Schulfusion – Dem Kanton Schwyz gehen die Gymnasiasten aus
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SchulfusionDem Kanton Schwyz gehen die Gymnasiasten aus

Aufgrund sinkender Schülerzahlen will der Kanton das Gymnasium Theresianum und das Kollegi Schwyz zusammenschliessen. Eine Initiative fordert aber das Festhalten beider Standorte.

von
Nathan Keusch
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In Innerschwyz gibt es immer weniger Gymnasiasten. (Symbolbild)

In Innerschwyz gibt es immer weniger Gymnasiasten. (Symbolbild)

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Davon betroffen ist die Kantonsschule Kollegium Schwyz…

Davon betroffen ist die Kantonsschule Kollegium Schwyz…

Kantonsschule Kollegium Schwyz
…wie auch das Theresianum Ingenbohl.

…wie auch das Theresianum Ingenbohl.

Wikipedia/Daniel Wachter/ CC BY-SA 3.0

Darum gehts

  • Im inneren Teil des Kantons Schwyz sinken die Zahlen der Gymnasiasten seit einiger Zeit.

  • Das Theresianum Ingenbohl und die Kantonsschule Kollegium Schwyz wollen sich deshalb zusammenschliessen.

  • Kantonale Initiativen wollen jedoch am bestehenden Modell festhalten und fordern mehr Geld vom Kanton für die Mittelschulen.

Die Kantonsschule Kollegium Schwyz (KKS) und das private Theresianum Ingenbohl mussten in den vergangenen Jahren einen starken Rückgang der eingeschriebenen Schülerinnen und Schülern verzeichnen. Die geringe Schülerzahl erschwere ein vielfältiges Bildungsangebot. Grund für die niedrigen Zahlen sieht der Regierungsrat Schwyz in der hohen Mittelschuldichte im inneren Kantonsteil von Schwyz. Die beiden Mittelschulen haben deshalb im September letzten Jahres die Absicht erklärt, die Schulen in den Räumlichkeiten der KKS in Schwyz zusammen zu führen.

Wie der Regierungsrat am Donnerstag mitteilt, habe sich gegen diese Pläne Widerstand gebildet. Die kantonale Initiative «für eine dezentrale Mittelschullandschaft» verlangt die Festschreibung der aktuellen Standorte aller Mittelschulen im Gesetz.

Regierung unterstützt Fusion

Der Regierungsrat lehnt die Zementierung des Standorts Theresianum Ingenbohl ab . Wie er weiter schreibt, widerspreche ein solches Vorgehen der kantonalen Bildungsstrategie, gewichte regionale Interessen höher als kantonale und sei nicht zukunftsorientiert. Weil das Theresianum sowie die KKS nicht ausgelastet seien, sie über ein ähnliches Angebot verfügen und ihre Schülerinnen und Schüler aus dem gleichen, begrenzten Raum rekrutierten, begrüsst die Regierung die geplante Fusion.

In einem Gegenvorschlag des Regierungsrats wird die Zusammenführung der KKS’ und des Theresianums als Ziel aufgeführt. Die Kantonsschule Ausserschwyz und die privaten Schulen Gymnasium Immensee und die Stiftsschule Einsiedeln sollen weiterhin bestehen bleiben und gesetzlich verankert werden. Grund: Das Nebeneinander von kantonalen und privaten Mittelschulen habe sich bewährt und soll darum weitergeführt werden.

Erhöhung der kantonalen Beiträge

Eine zweite Initiative betrifft die Finanzierung der Mittelschulen. Unter dem Titel «Für eine faire Mittelschulfinanzierung» wird eine Erhöhung des Mittelschulbeitrags des Kantons von 5000 Franken pro Schülerin und Schüler gefordert. Der Regierungsrat erachtet diese zusätzlichen Beiträge als unverhältnismässig und unangemessen. Sie führten faktisch zu einer Vollkostendeckung an den privaten Mittelschulen durch den Kanton. Damit könnten die privaten Mittelschulen ihr unternehmerisches Risiko praktisch auf den Kanton verlagern.

Der Regierungsrat ortet die finanziellen Probleme einzelner Mittelschulen nicht bei den zu tiefen kantonalen Beiträgen, sondern bei den tendenziell gesunkenen Schülerzahlen, die zu einer ungenügenden Auslastung der vorhandenen Kapazitäten führen. Gestützt auf aktuelle Kosterhebungen an den Mittelschulen sieht der Regierungsrat als Gegenvorschlag zur Finanzierungsinitiative eine Erhöhung der Mittelschulbeiträge von heute rund 19'500 auf neu 21'000 Franken pro Schüler vor.

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