Aktualisiert 30.06.2016 09:49

Stan Wawrinka

«Del Potro wird eine grosse Herausforderung»

Stan Wawrinka spricht im Exklusiv-Interview über Wimbledon, Olympia und seinen neuen Teilzeit-Helfer Richard Krajicek.

von
Tracy Kawalik, London
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Freitag, 8. Juli 2016Grosse Enttäuschung bei Roger Federer. Der Maestro verliert den Halbfinal gegen Milos Raonic in fünf Sätzen 3:6, 7:6 (7:3), 6:4, 5:7, 3:6. Damit verpasst er den 11. Wimbledon-Final.

Freitag, 8. Juli 2016Grosse Enttäuschung bei Roger Federer. Der Maestro verliert den Halbfinal gegen Milos Raonic in fünf Sätzen 3:6, 7:6 (7:3), 6:4, 5:7, 3:6. Damit verpasst er den 11. Wimbledon-Final.

AFP/Leon Neal
Federer kommt im Entscheidungssatz zu Fall.

Federer kommt im Entscheidungssatz zu Fall.

/Adam Pretty
Er muss sich kurz behandeln lassen, kann danach aber weiter spielen.

Er muss sich kurz behandeln lassen, kann danach aber weiter spielen.

AP/Alastair Grant

Stan Wawrinka, Sie bestreiten Wimbledon zum 12. Mal. Ihre besten Resultate haben Sie 2014 und 2015 mit dem Viertelfinal erreicht. Welche Anpassungen in Ihrem Spiel haben Sie über die Jahre vorgenommen?

Es stimmt, ich habe das Gefühl, dass ich jedes Jahr besser spiele. Ich wuchs auf Sandplätzen auf, also auf einer langsameren Unterlage, deshalb war es zu Beginn schwierig auf so schnellen Plätzen. Ich brauchte Zeit, um mein Spiel und meine Beinarbeit anzupassen. Zudem habe ich in den letzten Jahren gelernt, das Spiel auf Rasen besser zu verstehen.

Sie haben für die Rasensaison den ehemaligen Wimbledonsieger Richard Krajicek in Ihr Team geholt. Wie ist es, mit ihm zu trainieren?

Ich habe diesen Entscheid zusammen mit Magnus (Norman, der Coach; die Red.) gefällt, um zu schauen, ob er mein Spiel weiterbringen kann. Bisher läuft es ziemlich gut. Ich hoffe, dass er meinem Spiel nicht nur für Wimbledon, sondern fürs ganze Jahr helfen kann.

Haben Sie Krajiceks Einfluss in der ersten Runde bereits gespürt?

Normalerweise braucht es Zeit, bis sich etwas im Match auswirkt, das man trainiert hat. Ich muss zuerst einmal ein paar Spiele gewinnen, um Selbstvertrauen aufzubauen, und dann kann man schauen, ob ich mich verbessert habe.

Sie treffen in der zweiten Runde auf Juan Martín del Potro. Was erwarten Sie vom Match?

Ich erwarte einen harten Match. Er war über all die Jahre so oft verletzt, aber jetzt spielt er wieder stark – und er liebt Rasen. Es wird eine grosse Herausforderung.

Wenn Sie Ihre Tableauhälfte betrachten: Wer ist Ihr härtester Gegner?

Ehrlich gesagt, habe ich die Auslosung angeschaut, aber solche Gedanken mache ich mir nicht. Ich weiss, wie schwierig es für mich ist, die zweite Woche zu erreichen und auch, einen del Potro zu bezwingen. Deshalb muss ich mich immer nur auf den nächsten Gegner konzentrieren. Was ich aber mache: Ich schaue das gesamte Tableau an und wer gegen wen spielt, einfach weil ich Tennis liebe.

Was mögen Sie am meisten in Wimbledon?

Wir mieten ein Haus für einen Monat, damit ich mich mehr zu Hause fühle. Ich liebe den Rasen hier, den Centre Court, die ganze Tradition, so viele Sachen. Wenn die Sonne scheint, ist Wimbledon eines der schönsten Turniere.

Haben Sie ein Turnier oder eine Stadt, die Sie bevorzugen?

Natürlich die vier Grand-Slam-Events, sie sind stets wieder eine andere Erfahrung. Von diesen vier Turnieren träumt man das ganze Jahr. Aber eine bevorzugte Stadt kann ich nicht nennen, denn ich versuche, jede Stadt, in der ich jeweils gerade bin, zu geniessen. Im Tennis haben wir Glück, dass wir fast immer in schönen, grossen Städten spielen und normalerweise der Sonne folgen.

Der Kalender für 2016 ist reich befrachtet. Nach Wimbledon stehen bald die Olympischen Spiele an. Wie bereiten Sie sich auf Rio vor? Und was tun Sie, um in Form zu bleiben?

Ich freue mich wirklich sehr darauf. Es sind meine dritten Spiele, und es ist jedes Mal etwas Besonderes. Wir Tennisspieler sind es gewohnt, unsere Form fast permanent auf einem hohen Niveau zu halten, da wir die ganze Zeit Turniere bestreiten. Ich denke, alle werden ein bisschen früher nach Rio reisen, sich vorbereiten und dann das Beste geben.

Gibt es News, ob Sie neben dem Einzel auch im Doppel oder Mixed antreten?

Nein, noch nicht. Jetzt bin ich voll auf Wimbledon fokussiert, da ist es schwierig, die Gedanken auf andere Sachen zu lenken und diese abzuwägen. Es ist ein intensives Jahr, deshalb warten wir noch ein wenig, wahrscheinlich bis nach Wimbledon.

Worauf freuen Sie sich am meisten in Rio?

In erster Linie, für die Schweiz zu spielen. Dann natürlich auf die Sonne und das Olympische Dorf, das ist immer sehr speziell.

Zum Schluss etwas ganz anderes: Sie waren beim Lausanne Hockey Club im Verwaltungsrat. Warum haben Sie das Amt abgegeben?

Ich war einige Jahre dabei, ich habe Eishockey schon immer geliebt, speziell in Lausanne. Ich verliess den Verwaltungsrat im vergangenen Jahr, weil ich einfach nicht genug Zeit hatte, um mich richtig einzubringen. Wenn ich etwas mache, dann will ich es richtig machen. Vielleicht finde ich nach meiner Karriere wieder Zeit dafür.

Verfolgen Sie Wawrinka rund um den Globus

20 Minuten traf Stan Wawrinka in Wimbledon auf Einladung von Evian. Mit der Social-Media-Kampagne «Follow Stan around the World» ­ermöglichen Evian und Marken­botschafter Stan Wawrinka auf Facebook.com/evian.switzerland und auf Instagram.com/evianwater Einblicke in das Leben als Tennisprofi.

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