Orgel verstummt: Deep-Purple-Legende Jon Lord gestorben

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Orgel verstummtDeep-Purple-Legende Jon Lord gestorben

Orgelklänge gehören zu Deep Purple, wie die britische Band zur Rockgeschichte. Jetzt ist der Mann, der für Deep Purple an der Orgel sass, tot. Jon Lord starb im Alter von 71 Jahren.

von
jbu
Deep-Purple-Fans aus aller Welt trauern um den Keyboarder und Organisten der Band.

Deep-Purple-Fans aus aller Welt trauern um den Keyboarder und Organisten der Band.

Die Rockwelt trauert um Jon Lord: Das Gründungsmitglied der englischen Rockband Deep Purple starb am Montag im Alter von 71 Jahren in London. Der Keyboarder erlag «nach langem Kampf mit Bauchspeicheldrüsenkrebs» einer Lungenembolie, wie es hiess.

Jon Lord sei «im Kreise seiner liebenden Familie» in einer Klinik gestorben, teilten die Betreiber seiner persönlichen Webseite mit. Als Hammond-Organist trug Lord massgeblich zum Erfolg von Deep Purple in den späten 60er und frühen 70er Jahren bei.

Fangemeinde trauert im Internet

«Jon geht aus der Dunkelheit ins Licht», heisst es in einem Nachruf auf seiner Webseite. Fans aus aller Welt trauern auch auf Facebook und einer speziell angelegten Gedenkseite. «Jon war kein Musiker, er war ein Magier», ist auf letzterer beispielsweise zu lesen.

Lord wurde am 9. Juni 1941 in der englischen Stadt Leicester geboren. Am Klavier der Familie machte er seine ersten musikalischen Erfahrungen. Anfang der 60er Jahre tingelte Lord durch die Jazz- Kneipen.

Seine erste Band, in der er regelmässig spielte, war die vom Saxophon dominierte Bill Ashton Combo. Als Keyboarder begleitete er dann eine Reihe weiterer Bands wie die Artwoods, geleitet von Art Wood, dem Bruder des späteren Rolling Stone Ronnie Wood.

Die grosse Karriere begann dann 1968 mit Deep Purple. Sowohl im Studio als auch auf der Bühne wirkte Jon Lord als kreativer Ideengeber. Daneben nahm er sich auch immer die Zeit für Solo-Werke mit Anleihen bei der klassischen Musik.

Orgel in Rockszene salonfähig gemacht

Deep-Purple-Songs wie «Smoke on the Water» oder «Highway Star» prägten unter dem Einfluss von Jon Lord das Lebensgefühl einer ganzen Generation. Diese 1972 erschienenen Songs werden bis heute auf den Rockbühnen der Welt gespielt.

Zudem trug Jon Lord massgeblich dazu bei, Rockmusik mit klassischer Musik zu versöhnen: Die einst «lauteste Band der Welt» trat mit dem Royal Philharmonic Orchestra in der Royal Albert Hall auf, mit einem von Jon Lord verfassten Werk für Rockband und Orchester.

Bis 2002 bei Deep Purple

Jon Lord war von der Gründung 1968 bis im Jahr 2002 Mitglied von Deep Purple. Zum Ausklang einer wechselvollen Bandgeschichte mit Krisen, Auflösung und Comeback trat Jon Lord im September 2002 zum letzten Mal mit Deep Purple auf. Aber auch danach setzte sich Jon Lord immer wieder an die Tasten, produzierte weitere Alben oder trat mit Orchesterwerken auf.

Noch im vergangenen Jahr war er mit seinem Jon Lord Blues Project zu hören - bis er im August 2011 mitteilte, dass er an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt sei. Jetzt hat er den Kampf gegen die Krankheit verloren.

In Titeln wie Highway Star kommt Jon Lords Einfluss zum Tragen. (Video: Youtube.com/guitarman2233)

(jbu/sda)

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