Aktualisiert 08.09.2009 17:37

Heirat«Dein» ist nicht in jedem Fall auch «mein»

Am 9.9.09 geben sich viele Paare das Jawort. Weniger romantisch ist, dass die Eheschliessung auch Einfluss auf die Vermögenssituation hat.

von
Dajan Roman

«Wer keine besondere Vereinbarung trifft, führt die Ehe gemäss den gesetz­lichen Vorschriften der Errungenschaftsbeteiligung», sagt Rechtsanwalt Reto ­Annen. Die Besonderheiten dieses Güterstandes kommen hauptsächlich bei der Auflösung der Ehe – durch Tod oder Scheidung – zum Tragen. Dann haben die Ehegatten Anspruch auf je die Hälfte der Errungenschaft des andern. «Zur ­Errungenschaft gehören insbesondere Lohn oder Sozialversicherungsleistungen», erklärt Annen. Trotzdem kann während der Ehe jeder Ehegatte frei über sein Vermögen verfügen. Annen: «Dabei ist immer der Schutz der ehelichen Gemeinschaft zu beachten.» Für seine Schulden hafte aber jeder Ehegatte selber: «Ausgaben für den täglichen Bedarf der Familie sind die Ausnahme.»

Für die anderen Güterstände – die Gütertrennung und die Gütergemeinschaft – muss das Ehepaar einen ­notariell beglaubigten Ehe­vertrag abschliessen. «Eine ­Gütertrennung wird zum Beispiel oft bei Zweitehen gewünscht, wenn beide ­Ehepartner bereits über ­beachtliches Vermögen verfügen und keine gemein­samen Kinder wollen.» Bei der Gütertrennung werde nämlich der Ehepartner, der sich vorwiegend der Kindererziehung widme, benachteiligt. «Bei einer Scheidung erhält dieser ausser all­fälligen Unterhaltszahlungen nichts», so Annen. Will das Ehepaar sich im Hinblick auf den Tod eines ­Ehegatten gegenseitig begünstigen, reicht ein Ehe- und Erb­vertrag. Annen: «Dann muss der Güterstand nicht zwingend geändert werden.»

Vermögen während Ehe

Beim ordentlichen Güterstand der Errungenschafts­beteiligung ist das Vermögen ­jedes Ehegatten in zwei Bereiche aufgeteilt: Errungenschaft und Eigengut. Das Eigengut umfasst unter anderem alles, was man schon vor der Ehe besass, sowie Gegenstände des persönlichen Gebrauchs und Erbschaften. Das Eigengut ­verbleibt auch bei der Auflösung der Ehe beim jeweiligen Ehe­gatten. Die Errungenschaft ­besteht aus während der Ehe ­erwirtschaftetem Vermögen (vor allem Einkommen) und wird bei der Auflösung der Ehe hälftig geteilt.

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