Del Ponte: «Mladic wird sich niemals freiwillig stellen»
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Del Ponte: «Mladic wird sich niemals freiwillig stellen»

Der wegen Kriegsverbrechen gesuchte ehemalige Armeechef der bosnischen Serben, Ratko Mladic, wird sich nach Meinung der Chefanklägerin des UNO-Kriegsverbrechertribunals in Den Haag, Carla del Ponte, niemals freiwillig der UNO-Justiz stellen.

«Auf Grund dessen, was wir aus seiner militärischen Karriere wissen, wird er sich absolut niemals freiwillig stellen», sagte del Ponte der Belgrader Zeitung «Vecernje novosti» (Samstagsausgabe). Elf Jahre nach Erhebung der Anklage wegen Kriegsverbrechen in Bosnien würde sich Mladic weiter in Serbien verstecken.

Dies hätten endlich auch die serbischen Behörden zugegeben und Ministerpräsident Vojislav Kostunica habe ihr Anfang des Jahres versprochen, Mladic bis Ende April nach Den Haag zu überstellen. Dazu sei es aber nicht gekommen, bedauerte die Chefanklägerin.

Zum neuen serbischen «Aktionsplan» zur Festnahme von Mladic sagte Del Ponte, dass es nun erstmals in Serbien den politischen Willen gebe, den Angeklagten zu ergreifen und an die UNO-Justiz zu überstellen.

«Zum ersten Mal glaube ich, dass die Regierung Serbiens Mladic festnehmen will und deswegen stelle ich keine neuen Fristen dafür», sagte Del Ponte. Wegen des Ausbleibens der Mladic-Festnahme hat die Europäische Union die Assoziierungsverhandlungen mit Serbien ausgesetzt.

(sda)

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