Facial Steaming: So gefährlich ist der Dampf für dein Gesicht

Facial Steaming – also eine Gesichtsbehandlung mit heissem Dampf – soll die Hautreinigung effektiver machen. Ein Experte warnt allerdings vor den Risiken der Praxis. 

Facial Steaming – also eine Gesichtsbehandlung mit heissem Dampf – soll die Hautreinigung effektiver machen. Ein Experte warnt allerdings vor den Risiken der Praxis. 

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Dermatologe warntDein Gesicht zu bedampfen kann richtig gefährlich werden

Beim Facial Steaming sollst du die Poren in deinem Gesicht mit Wasserdampf öffnen und es so intensiver reinigen und pflegen können. Klingt gut? Ein Dermatologe rät dringend davon ab.

von
Malin Mueller

Facial Steaming ist gerade überall. Du hast den Begriff noch nie gehört? Eines der vielen Geräte für den Heimgebrauch, die Wasserdampf erzeugen und dir diesen im Anschluss ins Gesicht pusten, wurde dir bei Social Media sicher schon gesponsert. Wir nehmen das gehypte Produkt genauer unter die Lupe.

Dr. med. Martin Kägi ist leitender Arzt beim Hautzentrum Zürich und Facharzt (FMH) für Dermatologie, Immunologie und Allergologie. Er verrät, warum man vom Facial Steaming lieber die Finger lässt.

Dr. med. Martin Kägi ist leitender Arzt beim Hautzentrum Zürich und Facharzt (FMH) für Dermatologie, Immunologie und Allergologie.

Dr. med. Martin Kägi ist leitender Arzt beim Hautzentrum Zürich und Facharzt (FMH) für Dermatologie, Immunologie und Allergologie.

hautzentrum-zuerich.ch

Was ist Facial Steaming?

Bevor wir einsteigen, noch ein paar Infos zum vermeintlichen Top-Weihnachtsgeschenk: Gesichts- oder Facial Steamer sehen etwa so aus wie Inhalatoren und funktionieren im Prinzip auch genauso: Sie erzeugen Wasserdampf und richten ihn aufs Gesicht.

Statt gegen eine Erkältung zu helfen, soll der Dampf aber die Durchblutung verbessern und die Poren öffnen, um das Gesicht im Anschluss besser reinigen zu können. Die Behandlung wurde ursprünglich in Kliniken und Kosmetikstudios angewendet – hier kommt sie aber immer seltener zum Einsatz. Und das hat seinen Grund.

Facial Steaming ist nicht mehr zeitgemäss

Einer der Orte, der diese Behandlung aus dem Programm genommen hat, ist das Hautzentrum Zürich. «Das Facial Steaming zur Hautreinigung war vor zehn Jahren aktuell», so Dr. med. Kägi. Mit technischen Geräten könne man heute aber effektiver und schonender bessere Ergebnisse erzielen als mit heissem Dampf. «Etwa mit Ultraschall oder einer Mikrodermabrasion.» Grundsätzlich sei bei Personen mit gesunder Haut zwar nichts gegen das Steaming einzuwenden. Allerdings warnt der Experte vor Risiken, sobald man sich minimal verschätzt.

Wie pflegst du deine Haut?

Risiken überwiegen

Das grösste Risiko? Der Dampf selbst. «Schon bei einer Dampftemperatur von 45 Grad riskiert man Verbrennungen auf der Haut – dahin gelangt man schnell.» Dazu erwähnt der Dermatologe die Gefahr durch kosmetische Produkte, die nach dem Steaming auf die Haut aufgetragen werden: «Kosmetika mit aktiven Wirkstoffen wurden meist nicht dazu entwickelt, direkt nach einer Dampfbehandlung angewendet zu werden. Sie dringen im Anschluss viel tiefer in die Haut ein als vorgesehen. So kann es zu Nebenwirkungen, Allergien oder Hautschäden kommen.»

Und dann wären da noch Pickel und Co., von denen man noch gar nicht wusste, dass man sie hat. «Entzündungen unter der Haut werden an die Oberfläche befördert und durch die feuchte Hitze befeuert.»

Durch Facial Steaming können Unreinheiten unter der Haut befeuert werden und an die Oberfläche treten. 

Durch Facial Steaming können Unreinheiten unter der Haut befeuert werden und an die Oberfläche treten. 

Pexels/Ron Lach

Hautkrankheiten verschlimmern

Schon bei gesunder Haut ist Facial Steaming also nicht das Höchste der Gefühle. Richtig gefährlich wird es bei Patientinnen und Patienten mit Hauterkrankungen. Dr. med. Kägi warnt: «Hat jemand mit Rosazea oder Akne zu kämpfen, ist es schädlich, die Haut mit Wärme zu belasten. Sie reagiert mit einer Zunahme von Entzündungen, statt sich zu erholen.»

Sicherer ist der Gang zur Dermatologie-Praxis. «Hier kann genau angeschaut werden, was die Probleme sind und wie die betroffene Person behandelt werden sollte. Hautexperimente können schnell nach hinten losgehen und mehr schaden als nutzen.» 

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