Hitzetag im Frühling: So heiss war es in Delsberg und Bad Ragaz im Mai noch nie – Chur schwitzt bei 33 Grad

Publiziert

Hitzetag im FrühlingSo heiss war es in Delsberg und Bad Ragaz im Mai noch nie – Chur schwitzt bei 33 Grad

Seit Tagen schwitzt die Schweiz. Es ist verbreitet mehrere Tage hintereinander zu Temperaturen über 27 Grad gekommen. In Chur zeigt das Thermometer 33 Grad an.

von
Florian Osterwalder
Reto Bollmann
1 / 5
Es ist in der ganzen Schweiz brütend heiss. Gegen den Freitagabend steigt dann das Gewitterrisiko in den Alpen an. 

Es ist in der ganzen Schweiz brütend heiss. Gegen den Freitagabend steigt dann das Gewitterrisiko in den Alpen an. 

MeteoNews
Man darf sich also auf Badi-Wetter freuen.

Man darf sich also auf Badi-Wetter freuen.

20min/Michael Scherrer
Ausflüge an den See werden wohl in den nächsten Tagen eine beliebte Freizeitbeschäftigung sein.

Ausflüge an den See werden wohl in den nächsten Tagen eine beliebte Freizeitbeschäftigung sein.

20min/Michael Scherrer

Darum gehts

Nachdem bereits der Anfang der Woche mit Temperaturen um die 27 Grad äusserst warm war, hält auch die Prognose für die nächsten Tage Sommerwetter für uns bereit. Am Freitag klettert das Thermometer verbreitet auf über 30 Grad im Flachland. In Chur wurde es sogar 33 Grad warm. Und an verschiedensten Orten wurden Temperaturrekorde gebrochen.

Den ewigen Mairekord hat beispielsweise Delsberg geknackt. Dort zeigte das Thermometer 31,8 Grad an. Später schlug Bad Ragaz den bisherigen Mairekord: Mit 33,6 Grad lag hier die Temperatur genau einen Grad über dem bisherigen Rekord vom 18. Mai 1953. Und auch in Blatten im Lötschental wurde am Freitagnachmittag ein neuer Hitzerekord für den Monat Mai erreicht.

Die Ecke in der Nordwestschweiz erhitzte sich bis jetzt schon sehr schnell, trotz ein paar Quellwolken im Laufe des Vormittags. Die Messstationen von Basel und Chur sind auch heute bei den Spitzenreitern dabei. In Chur liegt der Mairekord aus dem Jahr 2009 bei 34 Grad. Dieser Wert wird am Freitag wohl eher nicht erreicht. Anders könnte es in Basel aussehen: Der absolute Mairekord liegt dort bei 32,8 Grad. 

Weiter schreibt Meteonews auf der Homepage: «Heute Freitag erwartet uns ein Hochsommertag im Mai. Das heisst die Höchstwerte steigen heute auf über 30 Grad an. Ein ungewöhnliches Ereignis so früh im Jahr.» Es ist also ein historisch heisser Maitag. Gegen Abend steigt jedoch in den Alpen das Schauer- und Gewitterrisiko an.

Unwetterwarnung in Deutschland, Schweiz nicht betroffen

In Deutschland werden heute schwere Gewitter mit erhöhter Unwettergefahr erwartet. Es drohen Starkregen und Hagel, wie die «Bild» berichtet. Über und um Nordrhein-Westfalen können sich Superzellen bilden, also Zusammenschlüsse von mehreren Gewitterzellen zu einer grossen. Dabei kann es zu Orkanböen, heftigen Sturzfluten und grossem Hagel kommen.

Drohen solche Unwetter auch in der Schweiz? Auf Anfrage von 20 Minuten gibt Hannes Tobler von Meteonews Entwarnung: «Diese Unwetter ziehen im Norden von uns durch. Hierzulande sind nur vereinzelte Gewitter und Schauer zu erwarten.» Am Abend sei die Gewitterneigung im Flachland noch gering, da ein zügiger Wind wehe. In der Nacht könne sich dies dann stellenweise ändern. Besonders im Nordbünden und im Prättigau sei die Gewitterwahrscheinlichkeit gross, so Tobler.

Vorsicht beim Sprung ins Kühle nass

Die Lust, sich in Flüssen und Seen abzukühlen, steigt. Doch gerade bei kühlen Wassertemperaturen ist Vorsicht geboten. Wie gefährlich ist der Köpfler in den See zu dieser Jahreszeit? Philipp Binaghi, Leiter Kommunikation der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG), klärt auf. «Die Baderegeln der SLRG empfehlen, dass man sich nicht überhitzt ins Wasser begibt. Es ist darum sinnvoll, dem Körper genügend Zeit für die Anpassung zu geben. Benetzen und schrittweises Temperieren helfen dabei. Zwei Stunden in der Sonne zu liegen und dann direkt in Wasser zu springen, ist hingegen wenig ratsam.» 

In einem solchen Fall droht eine Ohnmacht, wenn der überhitzte Körper plötzlich und unvorbereitet in kaltes Wasser eintaucht. Doch wie reagiert man, falls man jemanden beobachtet, dem etwas zugestossen ist? «Das Wichtigste bei einer Rettung ist der Selbstschutz. Ertrinkende, die um ihr Leben kämpfen, können eine enorme Kraft entwickeln und den Retter oder die Retterin im schlimmsten Fall sogar unter Wasser ziehen», so Binaghi. 

My 20 Minuten

Deine Meinung

18 Kommentare