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Dean schlägt erneut in Mexiko zu

Zum zweiten Mal in zwei Tagen ist der Hurrikan Dean auf mexikanisches Gebiet vorgedrungen. Über dem Golf von Mexiko sammelte er neue Kraft und wurde wieder zur Kategorie zwei hochgestuft.

Mit Windgeschwindigkeiten bis zu 160 Kilometern pro Stunde erreichte er gegen Mittag Ortszeit (19.00 Uhr MESZ) die kleine Hafenstadt Tecolutla an der zentralmexikanischen Küste, wie das Nationale Hurrikanzentrum der USA mitteilte. Die Bewohner waren bereits zuvor in Notunterkünfte weiter landeinwärts gebracht worden. Der Wirbelsturm war kurz vor Erreichen der Küste wieder zur Kategorie 2 heraufgestuft worden.

Die Halbinsel Yucatán, die der Hurrikan zuvor erfasst hatte, blieb von der befürchteten Katastrophe verschont. Der Wirbelsturm verursachte allerdings massive Schäden. Auf seinem Weg liess er zerstörte Häuser, entwurzelte Bäume und überflutete Städte zurück. Es gebe bisher keine Informationen über Todesopfer, teilte Präsident Felipe Calderón mit, der von einem Besuch in Kanada vorzeitig zurückgeeilt war.

In der Stadt Majahual, an der Ostküste der Halbinsel Yucatán gelegen, drückte die volle Wucht des Hurrikans mehrere hundert Häuser ein und richtete schwere Schäden in dem auch von Kreuzfahrtschiffen genutzten Hafen an. Angesichts der Windgeschwindigkeit von 270 Kilometern in der Stunde blieben die Schäden aber überschaubar. Weitgehend verschont wurden die Ferienzentren bei Cancún. Noch keine Informationen lagen allerdings aus dem dünn besiedelten Landesinneren vor, wo die Siedlungen der Maya-Indianer auf Yucatán zunächst nicht zu erreichen waren.

Über Land schwächte sich der Wirbelsturm schnell ab und wurde von der Kategorie 5 auf die niedrigste Kategorie 1 heruntergestuft. Dennoch zog Dean mit heftigen Regenfällen über den Küstenstreifen an der Bucht von Campeche hinweg. Die Stadt Ciudad del Carmen stand am Mittwoch zu 70 Prozent unter Wasser, wie die Behörden mitteilten.

Völlig lahmgelegt wurde die Ölförderung der Off-Shore-Plattformen in der Bucht von Campeche. Betroffen waren mehr als 100 Fördertürme und drei grosse Ölexporthäfen. Die Tagesproduktion wurde dadurch um 2,7 Millionen Barrel Öl gedrosselt. Bei Laguna Verde an der zentralmexikanischen Küste wurde das einzige Atomkraftwerk vorsorglich heruntergefahren. Aus Tuxpan und anderen Städten entlang der Küste wurden mehr als 10.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Im gesamten mexikanischen Staat Veracruz wurden die Schulen geschlossen.

Über dem warmen Wasser verstärkte sich der Hurrikan wieder auf eine Windgeschwindigkeit von 160 Kilometern in der Stunde. Dean ist der drittstärkste Hurrikan der Geschichte, der das Festland erreicht. Zuvor waren auf mehreren Inseln in der Karibik 13 Menschen ums Leben gekommen.

(dapd)

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