Aktualisiert 25.05.2020 07:10

Drogenhandel in Brugg

Dealer warten vor Entzugsklinik auf Kunden

Vor der Entzugsklinik in Windisch im Kanton Aargau treiben Drogendealer ihr Unwesen. Sie bieten den Süchtigen ihren Stoff an.

von
Sven Forster
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Am Bahnhof in Brugg treiben sich viele Drogendealer herum.

Am Bahnhof in Brugg treiben sich viele Drogendealer herum.

Der Grund: Die nahegelegene Entzugsklinik.

Der Grund: Die nahegelegene Entzugsklinik.

Die Dealer haben sich diesen Umstand zunutze gemacht.

Die Dealer haben sich diesen Umstand zunutze gemacht.

Getty Images/iStockphoto

Darum gehts

  • In Brugg versuchen Dealer, ihre Drogen an Patienten der Entzugsklinik zu bringen.
  • Die Polizei macht regelmässige Kontrollen, eine Verhaftung ist allerdings schwierig.
  • Patienten regen sich über die Dealer auf.
  • Die Klinik nimmt ihre Patienten in die Pflicht.

Süchtige, die sich ins Zentrum für Abhängigkeitserkrankungen in Windisch begeben, verkehren über den Bahnhof in Brugg. Drogendealer haben sich diesen Umstand zunutze gemacht und verkaufen ihren Stoff dort an die Süchtigen. Ein Patient der Klinik sagt gegenüber dem «Blick»: «Uns werden täglich Drogen angeboten, das ist ein Riesenproblem. Dass die einfach so rumlaufen dürfen, macht mich wütend.» Die Dealer gefährden den Entzug vieler Leute.

Das Problem ist nicht nur den Patienten der Entzugsklinik bekannt, sondern auch der Polizei. Immer wieder kontrollieren Teams der Kantonspolizei die mutmasslichen Dealer am Bahnhof und untersuchen deren Taschen. Meistens ohne Erfolg, denn die Dealer bunkern die Drogen nicht bei sich, sondern irgendwo anders. Den Polizisten sind also die Hände gebunden.

Für Festnahme braucht es Beweise

Durch die Kontrollen kann die Polizei immerhin manchmal den Drogenverkäufern einen Strich durch die Rechnung machen. «Durch die sichtbare Präsenz an bekannten Hotspots verunsichern wir die Dealer und schaffen Sicherheit», sagt Roland Pfister von der Kantonspolizei Aargau. Er betont allerdings auch gegenüber der Zeitung: «Festnahmen sind schwierig, es muss jedes Mal bewiesen werden, dass ein Verkauf stattfindet.»

Auch die Klinikleitung weiss von dem Problem. Patrik Roser (43), Chefarzt und Leiter des Zentrums für Abhängigkeitserkrankungen, sagt: «Wo es ein suchtmedizinisches Angebot gibt, zieht es Dealer an.» Man versuche, jeden Handel mit Drogen anzuzeigen. Solche Vorfälle störten das System, das den Süchtigen helfen solle. Roser nimmt die Patienten selbst ebenfalls in die Pflicht: «Sie müssen lernen, den Reizen zu widerstehen. Draussen gibt es immer wieder Versuchungen.»

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25 Kommentare
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Ruedi

25.05.2020, 11:46

Wie wäre es mit Undercover-Cops! Gibt es die in der Schweiz nicht mehr? Sonst jagen sie Leute wegen ein paar Hanfsamen und hier kriegen sie es nicht auf die Reihe, diese miesen Dealern zu schnappen?

Windischerin

25.05.2020, 11:08

Die Situation ist tragisch aber nicht neu- die Polizei hat kaum Handhabe. Es ist auch für Passanten unangenehm und beängstigend. Viele der Leute die dort rumhängen konsumieren wohl selber oder trinken Alkohol schon am Morgen früh. Streitereien, Schlägerein sind Alltag. Alle sehen es, handeln kann man kaum. Und übrigens die Fotos sind schlecht recherchiert.

Chääs

25.05.2020, 10:59

nun, ich würde mal sagen, wer an die vorbei kommt ohne weich zu werden, hats geschafft.. ;-) Die Dealer sollten aber trotzdem hart bestraft werden.