Delta-Omikron-Mix – «Deltakron»-Variante geht wohl auf verunreinigte Proben zurück
Publiziert

Delta-Omikron-Mix«Deltakron»-Variante geht wohl auf verunreinigte Proben zurück

Die Meldung, wonach bei einem Patienten eine Mischform der beiden Varianten des Coronavirus festgestellt wurde, hat sich wohl als falsch herausgestellt. Die betroffenen Proben dürften verunreinigt gewesen sein.

1 / 3
Die Sorge war gross, als Forscher aus Zypern die Existenz einer neuen Mischvariante des Coronavirus bekannt gaben. 

Die Sorge war gross, als Forscher aus Zypern die Existenz einer neuen Mischvariante des Coronavirus bekannt gaben.

imago images/Bihlmayerfotografie
Dabei dürfte es sich gemäss neuesten Erkenntnissen aber um einen Laborfehler gehandelt haben.

Dabei dürfte es sich gemäss neuesten Erkenntnissen aber um einen Laborfehler gehandelt haben.

REUTERS
«Diese Genome sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Artefakte», erläuterte Richard Neher von der Universität Basel (Schweiz), führender Experte für Virusvarianten, der Deutschen Presse-Agentur.

«Diese Genome sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Artefakte», erläuterte Richard Neher von der Universität Basel (Schweiz), führender Experte für Virusvarianten, der Deutschen Presse-Agentur.

unibas

Darum gehts

  • «Deltakron» ist eine Mischung aus der Delta – und der Omikron-Variante.

  • Nachdem die vermeintliche neue Variante in Proben gefunden worden war, war die Sorge vor einer weiteren Eskalation der Corona-Pandemie gross.

  • Dabei dürfte es sich aber um einen Laborfehler gehandelt haben, behaupten gewichtige Stimmen.

Der vermeintliche Nachweis einer Misch-Variante aus Delta und Omikron in Zypern geht Experten zufolge wohl auf Verunreinigungen während der Analyse zurück. «Diese Genome sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Artefakte», erläuterte Richard Neher von der Universität Basel (Schweiz), führender Experte für Virusvarianten, der Deutschen Presse-Agentur. Die Omikron-Mutationen, die hier in einem Zusammenhang mit Delta-Genomsequenzen beobachtet wurden, beträfen alle einen DNA-Abschnitt, der bei Delta-Nachweisen oft sehr schwach ausfalle und daher sehr anfällig für Kontamination sei. Ähnlich äusserten sich weitere Experten bei Twitter, etwa die WHO-Expertin Maria van Kerkhove: Das Ergebnis gehe wahrscheinlich auf Verunreinigungen beim Sequenzieren zurück.

Zypriotischer Forscher beharrt auf seinen Erkenntnissen

Zuvor kursierten Berichte mit Verweis auf ein Interview mit dem örtlichen Sender Sigma TV, denen zufolge Leontios Kostrikis von der Universität Zypern 25 Fälle identifiziert haben will, in denen eine Mischvariante aus Delta und Omikron – Deltakron genannt – Ursache der Infektionen war.

«Es ist zwar durchaus möglich, dass es Rekombinanten gibt, aber bislang wurden keine grösseren Ausbrüche mit solchen Varianten beobachtet», betonte Neher. «Diese Genome aus Zypern sind vermutlich keine Rekombinanten.»

Auch ein Mitglied des griechischen Krisenstabes für die Corona-Pandemie, Gikas Magiorkinis, erklärte, dass Kostrikis’ Schlüsse falsch seien. «Erste Analysen zeigen, dass es sich um einen technischen Fehler des Labors handelt», twitterte der Epidemiologe. Kostrikis selbst allerdings wollte eine Fehleinschätzung zunächst nicht einräumen, er beharrte am Montag auf seinen Ergebnissen.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

(DPA/pme)

Deine Meinung

31 Kommentare