Aktualisiert 14.11.2011 14:35

TierdramaDelfin stirbt nach Techno-Party

Im Freizeitpark Connyland in Lipperswil ist diese Woche ein Delfin verstorben. Für Tierschützer steht der Tod des Delfins in Zusammenhang mit einer im Park durchgeführten Techno-Party.

von
hag
Umstrittene Delfin-Show im Freizeitpark Connyland: Tierschützer kritisieren diese als nicht artgerecht. (Archivbild)

Umstrittene Delfin-Show im Freizeitpark Connyland: Tierschützer kritisieren diese als nicht artgerecht. (Archivbild)

Im Freizeitpark Connyland in Lipperswil ist am Dienstag das achtjährige Delfinmännchen Shadow verendet. Für die deutschen Tierschutz-Organisationen ProWal und Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) steht Shadows Tod in Zusammenhang mit einer Technoparty.

Das teilten sie am Mittwoch mit. ProWal und WDSF üben Kritik am Veterinäramt des Kantons Thurgau, denn dieses hatte die Technoparty im Connyland-«Château» nicht untersagt. Die Party stieg am 29. Oktober.

Die deutschen Tierschutz-Organisationen fordern eine Obduktion des Delfins und eine Veröffentlichung des Ergebnisses der Untersuchung, wie es im Communiqué heisst. Der verendete Delphin sei 2003 als Nachzucht im Connyland geboren worden. Er habe gerade einmal das Alter von 8 Jahren erreicht und sei damit noch nicht einmal ausgewachsen gewesen, heisst es in einer Mitteilung der Tierschutzorganisation Oceancare. Gemäss ProWal und WDSF sind im «Connyland» in den drei vergangenen Jahren sieben Delfine verendet.

Für Connyland völlig unerwartet

Der Freizeitpark selbst teilte am Mittwoch mit, Shadow sei völlig unerwartet verstorben. Der Delfin habe am Dienstagmorgen wie immer mit Freude auf die Trainer und die bevorstehende Trainings-Session reagiert, sagte Geschäftsleiter Erich Brandenberger.

Plötzlich habe Shadow begonnen, hektisch zu schwimmen. Ein Trainer sei ins Wasser gesprungen und habe das Tier in die Arme genommen. Wenig später habe Shadow aufgehört zu atmen und der Herzschlag sei ausgeblieben. Der Delfin sei innerhalb von Minuten verendet.

Das tote Tier sei im Tierspital der Universitätsklinik Zürich seziert worden. Die Todesursache habe noch nicht bestimmt werden können. Der Delfin habe keinen Infekt gehabt und auch die lebenswichtigen Organe seien in einem normalen Zustand gewesen.

Kantonstierarzt bestätigt Tod

Der zuständige Thurgauer Kantonstierarzt Paul Witzig bestätigt gegenüber 20 Minuten Online den Tod des Delfins. Zur Todesursache könne man aber noch nichts sagen. Connyland habe eine Obduktion des Tieres veranlasst. «Das Ergebnis sollte in drei bis vier Wochen vorliegen», so Witzig weiter.

Ihm seien seit 2008 sechs Fälle bekannt, sagte Witzig zur Zahl der im Connyland verstorbenen Delfine. 2008 seien drei Jungtiere im Alter zwischen zehn und zwölf Wochen verstorben. 2009 und 2010 sei jeweils ein 25 bis 30 Jahre alter Delfin verendet. Ein weiterer Fall liege zehn Jahre zurück. Damals sei ebenfalls ein älteres Tier verstorben. Die verendeten älteren Tiere seien alle 1985 in freier Wildbahn gefangen und 1987 ins Connyland gebracht worden, fügt der Tierarzt an.

Motion für Importverbot

Nationalrätin Brigitte Gadient (BDP, GR) hat im Parlament einen Vorstoss eingereicht. Unterstützt von 50 Mitunterzeichnenden fordert Gadient in einer Motion ein sofortiges Importverbot für Delfine. Neue Forschungen hätten bewiesen, dass die Meeressäuger in Gefangenschaft nicht artgerecht zu halten seien, so Gadient.

(hag/sda)

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