Aktualisiert 11.08.2009 22:36

ÖkosiedlungDegersheimer fürchten sich vor «Hippie-Kommune»

Das neue Degersheimer Ökodorf ist bald fertig. Über 50 Personen werden dort in einer Art Kommune zusammenleben. Das geht einigen Anwohnern gegen den Strich.

von
Marlene Kovacs

Mitten in der 4000-Seelen-Gemeinde Degersheim entsteht zurzeit eine Ökosiedlung. «Die Vision ist, eine ganzheitliche Dorfgemeinschaft aufzubauen», sagt Mitglied René Duveen. Hauptziel der Gemeinschaft sei es, einen naturverbundenen Ort der Spiritualität, Kultur und der Begegnung zu schaffen. Zu den Grundsätzen gehört auch, sich zu einem grossen Teil selbst zu versorgen und aktiv in die Gemeinschaft einzubringen. Diese Lebensphilosophie geht einigen Degersheimern aber gegen den Strich. «Wir wollen hier keine Hippie-Kommune haben», sagt ein 21-jähriger Einheimischer. Diese Menschen würden das Dorf mit ihrer eigenartigen Lebensweise überrollen. Auch eine 50-jährige Degersheimerin ist skeptisch: «Kurgäste wären uns viel lieber als diese grünen Eigenbrötler.»

Gemeindepräsident Reto Gnägi kann die Kritik nicht verstehen: «Es handelt sich dabei ja nicht um eine Sekte.» Es sei zwar kein alltägliches Projekt, doch müsse man offen für Neues sein. Auch die Gemeinschaft selbst versteht die Aufregung nicht. «Jeder, der Bedenken hat, kann vorbeikommen und mit uns reden», so Duveen.

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