Aktualisiert

Ski-WMDéfago und Co. sind die krassen Aussenseiter

Heute werden bei der Ski-WM in Schladming die Abfahrtsmedaillen der Männer vergeben. Die Schweizer dürften nicht zu den Empfängern gehören.

von
P. Berger & H. Egli
Schladming

Die Favoriten bei der Herren-Abfahrt an der Ski-WM in Schladming kommen aus Italien, Österreich und Norwegen. Aber sicher nicht aus der Schweiz. Didier Défago, Carlo Janka, Patrick Küng und Silvan Zurbriggen sind bloss krasse Aussenseiter.

Auch wenn Zurbriggen am Freitag auf der verkürzten Trainingsfahrt mit dem siebten Platz aufhorchen liess. Der Walliser hatte sich dabei in der internen Ausmarchung um den letzten Startplatz gegen Vitus Lüönd und Marc Gisin durchgesetzt. Der Routinier profitierte dabei auch von Lüönds Pech. Der Schwyzer hatte sich am Donnerstag im ersten Training in die Pole-Position gebracht. Am Freitag hat er nach einem Schlag auf den Ski aufgeben müssen.

Verdacht auf Kreuzbandriss

Der 28-jährige Schwyzer bremste die Fahrt sofort ab und fasste sich ans Knie. Die erste Diagnose von Swiss-Ski-Teamarzt Hans Spring deutet auf einen Riss des rechten vorderen Kreuzbandes. Lüönd kam diese Saison gerade erst von einer Kreuzbandverletzung im linken Knie zurück. Bereits vor vier Jahren erlitt er dieselbe Verletzung am rechten Knie. Der B-Kader-Athlet reiste noch am Freitag in die Schweiz zurück und lässt sich am Samstag bei seinem Vertrauensarzt in Appenzell genauer untersuchen. Sollte sich der Verdacht bestätigen, steht die Karriere des Pechvogels auf dem Spiel.

Ein Trio als Goldanwärter

Als Kronfavoriten gelten die Italiener Christof Innerhofer und Dominik Paris sowie der Österreicher Hannes Reichelt. Die Südtiroler lieben pickelharte Verhältnisse wie sie am Samstag bei Minus-Graden auf der Planai prophezeit werden. Doch Innerhofer stapelt tief. «Reichelt holt Abfahrts-Gold», schiebt der Italiener die Favoritenrolle dem Österreicher zu. Hannes Reichelt hatte am Donnerstag die einzige Trainingsabfahrt auf der kompletten Piste gewonnen. «Das ist kein Wunschkonzert», wiegelt Reichelt ab.

Gut und Gisin zur Superkombi

Neben dem Top-Trio werden auch dem Österreicher Klaus Kröll und dem Norweger Aksel Lund Svindal Siegeschancen eingeräumt. Lokalmatador Kröll ist sich dem Druck bewusst: «Die Erwartungshaltung ist gewaltig gross. Alle erwarten Gold, aber über Silber wäre ich sicher auch nicht böse.» Svindal sieht dagegen «mindestens zehn Leute» als Gold-Anwärter. «Dazu zähle ich drei bis vier Österreicher.»

Ab 11 Uhr endet am Samstag der (Favoriten-)Poker der Fahrer, dann müssen sie die Karten auf den Tisch legen.

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