Aktualisiert 02.03.2011 15:40

Neuer VerteidigungsministerDe Maizière folgt auf Guttenberg

Der neue deutsche Verteidigungsminister heisst Thomas de Maizière. Der CDU-Mann war bisher Innenminister. Er sei ein Mann mit «brillantem Intellekt», erklärte Kanzlerin Merkel.

Wird Nachfolger von Karl-Theodor zu Guttenberg: Thomas de Maizière.

Wird Nachfolger von Karl-Theodor zu Guttenberg: Thomas de Maizière.

Der bisherige Bundesinnenminister Thomas de Maizière (57) wird neuer Verteidigungsminister. Das erklärte die Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch. Er folgt damit auf Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), der am Dienstag seinen Rücktritt erklärt hatte. Der CDU-Politiker de Maizière hatte erst 2009 das Amt des Innenministers übernommen. Neuer Innenminister soll CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich werden.

Merkel sagte dazu am Nachmittag vor der Presse in Berlin, sie schätze an de Maizière nicht nur seinen «brillanten Intellekt», sondern auch sein Eintreten für die ihm anvertrauten Menschen. Es werde ihm gelingen, die eingeleitete Bundeswehr-Reform entschlossen umzusetzen.

Sie sei ebenfalls überzeugt, dass Friedrich die Aufgaben als Innenminister mit grosser Tatkraft bewältigen werde. Mit ihm habe sie schon als CSU-Landesgruppenchef vertrauensvoll zusammengearbeitet. Es sei eine sachgerechte und personengerechte Lösung gefunden worden.

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Strippenzieher und Stratege

De Maizière (CDU) gilt als Strippenzieher und als Stratege im Hintergrund. Spätestens seit seiner Übernahme des Innenministeriums 2009 hat er auch Erfahrungen mit schwierigen Reformen sammeln können - und mit Gegenwind. All diese Qualitäten wird er im neuen Job als 16. Verteidigungsminister der Bundesrepublik gebrauchen können.

Seine politische Karriere begann der am 21. Januar 1954 geborene Cousin des letzten DDR-Ministerpräsidenten Lothar de Maizière 1983 als Mitarbeiter des Berliner Regierenden Bürgermeisters Richard von Weizsäcker (CDU) und später von Eberhard Diepgen. Der verheiratete Vater dreier Kinder war auch als Pressesprecher der Berliner CDU-Fraktion tätig.

Als Reformator beweisen

1990 wurde er Berater der letzten DDR-Regierung unter Lothar de Maizère. Zudem war er bei der Ausarbeitung des Einigungsvertrages zwischen beiden deutschen Staaten aktiv.

Im November 2005 wurde der CDU-Politiker unter der Grossen Koalition im Bund zum Kanzleramtschef berufen. Mit dem Wechsel zu Schwarz-Gelb 2009 wurde er Innenminister. Nun muss er sich als «Reformator» der Bundeswehr beweisen.

Der CSU-Politiker Guttenberg war am Dienstag von allen politischen Ämtern zurückgetreten. (dapd)

Der neue deutsche Innenminister

CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich ist ein Mann der ruhigen, freundlichen Worte. Gleichwohl weiß er, was er will. Nach einer zielstrebigen Karriere hat es der 53-Jährige jetzt bis ganz an die Spitze geschafft: Er soll Innenminister im Kabinett von Angela Merkel werden.

Friedrich kennt sich mit dem Politikbetrieb in Berlin bestens aus und weiß zudem genau, wie die Machtspiele in der Union laufen. Er ist zäh, er gilt als gut vernetzt, kommunikativ und glaubwürdig. Dass Friedrich im richtigen Moment politische Entscheidungen durchsetzen kann, bewies er nach der Bundestagswahl 2009 als Leiter der Koalitionsarbeitsgruppe Verkehr-Bauen-Wohnen. Dort agierte der Verkehrsexperte so geschickt, dass er danach nicht nur ein großes Lob seines Parteichefs Seehofer erntete, sondern sogar selbst als Kandidat für das Verkehrsressort gehandelt wurde.

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