosern sogar bei allen vier Siegen die Wende nach Rückständen gelungen.

Bern kann Abschlussschwäche nicht ablegen

Und Bern? Von den Mutzen gab es nichts Neues zu berichten. Wieder zeigten die Berner gute Ansätze. Aber die Ineffizienz vor dem gegnerischen Gehäuse vermochten sie trotz intensivem Schusstraining seit dem samstäglichen Spiel 3 nicht abzulegen. Das Führungstor nach 17 Minuten durch den Finnen Jesse Jönsuu fiel erst noch auf zufällige Art und Weise. Der Davoser Samuel Walser lenkte den Puck unglücklich und unhaltbar für Leonardo Genoni ins eigene Netz ab.

Leo Genoni gewann auch das vierte Duell gegen Marco Bührer wieder klar. Genoni gelangen 29 Paraden. Bührer hingegen kam während der ersten zwei Drittel wieder nur auf zehn Paraden. Zwischen der 28. und der 39. Minute liess er drei von fünf Schüssen auf sein Tor passieren. Bührer verschuldete zwar keines der Gegentore direkt, andererseits gelangen ihm Glanzparaden erst zu Beginn des Schlussabschnitts.

Der SC Bern scheiterte aber gewiss nicht wegen Marco Bührer im Halbfinal sang- und klanglos, sondern wegen der miserablen Chancenverwertung. Es war bezeichnend für Berns Vorstellung in der Offensive, dass der einzige Treffer eigentlich ein Davoser Eigengoal war. Immer wieder stellten sich die Berner im Angriff ungeschickt an. Philippe Furrer verzögerte aus guter Abschlussposition den Schuss, wurde danach gestört und brachte bloss noch einen harmlosen Abschlussversuch zu Stande (7.). In zwei seiner fünf Powerplay-Chancen brachten die Berner nicht einmal einen Schuss zu Stande. Thomas Ruefenacht lupfte in der 12. Minute vor dem offenen Tor den Puck über die Latte. In der 19. Minute rutschten gleich zwei Berner am Puck vorbei. Und in der 37. Minute hätte Bud Holloway den 2:2-Ausgleich erzielen können, wenn es ihm in Überzahl gelungen wäre, die Scheibe vor dem gegnerischen Goal unter Kontrolle zu bringen.

Davos' Schweden-Fraktion sorgt für Tore

Und so kam es, wie es kommen musste. Statt 2:0 oder 3:0 führte Bern bis zur 28. Minute lediglich mit einem Tor Unterschied. Und innerhalb von zehn Minuten und 47 Sekunden realisierte Davos mit drei Goals zum 3:1 die Wende. Die schwedischen Könner erzielten die Tore: Marcus Paulsson, der PostFinance-Topskorer, erzielte seine Saisontore Nummer 17 (1:1) und 18 (3:1). Dazwischen hatte Dick Axelsson, der nach zwei Partien Verletzungspause wieder mittun konnte, das 2:1 markiert. Das 3:1 realisierte Davos in Überzahl. Bei den ersten beiden Treffern überliefen die Davoser Angreifer die überforderten Berner Söldnerlinie mit Justin Krueger, Marc-André Gragnani, Bud Holloway, Byron Ritchie und Jesse Jönsuu.

Bern als Zweiter der Qualifikation ist bei weitem nicht der erste Favorit, der eine Serie gleich mit 0:4 gegen einen vermeintlichen Aussenseiter verlor. Seit in den Playoffs mit dem Modus «best of 7» gespielt wird, passierte das bereits zum sechsten Mal. Zuletzt gewannen die ZSC Lions vor drei Jahren als Siebenter der Qualifikation sowohl in den Viertelfinals gegen Davos (2.) wie in den Halbfinals gegen Zug (1.) mit 4:0 Siegen. Die Zürcher wurden damals in sieben Spielen gegen Bern auch Meister.

Der HC Davos befindet sich vor dem Final zumindest in einer blendenden Ausgangslage. Der Final ist erreicht, und die Ermittlung des Finalgegners wird zwischen den ZSC Lions und Genève-Servette mindestens zwei weitere, kraftraubende Partien beanspruchen. Und im Final wird auch Reto von Arx, der seit dieser Woche wieder voll mit der Mannschaft mittrainiert, sein Comeback geben.

Lions mit Kantersieg zum Ausgleich

Die ZSC Lions holen sich im Playoff-Halbfinal gegen Servette den Heimvorteil zurück. Der Titelverteidiger fügt Genf mit dem 8:0 die höchste Playoff-Niederlage zu und glich in der Serie zum 2:2 aus.

Am Samstag hatten die Lions bei der 1:2-Heimniederlage nach Verlängerung trotz 40 Torschüssen nur einen Treffer zu Stande gebracht, diesmal dauerte es vor 7135 Zuschauern in der ausverkauften Les-Vernets-Halle bloss 40 Sekunden, ehe der bislang in den Playoffs enttäuschende Ryan Keller den ZSC nach einem Abpraller in Führung brachte. Im zweiten Drittel gingen die Gäste, die in den Playoffs erstmals mit Ryan Smith anstelle von Marc-André Bergeron antraten, dank dreier Tore innert 5:58 Minuten 4:0 (35.) in Führung. Spätestens nach dem 5:0 von Robert Nilsson in der 42. Minute stand der erste Sieg der Lions in Genf nach fünf Niederlagen fest. Mike Künzle (47.), Severin Blindenbacher in Unterzahl (50.) und Jan Neuenschwander (54.) im Powerplay erhöhten gar noch auf 8:0 - 2003 hatte Servette im Viertelfinal gegen Bern das erste Spiel auswärts 0:7 verloren. Keeper Lukas Flüeler feierte den zweiten Shutout in den diesjährigen Playoffs und den achten insgesamt in der laufenden Saison.

Genfer Goaliewechsel bringt nichts

Nilsson hatte in der in der 29. Minute nach einem Scheibenverlust der Genfer an der offensiven blauen Linie bereits für das 2:0 verantwortlich gezeichnet. Der Schwede, dem bereits im ersten Halbfinalspiel zwei Tore gelungen waren, liess beim Konter seine ganze technische Klasse aufblitzen. Danach war das Heimteam völlig von der Rolle. Das 3:0 (33.) und 4:0 erzielte PostFinance-Topskorer Roman Wick, wobei er beim zweiten Treffer den nach dem 0:3 anstelle von Robert Mayer eingewechselten 18-jährigen Gauthier Descloux von hinter der Torlinie bezwang. Wick hat damit bereits fünf Tore in den aktuellen Playoffs geschossen, drei gegen Servette.

Trotz des klaren Resultats war es aber keineswegs so, dass die Lions den Gegner an die Wand spielten. Nach einem guten Start hatten ab der 5. Minute bis zum 0:2 die Genfer mehr von der Partie. Die Stadtzürcher gerieten in dieser Phase einige Male gehörig unter Druck. In der 9. Minute beispielsweise lag der Puck frei vor dem Tor der Lions - Timothy Kast konnte davon jedoch nicht profitieren. In der 26. Minute scheiterte Cody Almond am spektakulär haltenden Lukas Flüeler, und in der gleichen Minute traf Jérémy Wick aus bester Position den Puck nicht richtig.

Servette hatte zudem Pech, dass sich Alexandre Picard, der Siegtorschütze vom Samstag, bereits im ersten Einsatz verletzte. Deshalb spielten die ohnehin physisch angeschlagenen Genfer praktisch die gesamte Begegnung mit nur zwei Ausländern - wie bereits in Spiel 3 ab Spielmitte. Die Vergangenheit gibt Servette aber Hoffnung. Im Viertelfinal verloren sie die vierte Partie gegen Lugano 2:7, kamen aber dennoch weiter. Gegen die Lions wird dies aber ungleich schwerer.

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Davos - Bern 3:1 (0:1, 3:0, 0:0)

6018 Zuschauer. - SR Stricker/Wiegand, Espinoza/Kaderli.

Tore: 17. Jönsuu 0:1 (Eigentor Samuel Walser). 28. Paulsson (Lindgren) 1:1. 33. Axelsson 2:1. 39. Paulsson (Sciaroni, Forster/Ausschluss Ruefenacht) 3:1.

Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Davos, 3mal 2 Minuten gegen Bern.

PostFinance-Topskorer:Marcus Paulsson; Martin Plüss.

Davos: Genoni; Félicien Du Bois, Samuel Guerra; Heldner, Forster; Jan von Arx, Paschoud; Schneeberger; Ambühl, Redenbach, Paulsson; Marc Wieser, Lindgren, Axelsson; Sciaroni, Samuel Walser, Dino Wieser; Simion, Corvi, Jörg; Gregory Hofmann.

Bern: Bührer; Beat Gerber, Gragnani; Flurin Randegger, Blum; Krueger, Philippe Furrer; Kreis, Sandro Wiedmer; Holloway, Ritchie, Jönsuu; Tristan Scherwey, Martin Plüss, Bertschy; Alain Berger, Ruefenacht, Simon Moser; Reichert, Gardner, Pascal Berger.

Bemerkungen: Davos ohne Reto von Arx und Koistinen, Bern ohne Kobasew, Jobin (alle verletzt) und Cloutier (überzähliger Ausländer). Lattenschuss Reichert (12.). Timeout Bern (58.).

Genève-Servette - ZSC Lions 0:8 (0:1, 0:3, 0:4) (Stand: 2:2)

7135 Zuschauer (ausverkauft). - SR Vinnerborg/Kurmann, Küng/Tscherrig.

Tore: 1. Keller (Shannon, Blindenbacher) 0:1. 29. Nilsson (Baltisberger) 0:2. 33. Wick 0:3. 35. Wick (Shannon/Ausschlüsse Jacquemet; Schäppi) 0:4. 42. Nilsson (Seger, Bärtschi) 0:5. 47. Künzle (Schäppi) 0:6. 50. Blindenbacher (Keller/Ausschluss Schäppi!) 0:7. 54. Neuenschwander (Bastl/Ausschluss Rubin) 0:8.

Strafen: 8mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 7mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions.

PostFinance-Topskorer: D'Agostini; Wick.

Genève-Servette: Mayer/Descloux (ab 33.); Loeffel, Bezina; Vukovic, Iglesias; Antonietti, Mercier; Trutmann; Jeremy Wick, Romy, Picard; D'Agostini, Tom Pyatt, Almond; Rubin, Kast, Rod; Traber, Jacquemet, Gerber; Douay.

ZSC Lions: Flüeler; Blindenbacher, Siegenthaler; Tallinder, Geering; Serger, Smith; Schmuckli; Künzle, Trachsler, Schäppi; Keller, Shannon, Nilsson; Bärtschi, Cunti, Wick; Baltisberger, Malgin, Bastl; Neuenschwander.

Bemerkungen: Genève-Servette ohne Taylor Pyatt, Ranger, Bays, Lombardi, Rivera, Marti. ZSC ohne Stoffel, Fritsche, Schnyder (alle verletzt), Bergeron und Tabacek (überzählige Ausländer). - 1. Picard verletzt ausgeschieden.

(si)

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