Axpo Super League: Déjà-vu-Erlebnis für den FC Thun
Aktualisiert

Axpo Super LeagueDéjà-vu-Erlebnis für den FC Thun

Der Aufsteiger sorgt mit einem sehr guten Saisonstart für Aufsehen. Die Tabellenposition hinter Leader FC Basel ist für die Berner Oberländer jedoch keineswegs Neuland.

von
Herbie Egli
Beim FC Thun läufts momentan wie geschmiert. (Bild: Keystone)

Beim FC Thun läufts momentan wie geschmiert. (Bild: Keystone)

Vier Runden sind in der neuen Saison der Axpo Super League absolviert. Nur eines der zehn Teams hat noch nie verloren – der FC Thun. Macht der Aufsteiger so weiter, kann er sich nächstes Jahr für die Champions League qualifizieren. Angesichts der noch jungen Saison ist das natürlich Zukunftsmusik. Vor sechs Jahren war es aber Realität.

In der Saison 2004/2005 startete der FC Thun ebenfalls furios. Nach zwei Runden grüsste das Team des damaligen Trainers Hanspeter Latour sogar von der Tabellenspitze. Nach vier Runden betrug der Rückstand auf Leader Basel wie jetzt nur einen Punkt. Latour ging in der Winterpause zu GC, Urs Schönenberger wurde neuer Trainer. Dieser Wechsel änderte nicht viel und der Höhenflug hielt an. Thun beendete die Saison hinter Basel auf dem zweiten Tabellenplatz und qualifizierte sich anschliessend für die Champions League.

«Könnte in ähnliche Richtung gehen»

Einer, der das Thuner Märchen vor sechs Jahren hautnah miterlebte, ist Andres Gerber. Damals Verteidiger und Captain des Teams, heute Sportchef beim FC Thun. Der 37-Jährige kann zwischen 2004 und jetzt sogar Parallelen ziehen. «Es könnte in eine ähnliche Richtung gehen. Auf dem Platz und im Umfeld stimmt es wieder», so Gerber zu 20 Minuten Online. «Es sind wieder Schwingungen wie damals vorhanden.»

Dass es momentan so gut läuft, hat für Gerber auch mit dem Mannschaftsgefüge zu tun. «Das Team ist ähnlich aufgestellt. Wir haben junge, hungrige Spieler und Routiniers. Aber keine Divas mehr wie damals.» Und dann ist da auch noch Nick Proschwitz. Der deutsche Neuzuzug vom FC Vaduz, der letzte Saison Torschützenkönig der Challenge League war. Er hat im Thuner Dress bereits dreimal getroffen. Der Goalgetter ist für Gerber «nicht nur als Spieler eine grosse Bereicherung, sondern auch als Typ».

Wie lange der Thuner Höhenflug noch anhält, ist unklar. Mit YB, Xamax, GC und St. Gallen hatten die Berner nicht die schwierigsten Gegner anfangs Saison. In den nächsten drei Runden warten andere Kaliber. Sion und Luzern auswärts, dazwischen Basel zuhause. Wer beim Saisonauftakt YB ein Unentschieden abringt, kann aber auch gegen diese drei Gegner bestehen.

Aufstieg in letzter Minute

Um ein Haar wären die Berner Oberländer diese Saison gar nicht in der obersten Schweizer Spielklasse vertreten. In der vergangenen Challenge-League-Saison lieferte sich Thun mit Lugano ein heisses Duell bis zum Schluss. In der letzten Runde fing das Team mit Trainer Murat Yakin die Tessiner an der Tabellenspitze noch ab und schaffte so den direkten Aufstieg.

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