Aktualisiert 14.07.2009 08:38

StudieDem Katzenjammer können wir nicht widerstehen

Beim richtigen Miau ist es um uns geschehen: Büsi-Besitzer können Katzenjammer ebenso wenig widerstehen wie Eltern Babygeschrei.

Dass Katzen schlau sind, haben ihre Besitzer schon immer gewusst. Forscher der Universität Sussex haben dies nun bestätigt. Sie fanden heraus, dass hungrige Katzen gegenüber ihrem Futtergeber eine ausgefeilte Taktik verfolgen: Sie schnurren und miauen in einer solch herzzerreis­senden Tonlage, dass Herrchen oder Frauchen ihnen unmöglich widerstehen können und ihnen sofort Futter gibt. Das normale Miauen ist dagegen kontraproduktiv: Die genervten Besitzer verbannen die Büsi dann höchstens ausser Hörweite, so Forscherin Karen McComb im Fachblatt «Current Biology».

McComb kam durch ihre ­eigene Katze auf die Idee zur Studie. Das Tier trieb die Forscherin jeden Morgen mit einem besonders hartnäckigen Schnurren aus dem Bett. McComb nahm darauf diverse Katzenlaute auf und spielte sie 50 Menschen vor: Selbst Leute ohne Katze fanden die Hungerlaute besonders drängend. Beim normalen Miauen blieben sie unbeeindruckt.

Offenbar merkt jedes Büsi irgendwann, dass der Katzenjammer seine Erfolgschancen auf Futter deutlich steigert, so McComb. Sie vermutet, dass der Ton beim Menschen einen besonderen Nerv trifft, der mit der Pflege der eigenen ­Babys und Kinder zusammenhängt. (20 Minuten)

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