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Aktive SterbehilfeDebbie hat gewonnen

Debbie Purdys Kampf hat sich gelohnt: Die an Multipler Sklerose erkrankte Frau hat in London erreicht, dass ihr Mann straffrei bleibt, sollte er sie in die Schweiz zur Sterbehilfeorganisation Dignitas bringen.

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Die obersten Richter im House of Lords in London haben am Donnerstag im Sinne von Debbie Purdy entschieden, die an Multiple Sklerose leidet und einen Selbstmord mit Hilfe der Schweizer Organisation Dignitas in Betracht zieht. Die 46-jährige Frau wollte die Behörden dazu bringen, ihr verbindlich zu erklären, ob ihr Mann im Fall einer aktiven Sterbehilfe mit Strafverfolgung rechnen müsse. Damit wollte sie verhindern, dass ihr Ehemann von der Staatsanwaltschaft verfolgt wird, wenn dieser sie zum Sterben in die Schweiz bringt.

Grund für die Unklarheit war, dass in Grossbritannien zwar Hilfe zum Selbstmord nicht erlaubt ist, bislang aber niemand verfolgt wurde, der seinen Angehörigen zum Sterben in die Schweiz gefahren hatte.

Länger leben dank Sterbehilfe

Purdys Standpunkt war sehr klar: Sie sagte, wenn sie wisse, dass ihr Mann straffrei bleibe, könne sie länger am Leben festhalten. Denn dann habe sie die Gewissheit, dass ihr Mann Sterbehilfe leisten könne, wenn sie selbst nicht mehr dazu in der Lage sei.

Nach dem bisherigen Recht wird Sterbehilfe als Beihilfe zum Selbstmord mit bis zu 14 Jahren Haft geahndet. Das Gesetz wird aber selten angewandt. Staatsanwälte haben kürzlich erklärt, dass es in diesen Fällen nur dann zu einer Strafverfolgung komme, wenn ein öffentliches Interesse vorliege.

Die britische Regierung muss nun nach einer Entscheidung der Lordrichter neue Richtlinien zur aktiven Sterbehilfe verabschieden. In seiner Eigenschaft als Director of Public Prosecutors sagte der leitende Staatsanwalt Keir Starmer, er akzeptiere das Urteil der Lordrichter und werde bereits bis Ende September einige vorläufige Richtlinien vorlegen. (kle/sda/dapd)

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