Deckeneinsturz: Es war die Schalung
Aktualisiert

Deckeneinsturz: Es war die Schalung

Die Ursache des Deckeneinsturzes in einem Rohbau im aargauischen Strengelbach, bei dem im Dezember zwei Bauarbeiter ums Leben kamen, ist weitgehend geklärt. Probleme mit der Deckenschalung führten gemäss Untersuchung zum Arbeitsunfall.

Eine Viertelstunde vor dem Einsturz habe ein Bauarbeiter bemerkt, dass ein Querbalken der Konstruktion drei bis fünf Zentimeter durchhänge, sagte Untersuchungsrichter Erik Imhof am Dienstag an einer Medienkonferenz in Zofingen. Mit einer Stockwinde sei dieser Jochträger wieder hochgedrückt worden.

Weitere Stützen seien unterstellt worden. In der Folge habe die ganze Schalungskonstruktion an Tragfähigkeit und Stabilität eingebüsst, führte der Zofinger Bezirksamtmann Imhof aus. Es müsse davon ausgegangen werden, dass schliesslich ein Jochträger gebrochen oder gekippt sei.

Der Bericht stützt sich auf Abklärungen des Wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zürich und eines Bauingenieurs der SUVA. Weitere Gutachten sollen zeigen, wer für den Arbeitsunfalls juristisch verantwortlich ist. Gegen den Bauführer und gegen einen Polier laufen gemäss Imhof Strafverfahren.

150 Tonnen Flüssigbeton

Zwei Bauarbeiter im Alter von 31 und 36 Jahren hatten beim Einsturz der Tiefgaragendecke am 6. Dezember ihr Leben verloren. Die Decke brach um 10 Uhr beim Einfüllen von Flüssigbeton ein. Rund 150 Tonnen oder 70 Kubikmeter Beton waren bis zum Einsturz ausgebracht worden.

Die Rettungskräfte hatten die beiden verschütteten Männer im Gewirr aus Armierungseisen und Flüssigbeton vor der Bergung zuerst lokalisieren müssen. Eine Stunde nach dem Einsturz wurde der erste, nach zwei Stunden der zweite Bauarbeiter tot geborgen. Zwei Bauarbeiter waren leicht verletzt worden.

(sda)

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